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Veröffentlichungen derProvinzial-Kommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien IV 
Neue Folge im Anschluß an die Veröffentlichungen 
der ehemaligen Provinzialkommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens I—XI 
Bericht 
des Provinzial- Konservators 
der Kunstdenkmäler 
der Provinz Niederschlesien 
über die Tätigkeit 
vom 
i. Januar 1930 bis 31. Dezember 1931 
erstattet 
an die Provinzial - Kommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Denkmäler Niederschlesiens 
Druck und Klischees von Wilh. Gottl. Korn3 Breslau 
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Veröffentlichungen derProvinzial-Kommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien IV 
Neue Folge im Anschluß an die Veröffentlichungen 
der ehemaligen Provinzialkommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens I—XI 
Bericht 
des Provinzial- Konservators 
der Kunstdenkmäler 
der Provinz Niederschlesien 
über die Tätigkeit 
vom 
i. Januar 1930 bis 31. Dezember 1931 
erstattet 
an die Provinzial - Kommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Denkmäler Niederschlesiens 
Druck und Klischees von Wilh. Gottl. Korn3 Breslau 
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Veröffentlichungen derProvinzial-Kommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien IV 
Neue Folge im Anschluß an die Veröffentlichungen 
der ehemaligen Provinzialkommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens I—XI 
Bericht 
des Provinzial- Konservators 
der Kunstdenkmäler 
der Provinz Niederschlesien 
über die Tätigkeit 
vom 
i. Januar 1930 bis 31. Dezember 1931 
erstattet 
an die Provinzial - Kommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Denkmäler Niederschlesiens 
Druck und Klischees von Wilh. Gottl. Korn3 Breslau 
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Veröffentlichungen der Provinzial-Kommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien IV 
Neue Folge im Anschluß an die Veröffentlichungen 
der ehemaligen Provinzialkommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens I—XI 
Bericht 
des Pro vinzial-Konservators 
der Kunstdenkmäler 
der Provinz Niederschlesien 
über die Tätigkeit 
vom 
i. Januar 1930 bis 31. Dezember 1931 
erstattet 
an die Provinzial - Kommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Denkmäler Niederschlesiens 
Druck und Klischees von Wilh. Gottl. Korn, Breslau 
Veröffentlichungen der Provinzial-Kommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien IV 
Neue Folge im Anschluß an die Veröffentlichungen 
der ehemaligen Provinzialkommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens I—XI 
Bericht 
des Pro vinzial-Konservators 
der Kunstdenkmäler 
der Provinz Niederschlesien 
über die Tätigkeit 
vom 
i. Januar 1930 bis 31. Dezember 1931 
erstattet 
an die Provinzial - Kommission zur Erhaltung 
und Erforschung der Denkmäler Niederschlesiens 
Druck und Klischees von Wilh. Gottl. Korn, Breslau 
3 
I. 
Mit Rücksicht auf die der Provinzial-Kommission zur Erforschung 
und Erhaltung der Kunstdenkmäler Niederschlesiens zur Verfügung 
stehenden Mittel ergab sich wiederum die Notwendigkeit, die Arbeit 
mehrerer Jahre auf dem Gebiet der Denkmalpflege in  
Niederschlesien zu einem Bericht zusammenzufassen. Wenn diese  
Zusammenfassung auf die Zeit vom i. Januar 1930 bis zum 31. Dezember 1931 
beschränkt wurde, so geschah das im Hinblick auf den im Februar 
1932 erfolgten Tod des Provinzialkonservators Landesbaurats a. D. 
Dr. Ludwig Burgemeister, durch den die Kontinuität der  
Denkmalpflegearbeiten jäh unterbrochen wurde. Damit ergab sich für 
den Nachfolger die Aufgabe, mit dem vorliegenden Bericht  
gleichzeitig der Verdienste eines Mannnes zu gedenken, dem in den 
30 Jahren seiner Tätigkeit die schlesische Denkmalpflege  
außerordentlich viel verdankt. 
Es dürfte daher eine Pflicht der Dankbarkeit gegenüber der 
Leistung wie der Persönlichkeit des Verstorbenen sein, an dieser 
Stelle den Rechenschaftsbericht über die beiden letzten Arbeitsjahre 
Dr. Burgemeisters mit einer Würdigung seines Lebenswerkes in 
einer ausführlicheren biographischen Form zu beginnen. 
Landesbaurat Dr. Ludwig Burgemeister 
Provinzialkonservator 
der Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien 
Ludwig Burgemeister wurde am 19. Oktober 1863 als Sohn 
des Maurermeisters Christian Burgemeister und seiner Ehefrau Lina 
geb. Gottlieb in St. Johann a.d.Saar geboren. Nach Absolvierung des 
kgl. Gymnasiums Saarbrücken bestand er Ostern 1883 die  
Reifeprüfung, um an der technischen Hochschule zu Berlin 9 Semester 
Architektur zu studieren. Im Februar 1888 legte er das erste  
Staatsexamen ab und wurde am 5. März 1888 als Regierungsbauführer in 
Saarbrücken vereidigt. Vom 1. April 1888—1889 genügte er seiner 
Militärpflicht beim 8. Rhein. Infanterie-Regiment Nr. 70 in Saar- 
1* 
4 
brücken, um imAnschluß daran im staatlichen Ausbildungsdienst im 
Regierungs-Bezirk Trier, und zwar hauptsächlich beim Neubau des 
Gymnasiums seiner Vaterstadt, zu arbeiten. 
Am 25. Februar 1893 bestand er das  
Regierungsbaumeisterexamen mit Auszeichnung und trat in den Staatsdienst ein. Zunächst 
wurde er im technischen Büro der Hochbauabteilung des  
Ministeriums der öffentlichen Arbeiten in Berlin beschäftigt. Diese Zeit 
wurde durch eine Studienreise nach Italien, zu welcher ihm eine 
Staatsprämie auf Grund des zweiten Staatsexamens verliehen worden 
war, unterbrochen. 
Am 1. Januar 1895 erfolgte dann seine Versetzung nach Breslau, 
durch die ihm Schlesien zur zweiten Heimat wurde. Hier gründete 
er durch die am 16. November 1895 erfolgte Verheiratung mit Wally 
Burgemeister, geb. Busse, einen eigenen Hausstand. Aus der Ehe 
stammte eine Tochter, Elsa, verh. Schmalz. In Schlesien  
promovierte er am 12. September 1901 an der Universität zum Dr. phil. 
in Kunstgeschichte. Seiner Tätigkeit als praktischer Architekt, die 
durch das kunstgeschichtliche Studium nach der wissenschaftlichen 
— Seite ergänzt wurde, verdankte er nach der Berufung des ersten 
schlesischen Provinzialkonservators Baurat Lutsch nach Berlin 
seine Wahl zu dessen Nachfolger, die am 11. Januar 1905 durch den 
Kultusminister bestätigt wurde. Am 27. September 1902 erfolgte 
seine Ernennung zum Kgl.Landbauinspektor, der seine Beförderung 
zum Kgl. Baurat am 21. Dezember 1909 und zum Kgl.  
Regierungsund Baurat am 18. Mai 1912 folgten. Von 1909 bis zum 1. Oktober 
1915 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kgl. Hochbauamtes 
Strehlen beauftragt, führte er während des Krieges die des  
Hochbauamtes I in Breslau, bis er am 1. April 1917 aus dem Staatsdienst 
ausschied, um entsprechend der auf ihn gefallenen Wahl das Amt 
eines Landesbaurates bei der Hochbauabteilung der Provinzial- 
verwaltung der Provinz Schlesien zu übernehmen unter gleichzeitiger 
Beibehaltung des Amtes als Provinzialkonservator. Nach den  
mehrfachen Ordensauszeichnungen, die ihm zuteil wurden, erfolgte am 
5. Mai 1922 mit der Ernennung zum auswärtigen Mitglied der  
Akademie des Bauwesens in Berlin eine weitere Auszeichnung. Daß sich 
die schlesischen Behörden und Kulturverbände seiner Mitarbeit 
versicherten, ergab sich naturgemäß. So war er Vorsitzender des 
Sachverständigen-Beirats der städtischen Baupolizei,  
Vorstandsmitglied des Schlesischen Altertumsvereins, Mitglied des Kurato- 
5 
riums des Museums der bildenden Künste, Vorstandsmitglied der 
Historischen Kommission für Schlesien, zweiter Vorsitzender des 
Schlesischen Bundes für Heimatschutz, dessen Gründung 1910 seiner 
Initiative mitzudanken ist. Mit dem 1. April 1929 erreichte er die 
gesetzliche Altersgrenze und trat an diesem Tag in den Ruhestand, 
behielt jedoch das ihm besonders am Herzen liegende Nebenamt des 
Provinzialkonservators bei, bis am 13. Februar 1932 der Tod diesem 
an äußeren Erfolgen reichen Leben ein Ziel setzte. 
Diese biographischen Daten bilden gewissermaßen den Rahmen 
für ein Lebenswerk, das neben einer reichen und gewissenhaft  
geführten Verwaltungsarbeit drei bedeutende Inhalte aufweist: Burge- 
meisters Bauten als Architekt, seine Arbeiten als Kunsthistoriker 
und Publizist und seine Tätigkeit als Denkmalpfleger. 
Bei der Würdigung seiner Bauten wird man naturgemäß den 
Zeitgeist und damit den Zeitstil in Rechnung stellen müssen, der 
diesen Werken sein Signum aufgedrückt hat. Es handelt sich zudem 
bei Burgemeisters Bauten ausschließlich um Behördenbauten, für 
die Einengungen und Rücksichtnahme verschiedenster Art  
wesentlich mitbestimmende Faktoren gewesen sein mögen. Die erste 
Gruppe von Bauten zwischen 1895 und 1903 gehört in den Kreis 
wichtiger Hochschulerweiterungen, bei denen fast immer auf  
Vorentwürfe von anderer Hand zurückgegriffen oder bedingte  
Anpassung an bereits bestehende Bauten des vorangegangenen Jahrzehnts 
verlangt wurde. Daß sie dem heutigen architektonischen Empfinden 
entsprächen, wird man ohne Vorwurf für den Architekten nicht  
behaupten können. 
Diese Tätigkeit beginnt mit einer größeren Zahl von  
Erweiterungsbauten für die Universität, die nachfolgend kurz aufgezählt 
werden sollen. 
Chemisches Institut an der Universität. Die Lage am Ostende 
der Universität bedingte den Ausbau zweier bisher unvollendeter 
Achsen des Universitätsgebäudes. Das Institutsgebäude selbst ist 
von rein technischen Gesichtspunkten als Nutzbau ohne jede 
Tendenz der formalen Angleichung aufgeführt worden. 
Neubauten des physiologischen und des pharmakologischen 
Institutes in der Maxstraße1). Die Außenarchitektur zeigt in  
Übereinstimmung mir den schon vorhandenen medizinischen Bauten an 
*) Zentralblatt der Bauverwaltung XXI. Jahrgang Nr. 83 S. 509 ff 
6 
der Maxstraße Ziegelrohbau mit sparsamer Verwendung von  
Glasuren, aber wesentlich vereinfachte Architektur als die der 1888—1891 
errichteten Gebäude. 
Die Ausarbeitung der ausführlichen Entwürfe nach den im 
Ministerium der öffentlichen Arbeiten gefertigten Skizzen erfolgte 
durch den Kreisbauinspektor Buchwald, die örtliche Bauleitung 
war Burgemeister übertragen. 
Fertigstellung der Anatomie in der Maxstraße. Neubau des 
physikalischen Instituts neben der Kreuzkirche1). Mit Rücksicht 
auf die Nähe der Kreuzkirche und die bevorzugte Lage der Baustelle 
hat die Außenarchitektur eine zeitentsprechende und auf Anpassung 
abgestellte Durchbildung erhalten. Verbindung von Ziegelrohbau 
mit Sandstein. 
Die Ausarbeitung des Entwurfes erfolgte nach einer im  
Ministerium für öffentliche Arbeiten aufgestellten Skizze durch denKgl. 
Kreisbauinspektor Buchwald; die örtliche Bauleitung lag zuerst 
in den Händen des Regierungs-Baumeisters Herrmann, dann in 
denen Burgemeisters. 
Neubau des zoologischen Instituts in der Sternstraße, der außer 
den Institutsräumen einen großen Ausstellungssaal für die  
zoologische Schausammlung enthalten mußte. 
Neubau der Kinderklinik in der Tiergartenstraße2). Das  
Gebäude schließt sich in Ziegelrohbau den übrigen klinischen Bauten 
an. Der Bauentwurf ist nach einer von Geh. Oberbaurat Dr.Thür 
gefertigten Skizze durch den Kgl. Kreisbauinspektor Buchwald  
aufgestellt worden. Die örtliche Bauleitung war Burgemeister  
übertragen. 
Das eigentliche Hauptwerk Burgemeisters ist die zwischen 1904 
und 1911 entstandene Technische Hochschule, deren  
Schlußabrechnungen sich noch bis 1913 hinzogen, so daß ihn dieser Bau fast ein 
Lebensjahrzehnt beschäftigte. Der Gedanke bewußter Anpassung 
an die heimische Bauweise führte zu einer mehr auf malerische 
Werte ausgehenden Gestaltung, der es darauf ankam, die  
Bauaufgabe mit einer Auflösung in Gebäudegruppen zu bewältigen,  
andererseits bei aller klar erkannten neuzeitlichen Zweckgesinnung die 
Durchformung der Gliederung und Schmuckteile der Einzelgebäude 
a) Zentralblatt der Bauverwaltung XXXIII Jahrgang Nr. 23 
) Zentralblatt der Bauverwallung vom 7. Januar 1902 
7 
im Sinne der deutschen Renaissance vorzunehmen. Bei der  
Bedeutung der Leistung ist es interessant, sich die Beurteilung durch 
die Zeitgenossen zu vergegenwärtigen. So schrieb in der Schles. 
Zeitung vom 6. August 1910 Dr. E. Loeschmann: 
„In der wohlbegründeten Überlegung, bei diesen wichtigen 
Anstalten nicht mit unausgereiften modernen Bauformen herum- 
zuexperimentieren, hat der Erbauer, Baurat Dr. Burgemeister, an 
eine seit Alters her in Schlesien eingebürgerte Bauweise, nämlich 
die deutsch-italienische Renaissance, angeknüpft und ihre  
Bauformen bei weitestgehender selbständiger Behandlung und  
Umarbeitung für die jedesmaligen Erfordernisse zu verwerten verstanden. 
Die charakteristischen Baumotive (Portale, Treppentürme, Giebel, 
Giebelerker und Zwerchgiebel) sind auch in den Bauten der T. H. 
verwendet worden. Das bautechnisch schwierigste Problem war das 
Erzielen einer Harmonie des Gesamteindrucks, und dabei mußten 
bei einer so ausgedehnten Anlage kräftige Dominanten und wuchtige 
tektonische Leitlinien geschaffen werden. Der Architekt stellte 
seine Gebäude durchgehend auf Rustikasockel, deren grobgehauenes 
solides Gefüge mit dem Terranovaputz der Wandflächen wirksam 
kontrastiert." Gelobt wird ferner der reihenmäßige  
Zusammenschluß der Fenster als gliederndes Element und die Eindeckung mit 
Mönch-Nonne für die großen Dachflächen. „Nirgends zeigen sich 
die dekorativen Notgiebel oder unorganische Ausbauten, wie sie 
Renaissancebauten der letzten Jahre vielfach aufweisen, überall 
herrscht eine wohlgefällige Selbstverständlichkeit, die durch weise 
Beschränkung äußerlichen Aufputzes nur gehoben wird." — 
In der Folgezeit wurde Burgemeister mit der Ausarbeitung eines 
ausführlichen Entwurfes auf Grund des Vorentwurfs des Reg.- und 
Baurats Buchwald für den Neubau des landwirtschaftlichen Instituts 
der Universität in der Hansastraße befaßt. Ab 1913 wurde mit den 
in leichter Empireanlehnung projektierten beiden Flügelbauten  
begonnen, jedoch mit deren Fertigstellung 1916 der Gesamtbau  
eingestellt. Der 1919 bis 1922 errichtete Mittelbau entfernt sich  
wesentlich von Burgemeisters ursprünglichen Absichten. 
Während der letzten Jahre seiner Tätigkeit in der  
Staatsbauverwaltung fällt eine vorübergehende Beschäftigung am Neubau des 
Oberpräsidialdienstgebäudes am Neumarkt 1916/17 als Nachfolger 
von Reg.- und Baurat Loewe, auf den der Entwurf in der  
Hauptsache zurückgeht. 
8 
Nachdem Burgemeister seit 1917 das Amt des Landesbaurates 
übernommen hatte, erwartete ihn neben rein bauunterhaltender 
Arbeit bei der Provinzialverwaltung der Provinz Niederschlesien 
noch manche größere gestaltende Aufgabe. 
In der Prov.-Heil- und Pflegeanstalt Plagwitz waren es  
hauptsächlich Umbauten, die ihn beschäftigten, so der Ausbau des  
ehemaligen Gutshauses in eine Krankenstation, die Umänderung des 
früheren Musiksaales im Schloß in einen Tagesraum für Kranke, 
der Ausbau des Festsaales, der Bau einer Kochküche und einer 
Fremdenstation. 
Der Neubau von zahlreichen Pflegewohnhäusern in den Provin- 
zialanstalten in Leubus, Bunzlau, Plagwitz und Lüben bedeutete 
eine dauernde Arbeitsaufgabe. 
Von größerer Bedeutung aber waren eine Reihe großbaulicher 
Entwürfe, die allerdings nur z. T. ausgeführt wurden, so die  
Turnhalle in der Prov.-Fürsorgeanstalt in Wohlau, der Neubau des 
Krüppelheimes mit Werkstättengebäude und einem  
Direktorwohnhaus in Rothenburg OyL. und das Altersheim in Namslau. Entwurf 
blieb das Verwaltungsgebäude der Niederschlesischen Prov.-Lebens- 
versicherungsanstalt und Selbsthilfe in der Borsigstraße in Breslau, 
während die Entwürfe zu dem von der Provinzialverwaltung 1928 
bis 1931 erbauten Kindergenesungsheim in Jannowitz im  
Riesengebirge zwar auf ihn zurückgehen, jedoch ein gruppierender erster 
Entwurf aus Kostengründen leider zurückgestellt und diesem ein 
billiger Entwurf für einen geschlossenen Baukörper zur Ausführung 
vorgezogen wurde. 
Alle diese Bauten zeigen den sorgsamen und bautechnisch  
geschulten Fachmann. Vor allem wird man dem Architekten  
Burgemeister die Solidität des Handwerklichen, die Sauberkeit der  
Detaillierung und die Ökonomie der Grundrisse im Hinblick auf die 
Zwecknotwendigkeiten der Bauobjekte zugute halten, die um so 
mehr anzuerkennen sind, als die Bauzwecke selbst den Architekten 
vor sehr verschiedenartige und spezialisierte Aufgaben stellten und 
eine restlose und hingebende Einarbeitung in den Lebens- und 
Arbeitsrhythmus seiner Objekte verlangten. 
Andererseits ist zuzugeben, daß Burgemeister in seiner  
künstlerischen Haltung zwar unter dem Einfluß der historischen  
Stilarten und der tendenzbewußten Anpassung steht, dennoch diese 
Zeitgebundenheit mit Überzeugung vertritt. Diese Überzeugungs- 
9 
treue erklärt sich nicht zuletzt aus seiner historischen  
Wissenschaftlichkeit. 
Schon die Tatsache, daß sich Burgemeister als Reg.-Baumeister 
in Breslau dem Studium der Kunstgeschichte neben seiner  
Baubeamtentätigkeit widmete, läßt auf ein starkes wissenschaftliches 
Interesse schließen. Dem damaligen Kreis des Schlesischen  
Altertumvereins, Männern wie Markgraf, Grünhagen, Wutke, Seeger, 
Masner und Lutsch, trat er näher, so daß ihm das reiche  
Arbeitsgebiet der schlesischen Geschichte zur lebendigen Grundlage seiner 
praktisch wissenschaftlichen Arbeiten wurde; denn seine  
Publikationen sind ausgesprochen auf die Erforschung der schlesischen 
Kunstdenkmäler und nicht auf eine irgendwie geartete ästhetische 
Kunstbetrachtung gerichtet. Insofern haben sie eine durchaus prak- 
tischeBedeutung, die um so erfolgreicher wurde, als ihm seineTätig- 
keit als Konservator einen umfassenden Gesamtüberblick über den 
schlesischen Denkmälerbestand verschaffte. Außer den rein  
architekturgeschichtlichen Arbeiten kamen einige Sondergebiete, vor 
allem das der schlesischen Orgeln und der Blockholzkirchen hinzu, 
auf denen ihm der Ruf des vielleicht besten Kenners gesichert bleibt. 
Am ehesten gibt eine Übersicht über seine kunstwissenschaftlichen 
Bücher und Aufsätze eine Vorstellung seiner schriftstellerischen 
Wirksamkeit. 
i. Bücher: 
Die Jesuitenkunst in Breslau, insbesondere die Matthiaskirche und 
das Universitätsgebäude Breslau. 1901. (Breslau, Phil. Diss. 
1901) 
Die Holzkirchen und Holztürme der preußischen Ostprovinzen, 
Schlesien, Posen, Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg 
und Pommern. Aufgen. und gez. von Ernst Wiggert und 
Ludwig Burgemeister. Berlin 1905 
Das Breslauer Rathaus. Geschichtliche und bauliche Beschreibung. 
Lichtbildaufnahmen von Heinrich Götz. Breslau 1913 
Das Bürgerhaus in Schlesien. Berlin 1921. (Das Bürgerhaus im 
Deutschen Reich und seinen Grenzgebieten) 
Der Orgelbau in Schlesien. Straßburg 1925. (Studien zur deutschen 
Kunstgeschichte, H. 230) 
10 
2. Aufsätze in Sammelwerken und Zeitschriften: 
Die Matthiaskirche in Breslau. Centralblatt der Bauverwaltung, 
Nov. 1899 
Die ehemalige kaiserliche Burg in Breslau. Zeitschrift d. Ver. f. 
Geschichte Schlesiens, S. 36, 1902 
Schlesische Rathäuser. Bunte Bilder aus dem Schlesierlande, 2 1903 
Das ehemalige Jacobkloster auf der Sandinsel zu Breslau. Zeitschrift 
d. Ver. f. Geschichte Schlesiens S. 37. 1903 
Das Haus zur goldenen Krone. Schlesiens Vorzeit, N. F. 3, 1904 
Die Hedwigskirche und das Schloß in Brieg. Zeitschrift Schlesien 2, 
1908/9 
Vom Brieger Piastenschloß. Schles. Heimatblätter 4, 1910 11 
Das Universitätsgebäude und die Matthiaskirche.  
Erinnerungsblätter zum 100jährigen Jubiläum der Universität Breslau. 
Breslau 1911 
Schlesische Holzkirchen. Schlesien 5, 1911'12 
Die Hochbergsche Kapelle bei der Vinzenzkirche. Schlesiens  
Vorzeit N. F. 6, 1912 
Schlesische Kunst. Schlesische Landeskunde, 2. Bd., 1913 
Städte und Burgen. Schlesien in Farbenphotographie, Bd. 2, 1924 
Die kath. Pfarrkirche in Rothsürben. Schles. Monatshefte 1, 1924 
Die Orgeln der ev. Pfarrkirche zu St. Maria-Magdalena in Breslau. 
Schlesiens Vorzeit N. F. 8, 1924 
Das altertümliche Breslau. Grenzgau 2, 1925 
Breslaus Wohnungswesen in alter Zeit. Die Wohnungswirtschaft 
der Stadt Breslau. Denkschrift des Magistrats Breslau 1927. 
Baugeschichte des Schlosses Falkenberg. Geschichte der Herrschaft 
Falkenberg in Oberschlesien. Falkenberg 0,S, 1929 
Johann Christian Valentin Schultze (Schulz). Bericht des Provin- 
zialkonservators der Kunstdenkmäler der Provinz  
Niederschlesien, N. F. III, 1927/29 
3. Artikel in Tageszeitungen: 
Das Geburtshaus der Minna von Barnhelm. Schles. Zeitung vom 
29. XII. 1901 
II 
Zwei Breslauer Architekten des 17. Jahrhunderts. Schles. Zeitung 
vom 5. II. 1903 
Bürgerliche Baukunst. Schles. Zeitung vom 8. II. 1903 
Die goldene Krone in Breslau. Schles. Zeitung vom 4. III. 1903 
Schlesische Kunstdenkmäler. Schles. Zeitung vom 5. III. 1903 
Frühmittelalterliche Baukunst in Schlesien. Schles. Zeitung vom 
7. IV. 1903 
Der mittelalterliche Klappaltar im Dom zu Breslau. Schles. Zeitung 
vom 22. IV. 1903 
Bürgerliche Baukunst. Schles. Zeitung vom 29. IV. 1903 
Mittelalterliche Baukunst in Schlesien. Schles. Zeitung vom 8.V.1903 
Eine Hedwigsfahne. Schles. Volkszeitung vom 15. X. 1903 
Malereien in oberschlesischen Holzkirchen. Schles. Zeitung vom 
29.V. 1904 
Das englische Haus. Schles. Zeitung vom 24. XI. 1904 
Stadt- und Landkirchen. Schles. Zeitung vom 4. XI. 1905 
Die Technische Hochschule in Breslau. Schles. Zeitung vom 
18. III. 1906 
Der Breslauer Hauptbahnhof. Schles. Zeitung vom 25. III. 1906 
Die Furcht vor dem Trivialen. Schles. Zeitung vom 23. XII. 1906 
Eisenbauten. Schles. Zeitung vom 16. XI. 1907 
Kultur und Technik. Schles. Zeitung vom 9. I. 1910 
Schlesische Holzkirchen. Schles. Zeitung vom 10. XII. 1910 
Breslaus größter Barockbaumeister Christoph Hackner. Schles.  
Zeitung vom 31. XII. 1910 
Die Schicksale des Universitätsgebäudes zu Breslau. Schles. Zeitung 
vom 16. und 17. II. 1911 
Zivilisation und Kultur. Schles. Zeitung vom 27. VIII. 1911 
Die kath. Pfarrkirche zu Rothsürben. Schles. Zeitung vom 15. XI. 
1911 
Das schlesische Bürgerhaus. Schles. Zeitung vom 9. und 10. VII. 
1912 
Schon diese Zusammenstellung erbringt mit der Aufzählung der 
Überschriften den Beweis, daß fast alle wissenschaftlichen Arbeiten 
Burgemeisters in engster Beziehung zu seiner Tätigkeit als Provin- 
12 
zialkonservator stehen. In diesem Amt, daß er mit hingebendem 
Fleiß und seltener Sachkenntnis von 1905 bis 1932 verwaltete, 
konnten sich seine Begabungen, die architektonisch und  
bautechnisch praktische wie die wissenschaftliche, voll entwickeln. Als 
— Nachfolger von Lutsch wurde ihm ein Erbe übergeben, das aus 
ersten Anfängen entstanden zu einer bedeutenden Aufgabe  
angewachsen war. War doch Schlesien die erste Provinz Preußens, die 
durch die Bildung einer Provinzialkommission zur Erhaltung und 
Erforschung der Kunstdenkmäler Schlesiens das Gebiet der  
Denkmalpflege organisiert und durch die von 1886 bis 1894 erfolgte  
Herausgabe des Verzeichnisses der Kunstdenkmäler Schlesiens  
wissenschaftlich und praktisch unterbaut hatte. Schon vor seiner  
Ernennung zum Provinzialkonservator hatte Burgemeister an dem erst 
1903 erschienenen Registerband zum Inventarwerk und an dem 
ebenfalls 1903 erschienenen Bilderwerk der schlesischen  
Kunstdenkmäler unter Lutsch mitgearbeitet, nun fiel ihm 1905 die volle 
Verantwortung für den weiteren Aufbau der schlesischen  
Denkmalpflege zu. Bis zum 1. August des Jahres 1924 unterstanden ihm 
die drei schlesischen Regierungsbezirke, von diesem Tage an wurde 
durch die verwaltungsmäßige Trennung von Ober- und  
Niederschlesien der ehemalige Regierungsbezirk Oppeln einem eigenen 
Provinzialkonservator unterstellt. 
Es ist selbstverständlich an dieser Stelle nicht möglich, eine 
Übersicht über die von Burgemeister durchgeführten oder beratenen 
Instandsetzungsarbeiten schlesischer Kunstdenkmäler zu geben, 
sondern es sei auf die Berichte des Provinzialkonservators der  
Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien hingewiesen: 
Alte Folge VI 1905 1906 Neue Folge I 1919,1924 
VII 1907,1908 II 1925 1926 
VIII 1909 1910 III 1927/1929 
IX 1911 1912 IV 1930 1931 
X 1913 1914 
XI 1915 1918 
Diese Berichte vermögen allein Zeugnis über Art und Umfang 
seiner Arbeit abzulegen, die zwar organisatorisch durch die  
Provinzialkommission und die Denkmalpfleger unterstützt, in der  
Hauptsache aber seiner persönlichen Initiative und einer ihm  
eigentümlichen starken Selbständigkeit zu danken ist. 
13 
Unermüdlich war Burgemeister bei der Beratung und Schaffung 
von Ortsstatuten gegen Verunstaltung der Ortsbilder tätig, um so 
bei den geringen Machtbefugnissen des Konservators die gesetzliche 
Basis der Denkmalpflege in Schlesien zu erweitern. 
Es sei jedoch noch eine durch die Kriegszeit bedingte  
Sonderaufgabe hervorgehoben, nämlich die beratende Tätigkeit Burge- 
rneisters bei der Glockenbeschlagnahme. Hier ist seiner  
entschiedenen Gutachtertätigkeit die Erhaltung so mancher künstlerisch  
wertvollen Glocke ganz besonders zu danken. 
Von der richtigen Überzeugung ausgehend, daß die amtliche 
Denkmalpflege des Verständnisses und der Förderung durch die 
Öffentlichkeit bedarf, suchte er mit zahlreichen Publikationen das 
Interesse für Denkmal- und Heimatschutz zu wecken. Nachstehend 
sei eine Übersicht über die auf diesem Gebiet geleistete Arbeit 
gegeben: 
i. Bücher 
Die gesetzlichen und behördlichen Vorschriften über  
Denkmalpflege. Herausgegeben von der Prov.-Kommission zur  
Erhaltung und Erforschung der Kunstdenkmäler. Breslau 1913 
2. Aufsätze in Zeitschriften 
Zur Denkmalpflege in Breslau: Das Haus Ring 2. Schlesiens  
Vorzeit N. F. 1902 
Die Seminarkirche in Breslau. Die Denkmalpflege 4, 1902 
Die Friedenskirche in Schweidnitz. Die Denkmalpflege 16, 1902 
Die goldene Krone in Breslau. Die Denkmalpflege 5, 1903 
Der Um- und Ausbau des Rathauses in Löwenberg. Die  
Denkmalpflege 12, 1903 
Mittelalterliche Wandmalereien in Schlesien. Die Denkmalpflege 6, 
1904 
Künstlerischer Fassadenflächenschmuck in Schlesien. Die  
Denkmalpflege 13, 1911 
Die neuen Breslauer Domtürme. Zeitschrift Schlesien 7, 1913/14 
Die Kunstdenkmäler und ihre Pflege in Oberschlesien. Oberschlesien 
ein Land deutscher Kultur. Gleiwitz 1921 
Schlesische Denkmalpflege. Zeitschrift Niederschlesien, Berlin 1923 
M 
Der Orgelprospekt, seine Einfügung in den Kirchenraum und seine 
Erhaltung. Tag für Denkmalpflege und Heimatschutz — 
Breslau 1926, Berlin 1927 
3. Artikel in Zeitungen 
Die Erneuerungsarbeiten am Universitätsgebäude zu Breslau. Schles. 
Zeitung vom 7. II. 1900 
Wiederherstellung schlesischer Kirchen. Schles. Zeitung vom 
10. IX. 1902 
Das Bildwerk schlesischer Kunstdenkmäler. Schles. Zeitung vom 
25. III. 1903 
Heimatschutz. Schles. Zeitung vom 20. VIII. 1903 
Die Bauordnungen und die Denkmalpflege. Schles. Zeitung vom 
18. X. 1904 
Verblendstein und Terrakottaarchitektur. Schles. Zeitung vom 
21. VIII. 1906 
Kirchenbauliche Kultur in Oberschlesien. Schles. Zeitung vom 
21. VIII. 1906 
Eine aufgedeckte Sgraffitoarchitektur in Liegnitz. Schles. Zeitung 
vom 11. IV. 1909 
Heimatschutz in Städten. Schles. Volkszeitung vom 29. VI. 1909 
Heimatschutz auf baulichem Gebiet. Schles. Zeitung vom 18. VI. 
1910 
Schlesische Denkmalpflege. Schles. Zeitung vom 4. VI. 1911 
Denkmalpflege und Heimatschutz. Münsterberger Zeitung vom 
19. und 23. VI. 1914 
Die wichtigste wissenschaftliche Aufgabe, die Burgemeister als 
Provinzialkonservator vorbehalten blieb, war die Einleitung der 
Neuherausgabe des Verzeichnisses der Kunstdenkmäler Schlesiens. 
Das von Lutsch herausgegebene erste Inventar war nicht nur  
veraltet, sondern genügte hinsichtlich der vollständigen Erfassung des 
Denkmälerbestandes und der Bewertung der den einzelnen  
Stilepochen angehörenden Werken in keiner Weise den Ansprüchen, 
die an ein solches Werk zu stellen sind, um es zu einem geeigneten 
Instrument der Denkmalpflege zu machen. Für Burgemeister be- 
i5 
deutete zudem dieses Werk eine Zusammenfassung seiner  
jahrzehntelangen Forscherarbeit in Schlesien, und diesem Umstand ist 
es auch zuzuschreiben, wenn der Plan so großzügig angelegt wurde, 
daß aller Voraussicht nach nur die vier die Stadt Breslau  
umfassenden Lieferungen in der von ihm begonnenen Weise herausgebracht 
werden können. Er selbst erlebte die Vollendung dieses ersten  
Lieferungsabschnittes nicht, so daß seinem Nachfolger der Abschluß 
dieses Werkes vorbehalten bleibt. Bis zum Jahresende 1933 werden 
erschienen sein: 
Die Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien. 
Bd. I. Die Stadt Breslau 
Tl. I. Die kirchlichen Denkmäler der Dom- und Sandinsel. Hersg. 
von Ludwig Burgemeister, Breslau 1930 
Tl. II. Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Breslau. I. Hersg. 
von Ludwig Burgemeister und Günther Grundmann. 
Tl. III. Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Breslau. II. Hersg. 
von Ludwig Burgemeister und Günther Grundmann, Breslau 
1933 
Endlich darf nicht das Verdienst übergangen werden, das er sich 
mit der Schaffung des Bildarchivs des Provinzialkonservators, das 
mehr als 10 000 Aufnahmen aufweist, für Schlesien erworben hat. 
Es liegt weder im Zweck noch im Sinn dieser Darstellung, sie mit 
einem lobenden Nachruf über einen Verstorbenen zu schließen. 
Das Werk, d. h. die Arbeitsleistung und der Erfolg reden eine  
allzu eindringliche Sprache. Aber dieses Werk bedarf doch einer  
abschließenden Charakterisierung seines Schöpfers, dessen Bild der 
Nachwelt erhalten bleiben mag. Ludwig Burgemeister war im besten 
Sinne des Wortes der preußische Beamte, von maßvoller Strenge, 
peinlicher Genauigkeit und pflichtgebundener Zurückhaltung. Was 
ihn auszeichnete, war nicht nur erworbenes Wissen und praktische 
Erfahrung, sondern die seltene Gabe, beides jederzeit verwerten zu 
können, da ihn ein bewundernswertes Gedächtnis nie im Stiche 
ließ. Wer mit ihm dienstlich zu tun hatte, durfte das immer wieder 
erfahren. Daß er im übrigen von ausgeprägter Eigenwilligkeit war, 
die nur sehr selten zum Kompromiß geneigt macht, ließ ihn zwar 
streng erscheinen, doch stand hinter dieser Strenge eine große Liebe 
i6 
zu Schlesien und ein warmes Herz für Schlesiens Kunst. Als  
charakterliche Ganzheit gehörte er einer vergangenen Zeit an, einer Zeit, 
die aus dem Vollen und Reichen einer bürgerlichen Kultur ihr Bestes 
schöpfte: Die Verantwortung vor dem ererbten Gut der Väter. 
Dieses Lebensbild Ludwig Burgemeisters galt der Erinnerung 
in einem Augenblick, da sich das Neue machtvoll Bahn bricht. In 
diesem Sinne mag gerade vom Standpunkt des Denkmalpflegers 
einem organischen Aufbau im volkseigenen und bodenständigen 
Sinne das Wort geredet werden, um die Bedeutung einer stetigen 
Weiterarbeit auf dem Gebiete der Denkmalpflege zu betonen. 
Wenn am Ausgang des Jahres 1929 im Bericht des Provinzial- 
konservators gesagt werden konnte, daß trotz der wirtschaftlichen 
Schwierigkeiten die große Zahl der in Vorbereitung befindlichen 
Wiederherstellungsarbeiten einen erfreulichen Ausblick für die 
kommenden Jahre eröffnet, so bestätigt das die im II. Teil gegebene 
Übersicht über die wichtigeren Vorgänge auf dem Gebiete der  
Denkmalpflege in den Jahren 1930 und 1931. 
In rund 150 Fällen ist eine aktive Betätigung des Konservators 
erfolgt, häufig jedoch ohne sofortige Erfolge, noch häufiger in  
Vorbereitung auf lange Sicht. Gerade in dieser Verteilung der  
Instandsetzungsarbeiten über mehrere Jahre bei sinngemäßer Zergliederung 
in einzelne Bauabschnitte liegt eine notwendige Anpassung an die 
veränderte Wirtschaftslage und an die mit ihr in Verbindung stehende 
Schwierigkeit der Beschaffung von Beihilfen. Konnte noch im 
Jahre 1929 davon gesprochen werden, daß bei der steigenden  
Leistungsunfähigkeit der Denkmalunterhaltungspflichtigen die  
Beihilfgesuche immer dringlicher wurden und daß die Provinzialverwaltung 
dieser Sachlage durch Erhöhung des für die Denkmalpflege im 
Haushaltsplan eingesetzten Geldbetrages Rechnung trug, so  
versuchte zwar die Provinzialverwaltung in den beiden Berichtsjahren 
i93o'3i diese Opferbereitschaft aufrecht zu erhalten, sie sah sich 
jedoch am Ende des Jahres 1931 durch ihre eigene bedrängte 
Finanzlage gezwungen, 20 Prozent der in den beiden Jahren bereits 
bewilligten Zuschußsummen für bereits erfolgte Instandsetzungen 
einzubehalten. Man muß daher auch mit dem Abschluß des Jahres 
1931 von einer Krise der Denkmalpflege in Schlesien sprechen. 
17 
Es sei an dieser Stelle auf die große Gefahr hingewiesen, die 
hieraus für den Bestand des schlesischen Denkmalbesitzes erwächst. 
Gerade in einem Grenzlande, dessen deutsche Kultur am  
sinnfälligsten in seinen Kunstdenkmälern zum Ausdruck kommt, würde deren 
zunehmender Verfall ein Aufgeben des nationalen Besitzes  
bedeuten, dessen Folgeerscheinungen gar nicht abzusehen sind.  
Zudem handelt es sich hier nicht nur um ein Beweismaterial gegenüber 
kulturellen Ansprüchen der Schlesien benachbarten Länder, sondern 
zugleich in der Hauptsache um Bauten, die dem Leben dienen, die 
als Kirchen mit dem religiösen Empfinden des Volkes verbunden 
sind und deren Verfall mangelndem Verantwortungsgefühl zur Last 
gelegt würde. Aus diesem Grunde muß vor allem auch in  
Zusammenarbeit mit dem preußischen Staat versucht werden, diesen 
Krisenzustand so rasch wie möglich zu überbrücken, während von 
Seiten der amtlichen Denkmalpflege der bereits eingeschlagene Weg, 
Unterstützungen auch der reinen Bauerhaltung statt den über das 
Normale hinausgehende Aufwendungen für künstlerische Zwecke 
zuzuwenden, als eine Art Selbstschutzmaßnahme weiter gegangen 
werden muß. 
Damit entsteht allerdings eine Gefahr, daß nämlich die  
Restauratoren und Kunsthandwerker, deren Einsatz für künstlerische 
Denkmalpflegearbeiten immer mehr abnimmt, in wirtschaftlicht 
Not und Arbeitslosigkeit geraten, nicht mehr konkurrenzfähig 
bleiben und damit auch der Nachwuchs gefährdet wird. Außerdem 
ergibt sich naturgemäß auch ernste Besorgnis um das Schicksal der 
Provinzial-Restaurierungswerkstätte, die wiederum in vielen Fällen 
erfolgreich tätig war. Konnte bisher in steigendem Maße ihre  
Inanspruchnahme verzeichnet werden, die zudem vom rein  
erzieherischen Standpunkt aus betrachtet das konservatorische Qualitätsprinzip 
fördert, so wirkt sich um so mehr auch hier die Krise der  
Denkmalpflege durch Auftrags- und Arbeitsverminderung aus. Es besteht 
demnach auch eine ethische und soziale Verpflichtung, so rasch wie 
möglich diesem Gefahrenmoment zu begegnen. 
Immerhin kann es für den vorliegenden Bericht als günstig  
angesprochen werden, daß sich die allgemeine Verschlechterung der 
Wirtschaftslage erst in den letztenMonaten auf denkmalpflegerischem 
Gebiete auszuwirken begann. Nur daraus erklärt sich, daß noch 
eine große Anzahl von Instandsetzungen zu Ende geführt werden 
konnte. Von besonderer Wichtigkeit sind die im Rahmen eines 
2 
i8 
mehrjährigen Bauprogramms durchgeführten Arbeiten an der 
Klosterkirche in Leubus, die einmal der weiteren Sicherung 
des Außenbaues galten, vor allem der Sanierung der Dächer und 
der Abwässerung, zum anderen der Restaurierung der Willmann- 
schen Apostelmartyrien. Schon seit Jahren vorbereitet, konnte 
ferner der Wiederaufbau des einen seinerzeit abgebrannten  
Turmhelmes der Marienkirche in Grüssau erfolgen, wobei der Ersatz 
des Holzgerüstes durch einen Betonkern vom denkmalpflegerischen 
Sicherheitsstandpunkt hervorzuheben ist. Die Wiederherstellung 
und Abfärbung der Fassade der Wallfahrtskirche in  
Albendorf bildete den Abschluß mehrjähriger Sicherungs- und  
Restaurierungsarbeiten an einem weiteren bedeutenden Bauwerk der schle- 
sischen Barockzeit. Unter den kirchlichen Bauwerken der  
Renaissance war die Instandsetzung der Sgraffken der Pfarrkirche in 
Groß Gohlau eine technisch und künstlerisch beachtenswerte 
Aufgabe, desgl. die Restaurierung der Burgkapelle in  
Münsterberg. Die reizend gelegene katholische Pfarrkirche in Welkers- 
dorf konnte als Gesamterscheinung mit besonderer Sorgfalt  
wiederhergestellt werden, wobei es darauf ankam, den ursprünglichen 
Eindruck des durch seine Ausmalung wirkenden Innenraumes in 
einem mehr musealen Sinne zu rekonstruieren. Auch die Trini- 
tatiskirche in Bernstadt erfuhr eine gründliche Überholung des 
Außen- und Innenbaues. Diese in mancher Hinsicht dem  
Übergang von Gotik zur Renaissance angehörende Kirche fand eine denk- 
malpflegerisch ähnlich gelagerte Aufgabe an der der zweiten Hälfte 
des 16.Jahrhunderts angehörenden ev. Pfarrkirche von  
Frankenstein, die ebenfalls eine Gesamterneuerung erfuhr. Bei den  
gotischen Baudenkmälern standen die Dach- und Facharbeiten an erster 
Stelle. Allein schon diese Arbeiten erforderten außergewöhnliche 
Mittel, so vor allem in Breslau die Dachinstandsetzungen des 
nördl. Hauptdaches von St. Elisabeth und die der  
Gesamtdachfläche der Katharinenkirche. Ebenfalls waren von besonderer 
Wichtigkeit die statischen Sicherungsarbeiten an der prachtvollen 
ev. Nikolaikirche in Brieg, während an der kath.  
Pfarrkirche in Gl atz die baulichen Arbeiten sehr wesentliche Fragen 
der künstlerischen Stellungnahme zur Wiederherstellung der reich 
gegliederten und ornamentierten gotischen Nordvorhalle berührten. 
Das Ergebnis zeigt, daß bei allzu weit vorgeschrittener Verwitterung 
des Steines auf eine kopierende Erneuerung der dekorativen Schmuck- 
19 
teile nicht verzichtet werden kann. Daß wiederum die  
bodenständigen und volkskundlich für Schlesien besonders wichtigen  
Holzkirchen liebevoll betreut wurden, erweisen neben zahlreichen  
kleineren Instandsetzungen die außerordentlich geglückten  
Wiederherstellungsmaßnahmen an der kath. Kirche in Reimswaldau, 
indem hier eine sehr geschickte technisch konstruktive Arbeit die 
Grundlage für die künstlerische Erneuerung des Innenraumes 
bildete. 
Auf dem Gebiet des schlesischen Profanbaues ist naturgemäß 
die Erfüllung des denkmalpflegerisch Notwendigsten bedeutend 
schwieriger gelagert. Das Schicksal der dem Lande eine  
charakteristische Note verleihenden großartigen Schloßanlagen der Barock- 
und Renaissancezeit ist bei der finanziellen Lage der schlesischen 
Agrarwirtschaft vorerst gar nicht abzusehen. Mit Rücksicht auf den 
privaten Charakter dieser Bauwerke kann leider seitens der  
amtlichen Denkmalpflege hier wenig getan werden, um so mehr galt es, 
sich derjenigen Gebäude anzunehmen, die sich im Besitz der  
öffentlichen Hand befinden. Der Umstand, daß das Piastenschloß in 
Brieg seinem neuen Zweck als Heimatmuseum zugeführt werden 
konnte, rechtfertigte die Vollendung der sorgfältigen Instandsetzung 
der schönen Innenräume. Bei dem ehemaligen Waidhaus in 
Görlitz konnte durch eine nach alten Zeichnungen  
rekonstruierbare Neugestaltung des Treppengiebels der ursprüngliche  
Renaissancecharakter gewahrt bleiben, und an dem schlichten Rathaus 
in Wünschelburg war die Möglichkeit gegeben, den traditionellen 
Bestand mit den Forderungen der Gegenwart in Einklang zu bringen 
Als bewußt konservatorische Aufgabe, deren Durchführung 
ebenso viel Ehrfurcht vor dem Befund wie künstlerisches  
Taktgefühl bei der Restaurierung verlangte, löste die Provinzialrestau- 
rierungswerkstätte neben zahlreichen Konservierungen an  
mittelalterlichen Ausstattungsstücken die Wiederherstellung der 18  
Barockplastiken aus der Klosterkirche in Kamenz, deren  
Imprägnierung und Neufassung dringend wünschenswert war, so wie 
die der Apostelmartyrien Willmanns in Leubus und der 
fünf großen Willmannschen Gemälde der Pfarrkirche in 
Heinrichau. Hier war der Verfallzustand so weit vorgeschritten, 
daß man das Ergebnis als überraschend bezeichnen muß. 
Mit Rücksicht auf die durch den Tod von Dr. Güttel erfolgte 
Unterbrechung der Inventarisationsarbeit war es in den abgelaufenen 
3* 
20 
Berichtsjahren nicht möglich, die 2. Lieferung des Verzeichnisses der 
Kunstdenkmäler der Stadt Breslau druckfertig zu machen.  
Außerdem bedurfte es weiterer Verhandlungen, um die für die  
Drucklegung selbst erforderlichen Mittel bereitzustellen. Immerhin 
konnte in den letzten Wochen des Jahres 1931 das Manuskript  
abgeschlossen und mit dem Satz begonnen werden, doch war es dem 
Herausgeber nicht vergönnt, die Vollendung dieses Buches zu  
erleben. Auf Grund seiner Vorarbeiten auf wissenschaftlichem und 
finanziellem Gebiete ist dieses Werk eines der wichtigsten  
Vermächtnisse Dr. Burgemeisters, das zu einem glücklichen Abschluß 
zu bringen er seinen Nachfolger in die Lage versetzt hat. 
IL 
21 
Übersicht über die wichtigen Vorgänge 
auf dem Gebiete der Denkmalspflege 
Regierungsbezirk Breslau 
Albendorf, Kreis Neurode 
Katholische Wallfahrtskirche. 1930 31. (Verzeichnis der  
Kunstdenkmäler Schlesiens1) II 37, Veröffentlichung Niederschlesien'-) III 9.) Die  
Erneuerungsarbeiten wurden an der Fassade fortgesetzt. Die Provinzial-Kommission 
gewährte eine Beihilfe von 2000 RM in 2 Raten. Hiervon wurden 1930 1000 RM 
ausgezahlt, der Rest mußte infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse 1931  
gestrichen werden. 
Bankau, Kreis Brieg 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 304/5, Veröffentlichung Schlesien3) 
IX 13.) Gelegentlich der Putzerneuerung im Innern der Kirche sind Spuren 
mittelalterlicher Wandmalereien gefunden worden, die jedoch bei ihrer starken 
Zerstörung nicht konserviert werden konnten und daher vorerst zugestrichen 
wurden. 
Bärsdorf, Kreis Waidenburg 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 233 34.) Anläßlich einer örtlichen 
Besichtigung wurde der Verfallszustand der Kirche festgestellt, doch mußte eine 
künstlerische Erneuerung des Inneren aus Mangel an Mitteln vorläufig  
zurückgestellt werden. Dagegen sind nach den gegebenen Richtlinien die Fenster  
instandgesetzt, ferner ist ein Graben zur Entwässerung und Entfeuchtung angelegt 
worden. Hinsichtlich der Kirchhofsmauer wurden Ratschläge erteilt. 
Beckern, Kreis Striegau 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 263, Veröff. VIII 13.; Die Erhaltung 
der gesprungenen kleinen Glocke und deren Wiederherstellung durch Schweißung 
wurde vom Standpunkt der Denkmalpflege gefordert. Die Genehmigung zu dem 
beabsichtigten Umguß wurde versagt. 
Belmsdorf, Kreis Namslau 
Schrotholzkirche. 1930. (Verz. II 497, Veröff. VII 18.) Inschriftlich 1592 
errichtet. Zur Beseitigung von Schäden durch Eindringen von Regenwasser 
) Im folgenden als „Verz." abgekürzt 
") Im folgenden als „Vff." abgekürzt 
) Im folgenden als „Veröff." abgekürzt 
22 
Regierungsbezirk Breslau 
zwischen Turm und Kirchendach und zur Anbringung einer Schutzvorrichtung 
wurde Rat erteilt. 
Bernstadt, Kreis Oels 
Evangelische Trinitatiskirche. 1930 31. (Verz. II 530, Veröff. II 6, 
VIII I3j Vff. III 10.) Die Arbeiten wurden im Sinne der 1929 eingeleiteten  
Verhandlungen durchgeführt und eine Gesamtinstandsetzung nach den  
Gesichtspunkten der Denkmalpflege bewirkt. Die Provinzial-Kommission bewilligte 
hierzu eine Beihilfe von 2000 RM, die in 2 Raten ausgezahlt wurde. 
Stadtmauer. Für eine allgemeine Instandsetzung wurde eine Beihilfe von 
300 RM von der Provinzial-Kommission gewährt, aber bisher nicht ausgezahlt. 
Ein Durchbruch Junkernstraße 47 wurde genehmigt, wobei Leibungen und 
Überwölbung aus dem gewonnenen Material herzustellen waren. 
Bliimenau, Kreis Waidenburg 
„Schneider"-Haus. 1930. Das wirkungsvolle, stark verfallene Holzportal 
wurde unter Leitung von Baumeister Heubner, Waidenburg, wiederhergestellt. 
Die Kosten von 60 RM wurden von der Provinzial-Kommission übernommen. 
Bogschütz, Kreis Oels 
Evangelische Kirche. Nachdem anläßlich der Instandsetzung des Daches 
die Wiederverwendung von Schindeln gefordert worden war, wurde zu den 
Kosten von der Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 450 RM bewilligt und 
gezahlt. 
Breslau 
Kirchliche Bauten 
Barmherzige Brüderkirche. 1930. (Verz. I 86, Veröff. VII 19.) Der 
Innenraum ist neu getönt worden. 
Bernhardin-Kirche. (Verz. I 71, 251, Veröff. II 9, III 13, IV 12, Vff. 
II 21, III 10.) Durch die Prpv.-Restaurierungswerkstatt des Schlesischen  
Museums der bildenden Künste in Breslau wurden 2 Altarflügel mit folgenden  
Darstellungen: Abendmahl, Geißelung, Gefangennahme und Ecce homo,  
Verkündigung, Geburt, ferner eine Christusfigur (Schmerzensmann) konserviert und 
wiederhergestellt. 
Christophorikirche. 1930/31. (Verz. I 69/70, Veröff. I 17). Für die  
Putzerneuerung an den Außenflächen und die Neudeckung fanden eingehende  
Verhandlungen und Besichtigungen statt. Zur Ausführung der Arbeiten wurden von 
der Provinzial-Kommission 1000 RM bewilligt, von denen infolge Einsparungen 
nur die 1. Rate von 500 RM ausgezahlt wurde. Für die Instandsetzung des  
Orgelprospekts im Sinne der Denkmalpflege wurde außerdem eine Beihilfe von 500 RM 
gezahlt. 
Dom. 1930. (K1) I, 1 S.57; Veröff. I 16, V 13, VI 14, VII 13, VIII 13, IX 14, 
X 16, XI 20 und 62, Vff. I 12, II 21, III 11.) Die Sperrung der Domstraße für 
*) Die Kunstdenkmäler der Provinz Niederschlesien im folgenden als „K" abgekürzt. 
Regierungsbezirk Breslau 
23 
den Lastverkehr ist auf Antrag durch den Polizeipräsidenten angeordnet worden. 
Diese Maßnahme ist im Hinblick auf die Erhaltung der angrenzenden Bauwerke 
notwendig gewesen. 
Elisabethkirche. 1931. (Verz. I 59—63 m Veröff. VI 15, VII 20, VIII 14, 
IX 15, XI 20 und 61, Vff. I 13, III 11.) Wegen der dringend notwendigen  
Dachinstandsetzung fanden Verhandlungen statt. Vom Standpunkt der  
Denkmalpflege wurde die Wiederherstellung des Schachbrettmusters durch Verwendung 
von rot und grün glasierten Steinen, wie sie aus dem Weihnerschen Stadtplan 
deutlich ersichtlich ist, auf der Südseite des Kirchendaches gefordert. Die Pro- 
vinzial-Kommission gewährte eine Beihilfe von 3000 RM in 3 Raten, von denen 
jedoch nur die erste mit 1000 RM 1931 zur Auszahlung kam. Die Arbeiten an 
der Südseite wurden jedoch zurückgestellt und es wurde mit der Instandsetzung 
der Nordseite des Hauptdaches begonnen. 
Ferner wurden durch die Prov.-Restaurierungswerkstatt des Schles.  
Museums der bildenden Künste in Breslau folgende Stücke der Innenausstattung 
konserviert und wiederhergestellt: Das Epithaphienbild des Lucas Eisenreich, 
das Epithaph Scheuer (t 1536) und eine Himmelfahrt. 
Katharinenkirche. 1930. (Verz. I 47, Veröff. VI 16, VII 20, Vff. III 12.) 
Im Anschluß an die bereits ausgeführten Instandsetzungsarbeiten wurde an die 
dringend notwendige Instandsetzung des Daches herangegangen. Die Provinzial- 
Kommission gewährte eine Beihilfe von 2000 RM in 2 Raten 1931 32, die 
jedoch nicht zur Auszahlung gekommen ist. 
Korpus-Christikirche. 1931. (Verz. I 66, Veröff. VII 19, IX 14, X 16, 
Vff. I 13, II 21, III 12.) Für die Wiederherstellung der Orgel wurden Ratschläge 
erteilt, insbesondere die Beibehaltung des Rückpositivs gefordert. Für die  
Einrichtung eines Kommunikantensaales über der Sakristei und den dazu gehörigen 
Bau eines Treppenhauses wurde ein Gutachten abgegeben. 
Kreuzkirche, Nepomukdenkmal. 1931. (Verz. I 128, Vff. III 12.) 
Zu der ausgeführten Instandsetzung wurde eine provinzielle Beihilfe von 1000 RM 
ausgezahlt. 
Lazarushospitalkirche. 1930. (Verz. I 85} Vff. II 22, III 14.) Eine  
Verunstaltung des Inneren durch Neuanstrich konnte leider nicht verhindert werden. 
Öffentliche Bauwerke 
Rathaus. 1930. (Verz. I 92, Veröff. V 14, VI 17, VII 24, VIII 16, Vff. III 13.) 
iJie Genehmigung zur Anbringung eines Schaukastens an der Südost-Ecke 
wurde im Hinblick auf die künstlerische Bedeutung des Gebäudes versagt. 
Universität. 1930 31. (Verz. I 117, Veröff. IV 15, V 14, VI 17, VIII 16, 
!X I7> X 18, XI 62, Vff. I 16, II 25, III 15.) Gegen die Änderung des Zugangs 
zum Hörsaalgebäude und die Anbringung einer Treppe vom II. zum III.  
Geschoß wurden Bedenken nicht erhoben. 
Studentenkonvikt „Johanneum", Sternstraße 38. 1930. Für die  
Instandsetzung eines Altarbildes „Anbetung des Kindes" in der Kapelle wurde eine  
Beihilfe von 100 RM gezahlt. 
24 
Regierungsbezirk Breslau 
Bürgerliche Bauwerke 
Ring 6. 1931. (Verz. I 157, Veröff. IV 16.) Wegen Instandsetzung der 
Fassade wurde verhandelt. Eine Beihilfe konnte nicht in Aussicht gestellt werden. 
Sandstraße 1 „Alte Münze". 1931. (Verz. I 134.) Gelegentlich des  
Umbaues wurde die Gedenktafel für Friedrich v. Gentz am Seitenflügel im Hofe 
in angemessener Form angebracht. 
Sandstraße 10. „Schlesisches Baugewerbehaus". 1931. Die Instandsetzung 
der Fassade wurde nach den Gesichtspunkten der Denkmalpflege ausgeführt. 
Dagegen konnte die Anbringung von Reklameschildern nicht verhindert werden. 
Breslau-Deutsch Lissa 
Nepomukdenkmal. 1930. Die Verhandlungen über die Instandsetzung 
des wertvollen Denkmals sind vorerst zum Stillstand gekommen, weil die Unter- 
haltungspflicht nicht feststeht und die Mittel fehlen. Über die Art der  
Ausführung wurde Rat erteilt. 
Brieg 
Evangelische Pfarrkirche zu St. Nikolai. 1930 31. (Verz. II 306, 
Veröff. VI 20, VIII 18, IX 18, Vff. I 18, II 26, III 19.) Im Hinblick auf die  
ungünstigen statischen Verhältnisse wurde zu den Sicherungsmaßnahmen Stellung 
genommen. Zur Aufbringung der Kosten wurde eine Beihilfe von 1000 RM von 
der Provinzial-Kommission bewilligt und gezahlt. 
Katholische Stadtpfarrkirche. 1930 31. (Verz. II 323, Veröff. VI 21, 
Vff. III 19.) Für die Instandsetzung der Gewölbeflächen wurde eine provinzielle 
Beihilfe von 2000 RM in 2 Raten gezahlt. 
Landwehrzeughaus, ehemalige Minoritenkirche. 1930. (Verz. II 322, 
Vff. II 28, III 19.) Gegen die Benutzung als Feuerwehrgerätehaus und die damit 
verbundenen Umänderungen werden Bedenken nicht geltend gemacht, da diese 
mit dem Gesamtcharakter des Baues nicht in Widerspruch treten, vielmehr 
störende Einbauten beseitigen und die Raumwirkung des Hauptschiffes  
begünstigen. 
Schloß. 1930 31. (Verz. II 324, Veröff. VI 20, VIII 18, IX 18, X 20, Vff. 
I 18, II 26, III 19.) Für die Instandsetzung des Schlosses, welches das  
Heimatmuseum aufzunehmen bestimmt ist, insbesondere aber für die sachgemäße 
Wiederherstellung des Piastenstammbaumes und der Wappen wurde von der 
Provinzial-Kommibsion eine Beihilfe von 2000 RM gewährt. Die 1. Rate wurde 
ausgezahlt, während die restlichen 1000 RM infolge der wirtschaftlichen  
Verhältnisse nicht zur Anweisung kamen. 
Bürgerhaus Schloßplatz 2, Rokokohaus. 1930,31. Trotz Verhandlungen 
konnte der Abbruch nicht verhindert werden, die Lösung für den Neubau wurde 
begutachtet. 
Dieban, Kreis Steinau 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 636.) Der Eindeckung des  
Restteiles des Kirchendaches mit Ziegeln statt Schindeln wurde zugestimmt. 
Regierungsbezirk Breslau 
25 
>1» 
1. Brieg. Schloß (Heimatmuseum) 
Erlenbusch, Kreis Waidenburg 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 235, Vff. III 24.) Für die  
Wiederherstellung einer Glocke wurde eine Beihilfe von 150 RM von der Provinzial- 
Kommission gezahlt. Ein Taufstein, der in 2 Teilen, Becken und Schaft,  
außerhalb der Kirche aufbewahrt wurde, ist wieder in der Kirche aufgestellt worden. 
Frankenstein 
Evangelische Pfarrkirche. 1930. (Verz. II 112, Veröff. X 21, XI 23, 
Vff. II 28, III 24.) Für die ausgeführte Instandsetzung wurde von der Provinzial- 
Kommission noch eine Nachtragsbeihilfe von 2000 RM bewilligt, von denen jedoch 
nur die 1. Rate mit 1000 RM 1930 ausgezahlt werden konnte. 
St. Georgskapelle. 1931. (Verz. II 113.) Die Wiederherstellung der  
mittelalterlichen Wandmalereien im Presbyterium wurde durchgeführt. Ausnahms- 
26 
Regierungsbezirk Breslau 
1.\ 
■M 
** 
2. Frankenstein, ölberg 
weise wurden wegen der denkmalpflegerischen Wichtigkeit der Angelegenheit die 
gesamten Kosten in Höhe von 600 RM von der Provinzial-Kommission getragen. 
Stadtmauer. 1930. (Verz. II 116, Veröff. I 21, m I?, iV 19, VII 29, 
VIII 20.) Gegen die Niederlegung eines kleinen Teiles gelegentlich der  
Errichtung eines Neubaues wurden Bedenken nicht erhoben. 
Oelberg, auf dem städtischen Friedhof. 1931. Der Abbruch des Oelberges 
konnte nicht verhindert werden. Über die Verwendung des abgenommenen 
figürlichen Teils, Christus, Engel, Apostel und Inschriftentafeln, ist noch kein 
Beschluß gefaßt. 
Frauenhain, Kreis Ohlau 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 369.) Für die Neueindeckung des 
Kirchendaches über dem Presbyterium wurde auf Wiederverwendung von Mönch- 
Nonnen, anstatt Biberschwänzen, hingewirkt. 
Fr ei bürg, Kreis Schweidnitz 
Bei dem Erlaß eines Ortsstatuts gegen Verunstaltung wurde nach örtlicher 
Besichtigung und Besprechung beratend mitgewirkt. 
Friedrichsgrund, Kreis Habelschwerdt 
Fischereigrenzstein. 1930 31. Eine Wiederaufstellung konnte  
stattfinden, nachdem die Kosten von der Provinzial-Kommission in Höhe von 130 RM 
getragen wurden. Während die Säule nach dem Vorbild der nicht zu  
verwendenden Teile neu angefertigt werden mußte, blieb der Kopf mit der Jahreszahl 
und der Inschrift unverändert. 
Gäbersdorf, Kreis Striegau 
Gruft der Familie von Pannwitz. 1930/31. Nach Verhandlungen über 
die Art der Instandsetzung wurde zu den Kosten eine Beihilfe von 1000 RM 
von der Provinzial-Kommission 1931 gezahlt. 
Regierungsbezirk Breslau 
27 
Glatz 
Katholische Pfarrkirche. 1931. (Verz. II 13, Veröff. VII 30, Vff. I 19, 
II 30, III 29.) Zu den weiteren Wiederherstellungsarbeiten am Vorbau an der 
Nordseite mit Treppentürmchen wurde nach besonderer örtlicher Besichtigung 
eingehend Stellung genommen. 
Der Verkauf einer Jakobusfigur an das Museum der bildenden Künste ist 
bis auf die ministerielle Genehmigung abgeschlossen. 
Evangelische Garnisonkirche. (Verz. II 20.) Für die Neuausmalung 
wurde von der Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 500 RM 1931 gezahlt. 
Mariensäule. (Verz. II 22, Vff. III 31.) Die restlichen 2 Raten auf die 
Gesamtbewilligung von 3000 RM wurden ausgezahlt. 
Katholisches Gymnasium. Das von Willmann gemalte Porträt des Abtes 
Bernhard Rosa wurde durch die Provinzial-Restaurierungswerkstatt des Schles. 
Museums der bildenden Künste in Breslau wiederhergestellt. 
Glätzisch-Falkenberg, Kreis Neurode 
Katholische Kirche. 1930. Die Instandsetzung einer Pietä konnte, da ein 
dringendes Bedürfnis nicht vorlag, aus Mangel an Mitteln auf spätere Zeit  
verschoben werden. 
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3. Glatz. Nordvorhalle 
vor der Instandsetzung 
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Regierungsbezirk Breslau 
Gräditz, Kreis Schweidnitz 
Katholische Kirche. 1930. (Verz.II 179.) Gegen die Einschmelzung einer 
Glocke wurde Einspruch nicht erhoben. 
Groß Gohlau, Kreis Neumarkt 
Katholische Kirche. (Verz. II 468, Veröff. VI 23.) In Fortsetzung der 
Instandsetzungsarbeiten wurde zur Wiederherstellung des Sgraffitos am Turm 
eine weitere Beihilfe von 1500 RM in 2 Raten 1931 32 von der Provinzial-Kom- 
mission bewilligt, doch konnten infolge der eingetretenen wirtschaftlichen  
Verhältnisse beide Raten nicht zur Auszahlung kommen. 
Groß Mohnau, Kreis Schweidnitz 
Katholische Kirche. (Verz. II 182.) Für die sachgemäße Instandsetzung 
einer Christusfigur durch den inzwischen verstorbenen Staffierer Jablonski wurde 
1931 von der Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 250 RM gezahlt. 
Groß Schönwald, Kreis Groß-Wartenberg 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 564.) Die Erhaltung der  
Schrotholzkirche ist zu wünschen; der Kostenanschlag wurde begutachtet. 
Groß Wartenberg 
Rathaus. 1931. (Verz. II 568.) Für die Instandsetzung des Balkons an der 
Westseite konnten die Mittel nicht aufgebracht werden, so daß der Abbruch 
erfolgen mußte. 
Groß Weigelsdorf, Kreis Oels 
Evangelische Kirche. 1930. (Verz. II 559.) Für eine sachgemäße  
Ausmalung wurde Rat erteilt. 
H abelschwer dt 
Bürgerhaus Ring 17. 1930. Die Anbringung eines Reklameschildes auf 
Putz wurde unter besonderen Bedingungen genehmigt. 
Heidau, Kreis Ohlau 
Evangelische Kirche. (Verz. II 370, Vff. III 31.) Die Instandsetzung 
wurde durchgeführt und durch die Prov.-Restaurierungswerkstatt des Schles. 
Museums der bildenden Künste in Breslau der ehemalige Barockaltar und das 
dazugehörige Altarbild restauriert. 
Heinrichau, Kreis Münsterberg 
Katholische Pfarrkirche. 1930 31. (Verz. II 80, Veröff. VII 32, VIII 21, 
IX 22, XI 25 und 65, Vff. I 20, II 31, III 32.) Wegen der weiter vorzunehmenden 
Instandsetzungsarbeiten, Außenputz, Kanzel, Abtstuhl, fanden mehrfach  
Besichtigungen statt und wurden Gutachten abgegeben. 
Als wichtigste Arbeit ist die im August 1931 durchgeführte  
Instandsetzung der 5 großen Willmannbilder im südlichen Seitenschiff 
zu nennen, und zwar handelt es sich um fünf Halbrundbilder in dem 
Regierungsbezirk Breslau 
29 
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4. Glatz. Nordvorhalle nach der Instandsetzung 
Phot. Goebel. Glatz 
umfangreichen Format von durchschnittlich 5x4m mit den  
Darstellungen 1. Anbetung der hl. drei Könige (sign, und dat. 1678), 
2. Heilung von Kranken und Gichtbrüchigen, 3. Abb. Maria  
Magdalena salbt Christi Füße (sign, und dat. 1701), 4. Verurteilung 
Christi durch Pontius Pilatus, 5. Kreuzigung Christi. Der  
Erhaltungszustand war so schlecht, daß die Restaurierung eine Rettung 
in letzter Stunde bedeutete. Die stellenweise durchlöcherten  
Darstellungen wurden nicht nur durch mehrfache Schmutzschichten 
unkenntlich gemacht, auch die Keilrahmen waren morsch und 
brüchig und die prachtvollen Schnitzrahmen vom Wurmfraß arg 
mitgenommen. Die Wiederherstellung erfolgte durch die Pro- 
vinzialrestaurierungsanstalt unter Leitung von Herrn Kustos Münch 
in der Kirche selbst. Die Bilder wurden auf neue Leinwand gezogen 
und mit neuen Keilrahmen versehen, die Ergänzung der  
Schnitzrahmen besorgte die Breslauer Firma Liebig. Besondere  
Schwierigkeiten bot die Abnahme der Schmutz- und Firnisschichten, da die 
Bilder bei einer früheren Instandsetzung z. T. mit Ölfirnissen behan- 
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Regierungsbezirk Breslau 
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5. Groß-Gohlau. Kath. Kirche 
Vor der Instandsetzung 
delt waren. Das Ergebnis ist, daß diese wichtigen Zeugen schlesischer 
Barockmalerei nun wieder ganz zu altem Glanz erstanden sind 
(vgl. die Abb.). Von der kunstgeschichtlichen und ikonographischen 
Bedeutung der Bilder, die im Werke Michael Willmanns eine  
wichtige Rolle spielen, wird das Buch von Ernst Kloss über den Meister 
handeln, das mit umfangreichem Text und über 120 Bildtafeln  
demnächst in der Ostdeutschen Verlagsanstalt-Breslau erscheinen wird. 
Andreaskapelle. 1931. Die provinzielle Beihilfe von 2000 RM wurde  
ausgezahlt, nachdem die Arbeiten, Fenster, Fußbodenbelag usw. nach den hier 
gegebenen Anweisungen ausgeführt worden sind. 
Hühnern, Kreis Trebnitz 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 569, Veröff. VI 25, VIII 22.) Für 
die Fachwerkinstandsetzung wurde von der Provinzial-Kommission eine Beihilfe 
von 1000 RM gezahlt. 
Jäschgüttel, Kreis Breslau 
Votivsäule. 1931. Die Säule wurde unter Aufsicht des Pfarramtes wieder 
aufgestellt und teilweise ausgebessert. Für eine gründliche Instandsetzung sind 
z. Z. Mittel nicht aufzubringen. 
Regierungsbezirk Breslau 
31 
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6. Groß-Gohlau. Kath. Kirche 
Nach der Instandsetzung 
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Kamenz, Kreis Frankenstein 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 119, Veröff. IV 19, V 17, VI 21, 
Vff. I 18, 11 28.) Es wurde empfohlen, die wertvollen Barockplastiken durch die 
Werksatt des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau  
restaurieren zu lassen. Die Instandsetzung wurde 1931 ausgeführt, und zwar bezog sie 
sich auf 14 Nothelferfiguren, ferner die Heiligen Nepomuk, Joseph, Anna,  
Joachim und eine Schmerzhafte Muttergottes. Hierzu kamen 18 Baldachine und 
16 Sockel. 
Kattern, Kreis Breslau 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 438, Veröff. VII 35, IX 22, Vff. 
111 340 Im Anschluß an die Wiederherstellung des Inneren wurden die  
Außenwandflächen der Kirche und des Turmes instandgesetzt. Der früher aufgesetzte 
Putz, der in allen Teilen sehr schadhaft war, wurde vollständig abgeschlagen 
und die Kirche in ihrem ursprünglichen Zustand als Rohbau wiederhergestellt. 
Dem Kostenanschlag hierfür wurde zugestimmt. 
Kaubitz, Kreis Frankenstein 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 123, Veröff. IX 23, X 24.) Auf 
Grund einer örtlichen Besichtigung wurde festgestellt, daß eine zwingende  
Notwendigkeit zur Instandsetzung des wertvollen Johannesaltars nicht vorliegt. Aus 
Mangel an Mitteln wurde daher die Wiederherstellung zurückgestellt. 
32 
Regierungsbezirk Breslau 
Kraschen, Kreis Guhrau 
Katholische Kirche. 1930 31. (Verz. II 664.) Wegen der  
Wiederherstellung des eingestürzten Turmes fanden mehrfach Besichtigungen statt. 
Die hierzu eingesandten Entwürfe wurden begutachtet. Für die Neudeckung 
des Kirchendaches wurde von dem bisherigen Mönch-Nonnendach abgegangen, 
dafür aber statt des beabsichtigten Kronendaches zur Entlastung des Mauerwerks 
ein Doppeldach in Vorschlag gebracht. 
Kunersdorf, Kreis Oels 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 539.) Gegen die Erneuerung des 
Außenputzes wurden Bedenken nicht erhoben. 
Kloster Leubus, Kreis Wohlau 
Katholische Kirche. (Verz. II 603, Veröff. VI 27, XI 26, Vff. II 33, 
III 36.) Die Instandsetzungsarbeiten wurden nach den von Regierungsbaurat 
Dr. Ing. Dr. jur. Maul aufgestellten Plänen fortgesetzt. 
Hierbei handelte es sich im Jahre 1930, dem Willmanngeburts- 
tagsjahre, vor allem um die Restaurierungsarbeiten an seinen großen 
Leubuser Martyrienbildern. Unter erheblichen Erschwernissen 
wurden sie von den Wänden heruntergenommen, nach Breslau 
verladen und hier von dem Kustos Münch in ausgezeichneter 
Weise wiederhergestellt. Keines der Bilder hat bei allen diesen 
Arbeiten Schaden genommen. Seit der Restauration befinden sich 
die Bilder in einem Holzverschlag hinter dem Altar, um sie vor  
Beschädigungen zu schützen. Sie werden im Jahre 1933 nach der 
Innenrestauration der Kirche wieder aufgehängt werden. Hand in 
Hand mit diesen Arbeiten wurden diejenigen in Dach und Fach 
gefördert. So wurden die Dachumdeckungsarbeiten am  
Hauptschiff weiter fortgeführt und beendet. Zwischen den Haupttürmen 
lag seit dem Bau der Kirche ein tiefer Dacheinschnitt (10 m hoher 
Wassersack). Er hat dem Bau viel Schaden verursacht. Seine  
Beseitigung unter Kupferdeckung war eine weitere wichtige  
Dacharbeit. Neben diesen Arbeiten stand die Fortsetzung der Erneuerung 
der großen gotischen Maßwerkfenster der Kirche. Es konnten 
weitere drei an der Schafbrücke herausgenommen und a fundo 
erneuert werden. Ferner wurden an kleineren Arbeiten ausgeführt: 
Der Abputz der sogenannten Schafbrückenfront des Gotteshauses, 
die Erneuerung einiger sehr wertvoller reichgeschnitzter Rahmen 
Willmannscher Bilder (Christus am Kreuz, Johannes und Maria). 
Im Jahre 1931 wurde mit der Erneuerung der gotischen  
Maßwerkfenster fortgefahren. Das große Vierungsfenster an der Nord- 
Regierungsbezirk Breslau 
33 
7. Heinrichau. Teilstück eines Gemäldes von Willmann 
(Maria-Magdalena salbt Christi Füßel Vor der Instandsetzung 
Seite über der Lorettokapelle erhielt dabei an Stelle der bisherigen 
Eisenkonstruktion gleichfalls eine Sandsteinmaßwerkfassung. Ferner 
wurden die Lorettokapelle wie das Nordostseitenschiffdach mit Kupfer 
neu eingedeckt, da sich die vorhandene Flachwerkhaut mit  
Biberschwänzen als ganz unzureichend und unwirtschaftlich erwiesen 
hatte. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten wurden der Abputz 
auf der Nordfront der Kirche durchgeführt und die Fialen des 
Vierungsgiebels ebenda teils ausgebessert, teils ganz erneuert. 
Daneben standen eine Reihe kleinerer Arbeiten, nämlich die 
grundlegende Restaurierung der Legendenbilder des Malers Kühn 
und Altartafeln Willmanns in den Apsiden (Verzückung des  
Franziskus und Tod des Bernhardus). Die Tafeln wurden an Ort und 
Stelle von dem Maler Münch in ausgezeichneter Weise restauriert. 
Die Instandsetzung wertvoller Rahmenwerke (Bilderrahmen) wurde 
im Ausmaß der vorhandenen Mittel weitergeführt. 
Klostergebäude. Im Speisesaal des Abtes im Prälaturflügel wurde ein 
gut erhaltenes Deckengemälde aufgefunden. Da es durch eine Zwischendecke 
geschützt ist, wurde vorläufig nichts zur Instandsetzung unternommen. 
3 
34 
Regierungsbezirk Breslau 
Johannestor. (Verz. II 6, Vff. III 36.) Zu einer notwendigen  
Wiederherstellung wurde Stellung genommen. Eine erneuerte Holzfigur, die in einer 
Nische des Hospitals aufgestellt war, ist zum Schutze gegen Witterungseinflüsse 
im Innern der Kirche untergebracht worden. 
Städtel Leubus, Kreis Wohlau 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 618, Vff. I 26, II 33, III 36.) 
Zu dem Kostenanschlage für die geplanten Instandsetzungsarbeiten wurde 
Stellung genommen. Es erfolgte daraufhin die gründliche Restaurierung des 
reichgeschnitzten Barockaltars des „Bernhard erhält das Zingulum" durch den 
Bildhauer Kratzer. Außerdem wurden Fußböden und Treppen des Turmes 
wiederherg estellt. 
Eine besonders wichtige und zimmermannstechnisch bedeutsame Arbeit war 
ferner die Instandsetzung im Dachgespärr des Stuhles, zu der eine gänzliche 
Umdeckung der Dachhaut der Kirche, Anbringung einer bisher nicht  
vorhandenen Kupferberinnung einschließlich Abfallrohren und Überholung der  
vorhandenen Blitzschutzanlage hinzukamen. 
Lossen, Kreis Trebnitz 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 570.) Die Pläne zum Anbau einer 
Seitenkapelle wurden abgelehnt, da die Gestaltung den denkmalpflegerischen  
Anforderungen nicht entsprochen hätte. 
Löwen, Kreis Brieg 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 351, Veröff. V 26, VII 38, 
VIII 24.) Die für die Instandsetzung von Decke und Dach über dem Hauptschiff 
der Kirche eingesandten Vorschläge wurden genehmigt. 
Militsch 
Evangelische Gnadenkirche. 1930 31. (Verz. II 592, Veröff. VI 28, 
VII 38, VIII 25.) Zu der sachgemäßen Instandsetzung des Fachwerkturmes 
wurde eine provinzielle Beihilfe von 800 RM in 2 Raten 1930 31 gezahlt. 
Mollwitz, Kreis Brieg 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 353, Veröff. I 22, VIII 26.) 
Nach örtlicher Besichtigung wurden zu den Instandsetzungsarbeiten Vorschläge 
gemacht, wobei zur gründlichen Entfeuchtung der Kirche die Anbringung von 
Schweißwasserrinnen unter den Fenstern zum Schutze der Malerei angeregt 
wurde, dagegen wurde eine Heizanlage aus verschiedenen Gründen abgelehnt. 
Mühlatschütz, Kreis Oels 
Evangelische Kirche. 1930. (Verz. II 540.) Die Wiederherstellung 
eines alten Ölbildes „Gottfried von Siegroth" konnte aus Mangel an Mitteln 
nicht vorgenommen werden. Es wurde empfohlen, das Bild als Leihgabe dem 
städtischen Museum in Brieg zu überlassen. 
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8. Heinrichau. Gemälde von Willmann: Maria Magdalena salbt Christi Füße. Nach der Instandsetzung 
36 
Regierungsbezirk Breslau 
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9. Leubus. Johannestor 
Phot. Dr. Grundmann 
Mühlwitz, Kreis Oels 
Evangelische Kirche. l930. (Ver2. II 540, Veröff. VI 2S, VII 38.) 
Gegen «üe unauffällige Anbringung einer elektrischen Beleuchtungsanlage wurden 
Bedenken nicht erhoben. 
Münsterberg 
Burgkapelle (Katholische Corpus-Christi-Kapelle). 1930 31. Für 
die vollständige VC lederherstellung der kleinen bemerkenswerten Kapelle im 
Äußeren und Inneren wurde eine provinzielle Beihilfe von 1000 RM in zwei 
Raten 1930 und 1931 gezahlt. 
Instandgesetzt wurden die Innenausmalung, Altar, Kirchenbänke und  
Gemälde. Ferner wurde e.ne Regulierung des äußeren Erdhügels verbunden mit 
einer notwendig werdenden Tieferfründung des Bauwerkes vorgenommen. 
Namslau 
Stadtmauer ,„,. (Verz. II 505, Veröff. I 23, III 38, VI 30.) Nach- 
1Z tK aUSgefuhrte Instandsetzung eines Mauerteils die Schlußrate von 
500 RM der provinziellen Beihilfe ausgezahlt worden war, wurde festgestellt, 
daß an verschiedenen Stellen weitere Reparaturen im Interesse der Erhaltung 
dringend notwendig sind. 
Naselwitz, Kreis Nimptsch 
Evangelische Kirche. 19303t. (Verz. II 4,2.) Nach eingehenden  
Verhandlungen wurde die Genehmigung zur Einschmelzung einer alten  
gesprungenen Glocke erteilt, da eine Ausbesserung auch vom musikalischen Standpunkt 
keinen Erfolg versprach. 
Regierungsbezirk Breslau 
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10. Militsch 
Ev. Gnadenkirche 
Die Glocke wurde 1654 von dem Gießer Hans Holste in Brieg gegossen, 
unterer Durchmesser 76 cm, Gewicht etwa 260 kg. Sie war wegen der Seltenheit 
von Werken dieses Gießers 1917 von der Glockenbeschlagnahme befreit. 
Nassadel, Kreis Namslau 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 507.) Für die sachgemäße  
Wiedererstellung eines kleinen bemerkenswerten mittelalterlichen Klappaltars in der 
rovmzial-Restaurierungswerkstatt des Schles. Museums der bildenden Künste 
in Breslau wurden von der Provinzial-Kommission zu den Kosten 150 RM  
beigetragen. 
Neumarkt 
Katholische Pfarrkirche. 1930 31. (Verz. II 475, Veröff. X 27.) Bei 
er Instandsetzung der Westfassade wurde die Erneuerung des Putzes nach den 
gegebenen Anregungen durchgeführt. Von der Anlage einer Freitreppe wurde 
z- Zt. Abstand genommen. 
Nieder Langseifersdorf, Kreis Reichenbach 
Katholische Kirche. 1930 31. Gelegentlich der baulichen  
Instandsetzung wurde zur sachgemäßen Wiederherstellung der inneren  
Ausstattungsstucke von der Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 500 RM gezahlt. Es 
andelte sich vor allem um eine Kreuzigungsgruppe mit einem Kruzifixus, 
38 
Regierungsbezirk Breslau 
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ii. Münsterberg. Burgkapelle I2. Münsterberg. Burgkapelle 
Vor der Instandsetzung Nach der lnstandsetzung 
Johannes und Magdalena sowie um einen Rahmen, deren Instandsetzung durch 
die Provinzial-Restaurierungswerkstatt des Schlesischen Museums der bildenden 
Künste in Breslau erfolgte. 
Schloßruine. (Verz. II 169.) Ein Flachbild „Dreieinigkeit" wurde aus 
dem Schloßhofe entfernt und im Innern der Schloßkapelle eingemauert. 
Nimptsch 
Stadtmauer. (Verz. II 413, Veröff. II 34, III 39.) Zwei Anträgen auf 
Durchbruch des Mauerzuges wurde stattgegeben mit der Bedingung, daß die 
Torleibungen aus dem gleichen Material wie die Mauer hergestellt werden. 
Bürgerhaus Ring 34. Zu den Kosten für die Instandsetzung der Fassade 
und ihre sachgemäße Wiederherstellung wurde eine Beihilfe von 100 RM gezahlt. 
Ober Stephansdorf, Kreis Neumarkt 
Katholische Kirche. (Verz. II 486, Veröff. XI 68, TA. 5, Vff. III 39.) 
Zu den Kosten für die Neubeschaffung eines Paramentenschrankes in der  
Sakristei und zur Erzielung einer besseren Wirkung des Kanitzdenkmals wurde 
eine Beihilfe von 150 RM gezahlt. 
Die Unterlagen zur Instandsetzung des Kirchenbaues, die zunächst eine 
Ausbesserung des Dachstuhles und der Dachdeckung, sowie die Anbringung 
von Dachrinnen und Abfallrohren vorsehen, wurden geprüft. 
Oels 
Katholische Pfarrkirche. 1930 31. (Veröff. I 23, Vff. II 34.) Die 
Gewährung einer Beihilfe für die ausgeführte Neuverglasung der Kirchenfenster 
Regierungsbezirk Breslau 
39 
wurde abgelehnt, dagegen wurde zu den Kosten für die Wiederherstellung des 
Hochaltars eine Beihilfe von 300 RM gezahlt. 
Evangelische Propstkirche. (Verz. II 545, Veröff. VIII 27, IX 25, 
XI 33, Vff. I 23.) Da weiterhin Gefahr besteht, daß die Kirche niedergelegt 
werden wird, fanden erneute Verhandlungen über die zur Erhaltung notwendigen 
Maßnahmen und über einen Wiederverwendungszweck der Kirche, der die  
Erhaltung rechtfertigen würde, statt. 
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Ohlau 
Evangelische Kirche. 1930. (Verz. II 378, Veröff. III 23, VII 40.) 
Den Vorschlägen für die Instandsetzung des Daches wurde vom Standpunkt der 
Denkmalpflege zugestimmt. 
Katholischer Glockenturm. (Verz. II 37«. Veröff. VII 40.) Für die 
Instandsetzung des Daches des im Hofe der Schloßbrauerei stehenden alten 
Turmes, der von der Katholischen Kirche als Glockenturm benutzt wird, 
konnten z. Zt. Mittel nicht bereitgestellt werden. 
Pampitz, Kreis Brieg 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 364.) Zur Instandsetzung der  
neuaufgedeckten wertvollen Wandmalereien kann z. Zt. nichts unternommen werden. 
Raudten, Kreis Steinau 
Evangelische Begräbniskirche. 1930 31. (Verz. II 646, Vff. III 41) Dle 
Instandsetzung, insbesondere die Neudeckung des Daches, wurde durchgeführt 
Von der Provinzial-Kommission wurde eine Beihilfe von 1300 RM. gezahlt. 
Reichenbach 
Bürgerhaus, Kirchstraße 24. Nachprüfung der eingesandten Unterlagen 
wurden gegen den geplanten Anbau an der Stadtmauer Bedenken nicht vorgebracht. 
Alter sog. Bergmann-Friedhof. Die Umgestaltung des Friedhofes 
in eine Naturkirche erfolgte im Hinblick auf die Gesichtspunkte der Natur- 
und Denkmalpflege. 
Reichenstein, Kreis Frankenstein 
Evangelische Kirche. 1931. (Verz. II 126, Vff. II 34, HI 4*-) Bei 
der Instandsetzung des Turmhelmes mußte aus Kostengründen auf Beibehaltung 
der Schindelbedachung verzichtet und einer Schieferdeckung zugestimmt werden. 
Reichwald, Kreis Wohlau 
Kapelle. 1931. Die von beiden Konfessionen benutzte Kapelle wurde 
wegen Einsturzgefahr geschlossen und zum Abbruch freigegeben, da die Mittel 
für eine Instandsetzung nicht aufgebracht werden konnten und außerdem ein 
besonderer Kunstwert nicht vorlag. 
Reimswaldau, Kreis Waidenburg 
Katholische Schrotholzkirche (Verz. II 256.) (Filiale von Friedland) 
l93P,$i. Zu der gründlichen Instandsetzung der Kirche mit dem zugehörigen 
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Regierungsbezirk Breslau 
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13- Nassadel. Klappaltar 
Torturm und der Umwehrungsmauer gewährte die Provinzial-Kommission eine 
Beihilfe von 2000 RM, von denen die 1. Rate I93, ausgezahlt wurde. 
Bei einer 1929 erfolgten Besichtigung wurde der gänzlich ruinöse 
Zustand dieser typisch schleichen, etwa um 1600 errichteten 
Schrotholzkirche festgestellt. Die Bemühungen des Prov  
-Konservators um baldmögliche Instandsetzung dieses Bauwerkes fanden 
durch den Patron (Fürst Pleß) und den bischöflichen Stuhl  
weitgehendste Unterstützung. Bereits 1930 setzten die  
Wiederherstellungsarbeiten ein, die der fürstlich-Pleßsche Baumeister Heubner- 
Waldenburg mit größter persönlicher Interessenahme und bestem 
Erfolge leitete. 
Da infolge mangelhafter Unterhaltung das Sockelmauerwerk 
ausgewittert oder eingestürzt, die untersten Blockhölzer abgefault 
oder eingebrochen waren, hatte sich die Kirche gesenkt, so daß 
dauernde Einsturzgefahr bestand. Die Kirche wurde zunächst  
gerichtet und mit Grubenschrauben bis zu 60 cm angehoben, nachdem 
man sie zuvor außen und innen versteift und mit Ketten verankert 
hatte. Das Anheben ging ohne Zwischenfall vor sich. Das unterdes 
erneuerte Fundament wurde frostfrei angelegt. Im Mauerwerk ver- 
Regierungsbezirk Breslau 
41 
wendete Grabplatten fanden jetzt am Torhaus würdige Aufstellung. 
Verhältnismäßig gut instand war das Dach; doch stellte sich bei Be- 
rüstung des Dachreiters heraus, daß hier die stützenden Balken 
schadhaft waren und erneuert werden mußten. Der Hals dieses 
Türmchens, der seit der letzten an dieser Kirche vorgenommenen 
Instandsetzung von 1867 freiliegendes Balkenwerk war, wurde wieder 
stilgerecht verschalt und damit der Dachreiter sinngemäß dem 
Charakter des Ganzen angeglichen. Vermorscht waren auch die 
40 zu 40 cm starken Stützbalken des Glockenturmes, der für die  
reizvolle Silhouette der Gesamtanlage von größter Bedeutung ist; denn 
abseits gestellt und mit dem Torhaus der kreisförmig die Kirche 
umziehenden Friedhofsmauer zu einem Wehrturm kombiniert,  
bedeutet er in seinem gedrungenen, aber wohl artikulierten Aufbau 
ein besonders gutes Beispiel für die Wehrhaftigkeit einer Dorfkirche. 
Ebenso bot das Kircheninnere dem Zimmermann reiches  
Betätigungsfeld. Verschobene Teile, besonders im Presbyterium, 
mußten gerichtet, überflüssige, später eingebaute Treppen  
zugunsten des Gesamteindruckes entfernt werden. Neu verlegt wurde 
der Fußboden. Im übrigen war aber die Instandsetzung Sache des 
Malers. Gleichmäßig sind die Rückseiten des Gestühls und die 
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Regierungsbezirk Breslau 
Emporenbrüstungen, im Chor die Wandungen, die kassettierte 
Decke sowie die niedrige, kleine Herrschaftsloge mit Schablonen- 
malerei überzogen — abwechselnd schwarz und rostbraun auf 
weißem Grund. Hier mußten die einzelnen Platten vorsichtig  
abgenommen und aufgearbeitet werden. Zerstörte Felder wurden 
nach dem Muster der meist noch gut erhaltenen Stücke ergänzt 
Besonders geglückt ist die Restaurierung von Kanzel, Altar und 
Taufstein. Leuchtend in Rot, Blau und Grün, und doch  
zurückhaltend in der Tönung, fügen sie sich der Gesamtstimmung des 
Raumes aufs beste ein. Ihre vorzüglich auf den nicht allzu hohen 
Raum bezogenen Proportionen, ihr dekoratives Beiwerk wie das 
lebhaft sich aufwerfende Beschlagwerk, ihr Figuren- und  
Reliefschmuck sind wieder zu unmittelbarer Wirkung gebracht. Inhaltlich 
zeigen die Altarreliefs mit Abendmahl und Kreuzigung die  
gebräuchliche Themenstellung der Renaissancezeit. 
Berücksichtigt man die außergewöhnlichen Schwierigkeiten, 
die dieser Gesamtwiederherstellung der Reimswaldauer  
Schrotholzkirche entgegenstanden, so darf das Ergebnis der Arbeit als  
durchaus gelungen bezeichnet werden. 
Reinerz, Kreis Glatz 
_ Papiermühle ,93031. (Veröff. VIII 29, IX 26, X 3x.) Infolge der 
wirtschaftlichen Verhältnisse konnten weitere öffentliche Beihilfen von Staat und 
Provinz zur Erhaltung nicht gezahlt werden. Damit muß das vom Standpunkt der 
Volkskunst sehr beachtliche Gebäude vorläufig seinem Schicksal überlassen bleiben. 
Petiscus-Grabmal. Zur Instandsetzung des bemerkenswerten  
schmiedeeisernen Grabgitters wurde zu den Kosten eine Beihilfe von 34,40 RM gezahlt. 
Rogau-Rosenau, Kreis Schweidnitz 
Evangelische Kirche. x93i. Bei der Neudeckung der Westseite der 
Kirche wurde die geplante Wiederverwendung von Schindeln befürwortet 
Die Bethauskirche') wurde in einfachsten Formen nach dem Entwurf des 
Maurermeisters Kaspar Wagner aus Prschiedrowitz von dem Zobtener  
Maurermeister Schmidt I794 erbaut, erforderte jedoch infolge schlechten Baugrundes 
und unsachgemäßer Ausführung in den nächsten Jahrzehnten vielfache Siche- 
rungsmaßnahmen. Ihre historische Bedeutung erhielt sie durch die Weiherede 
des Pastors Peters als am 2?. März l8i3 in dem schlichten Gotteshaus die 
Lutzowsche Freischar vereidigt wurde. Das bekannte Gemälde von Weese im 
Inneren der K,rche erinnert an diesen historischen Augenblick, vgl. eine 1863 
angebrachte Erinnerungstafel. 
») vgl. „Das historische Rogau" von Walter Gerhard, Rogau 1932. 
Regierungsbezirk Breslau 
43 
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Schrotholzkirche 
Phot. Poklekowski 
Scheidelwitz, Kreis Brieg 
Evangelische Kirche. (Verz. II 365.) Da die für die Instandsetzung 
eines Bildes des letzten Piastenherzogs erforderlichen Mittel nicht aufgebracht 
werden konnten und eine Übernahme des Bildes als Leihgabe durch das Brieger 
Museum abgelehnt worden war, wurde es in der Sakristei aufgehängt. 
Schmellwitz, Kreis Neumarkt 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 485.) Für die Putzerneuerung des 
schönen barocken Kirchturmes wurde nach örtlicher Besichtigung Rat erteilt und 
darauf hingewirkt, den alten Zustand möglichst zu erhalten. 
Schweidnitz 
Katholisches Pfarrhaus. 1930. Das katholische Pfarrhaus, als Teil des 
ehemaligen Klostergebäudes, ist mit einem neuen Anstrich versehen worden, ohne 
44 
Regierungsbezirk Breslau 
auf den anderen Teil des Gebäudes, der der Provinzial-Verwaltung gehört und 
ebenfalls neu angestrichen worden war, Rücksicht zu nehmen. Die Abänderung 
dieses, den einheitlichen Charakter des Gebäudes stark verunstaltenden  
zweifarbigen Anstriches konnte bisher nicht erreicht werden. 
Ursulinenkloster. 193031- (Verz. II 211.) Gelegentlich des  
Fassadenabputzes wurde zur sachgemäßen Ausbesserung der vorhandenen Stuckornamente 
von der Provihzial-Kommission eine Beihilfe von 600 RM gezahlt. 
Dreifaltigkeitssäule. 1931. (Veröff. I 26, II 35, III 44.) Zu der  
Instandsetzung wurde eine provinzielle Beihilfe von 700 RM ausgezahlt. 
Rathaus. 1931. (Verz. II 2I2, Veröff. IV 27.) Zu Fragen der  
Denkmalpflege, insbesondere zur baulichen Änderung des Eingangs zum Rathauskeller, 
wurde in örtlicher Besichtigung und Besprechung Rat erteilt. 
Finanzamtsdienstgebäude (ehem. Landwehrzeughaus). 1931 Die  
Instandsetzung bzw. der Neuanstrich eines Teiles der Stuckdecken wurde empfohlen. 
Seifersdorf, Kreis Neurode 
Katholische Kirche. 1931. Bei der Neueindeckung des Kirchendaches 
wurden anstelle einer Eindeckung als Doppeldach aus Mangel an Mitteln natur- 
rote Falzziegel verwendet. 
Senitz, Kreis Nimptsch 
Evangelische Kirche. i93o. (Verz. II 4I9.) Zur Erhaltung der  
gesprungenen Glocke und zur Vermeidung des Umgusses wurde die Schweißung 
durch die Firma Sedlbauer u. Sommerfeldt, Berlin, gefordert. 
Sreinau 
Stadtmauer. (Veröff. I 25, Veröff. III 48.) Für die Instandsetzung wurde 
eine Beihilfe von 1500 RM in zwei Raten 1930 31 bewilligt. Die Auszahlung 
konnte jedoch infolge der eingetretenen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht 
erfolgen. 
Strehlen 
Nepomukdenkmal. i931. Es fand eine ört,iche Besichtigun(r n 
Wiederherstellung des Denkmals statt. 
Sulau, Kreis Militsch 
Evangelische Kirche. (Veröff. III 48.) Die zugesagte Beihilfe von 
1500 RM für die ausgeführte Dachinstandsetzung wurde ausgezahlt. 
Katholische Kirche. I93o 31. (Verz. II 595, Veröff. II 36, III 48 ) 
Die Erhaltung und Instandsetzung im Äußeren und Inneren wurde unter  
gleichzeitiger Bauberatung durchgeführt. Von der provinziellen Beihilfe von 2000 RM 
wurden !5oo RM ausgezahlt. Ein Abendmahlsbild von !599 wurde durch die 
Prov.-Restaunerungswerkstatt des Schles. Museums der bildenden Künste in 
Breslau restauriert. 
T hau er, Kreis Breslau 
Katholische Kirche. 1930. (Verz. II 455, Veröff. IV 29, V3I,VI34.) Gegen 
Regierungsbezirk Breslau 
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16. Sulau. Ev. Kirche - " > k 
die geplante teilweise Neudeckung als Doppeldach wurden Bedenken nicht 
erhoben. 
Trachenberg, Kreis Militsch 
Staupsäule. 1930 31. (Veröff. III 49.) Die Aufstellung auf dem Ring 
ist erfolgt unter gleichzeitiger Neuanfertigung des bekrönenden sogenannten 
„Schandemänneis" durch den Bildhauer Hilger, Breslau. Es wurde von der 
Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 500 RM bewilligt und ausgezahlt. 
Katholische Kirche. (Verz. II 595.) Das Schefflersche Tafelbild, öl auf 
Leinwand, von 1737, die Kreuzerhöhung darstellend, wurde durch die Prov.- 
Restaurierungswerkstatt des Schles. Museums der bildenden Künste in Breslau 
an Ort und Stelle wiederhergestellt. 
Trebnitz 
Katholische Kirche. 1930 31. (Verz. II 576, Veröff. I 25, III 24, 
IV 30, V 31, Vff. I 27, II 37, III 49.) Für die Aufstellung eines General- 
hernchtungsplanes fand eine Besichtigung aller Beteiligten statt. Den  
ausgearbeiteten Unterlagen wurde zugestimmt. 
Katholisches Pfarramt. Ein Bild „Der gefesselte Prometheus" wurde 
durch die Prov.-Restaurierungswerkstatt des Schles. Museums der bildenden 
Künste restauriert. 
Amtsgericht. Gegen die Vornahme baulicher Veränderungen im Inneren 
des Gebäudes wurden Bedenken nicht erhoben. 
Waidenburg 
Katholische Marienkirche. (Veröff. VI 35.VII44, VIII 34, IX 33.) 1930. 
Für die innere Instandsetzung wurde Rat erteilt. 
Wohlau 
Katholische Kirche. 1931. (Verz. II 632, Vff. II 37, III 25.) Für die 
Instandsetzung bewilligte die Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 1000 RM, 
von denen die erste Rate mit 500 RM ausgezahlt wurde. Als erste und dringendste 
Arbeit wurde die Instandsetzung des Daches ausgeführt. 
46 
Regierungsbezirk Breslau 
4 
17. Trachenberg 
Staupsäule 
Vor der Instandsetzung 
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18. Trachenberg 
~~ Staupsäule 
Nach der Instandsetzung 
Amtsgerichtsgebäude. Gegen die Anlage eines Dachfensters über dem 
Mansardengeschoß wurden Bedenken nicht vorgebracht. 
Wünschelburg, Kreis Neurode 
Rathaus. I93o. (Verz. II 43.) Die Instandsetzung des schlichten Gebäudes, 
das um 1600 erbaut und ehemals mit Sgraffiten geziert war, wurde aus Gründen 
der Denkmalpflege befürwortet und eine Beihilfe von 1000 RM bewilligt, deren 
erste Rate mit 500 RM 1931 zur Auszahlung kam. 
Würben, Kreis Ohlau 
Katholische Kirche. (Verz. II 226, Veröff. III 25, VIII 35, IX 33-) Eine 
neue Beleuchtungsanlage wurde mit unauffällig verlegten Leitungen angebracht. 
Würben, Kreis Schweidnitz 
Wasserturm. Für die Erhaltung dieses ältesten schlesischen Wasserturmes 
konnten d.e erforderlichen Mittel nicht aufgebracht werden, so daß bei der  
Einstellung des Bes,tzers vorerst die Gefahr des teilweisen Abbruches besteht 
Wustegiersdorf, Kreis Waidenburg 
Evangelische Kirche. i93,. Für die Instandsetzung der Dächer der 
Kirche und des Turmes wurde der Gemeinde eine Beihilfe in Aussicht gestellt. 
Wüstewaltersdorf, Kreis Waidenburg 
Wassermangel. i93o. Wegen der Erhaltung der kulturgeschichtlich  
bedeutsamen alten Wassermangel fanden Verhandlungen statt. Eine befriedigende 
Regierungsbezirk Breslau 
47 
Lösung konnte nicht erreicht werden. Der Abbruch ist inzwischen erfolgt, doch 
wurden Photographien und eine zeichnerische Bestandsaufnahme dem  
Heimatmuseum in Waidenburg überwiesen. 
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19. Wüstewaltersdorf 
Wassermangel. Aus Matschoß: 
Beiträge zur Geschichte 
der Technik und Industrie 
Bd. 20 (1930) S. 164 
20.  
Wüstewaltersdorf 
 
Wassermangel 
Aus 
Matschoß: 
Beiträge 
zur 
Geschichte 
der Technik 
und Industrie 
Bd. 20 (1930) 
S. 164 
48 
Regierungsbezirk Liegnitz 
Altenlohm, Kreis Goldberg-Haynau 
Evangelische Kirche. 1930. (Verz. III 290, Veröff. VIII 36.) Für die 
Neueindeckung des Kirchendaches mußte anstelle von Schindeln der geringeren 
Kosten wegen ein naturrotes Ziegeldach genehmigt werden. 
Altreichenau, Kreis Bolkenhain 
Evangelische Kirche. 1930. Die Instandsetzungsarbeiten bezogen sich 
auf eine farbige Wiederherstellung des schlichten Innenraumes und der  
Ausstattungsstücke. 
As lau, Kreis Bunzlau 
Evangelische Kirche. 1930. Für die Erhaltung einer Anzahl  
bemerkenswerter Grabsteine und deren bessere Aufstellung an der Kirchenwand wurde 
eine Beihilfe von 200 RM bewilligt. Die Auszahlung konnte bisher nicht erfolgen. 
Berg, Kreis Rothenburg 
Kirchenruine. 1930. (Verz. III 763.) Wegen Erhaltung der immer 
mehr in Verfall geratenen Ruine wurde verhandelt. Aus Mangel an Mitteln 
wurde eine Überdeckung der Mauerreste angeregt. 
Beuthen a. Oder, Kreis Freystadt 
Gegen die Verunstaltung des Straßenbildes durch Überspannen mit  
Fernsprechleitungen seitens der Reichspostverwaltung konnte nicht eingeschritten 
werden. 
Zur Aufstellung einer Benzinzapfstelle und eines Lichtmastes mit  
Wegweisern und Normaluhr auf dem Markt wurde, nachdem die Forderungen der 
Denkmalpflege über Aufstellungsort, Form und Farbengebung festgelegt waren, 
die Genehmigung erteilt. 
Gr. Kirchstraße 4. Bei der Instandsetzung der Haustür wurde zu den 
Kosten für die Wiederherstellung des Schnitzwerks beigetragen. 
Birngrütz, Kreis Löwenberg 
Katholische Kirche. (Verz. III 483, Vff. III 51.) Die Wiederherstellung 
des Hochaltarbildes, das die Madonna schwebend zeigt, sowie vier weiterer 
Barockbilder: Geburt Mariae, hl. Schutzengel, St. Michael und eine Allegorie 
des Gekreuzigten erfolgte in der Prov.-Restaurierungswerkstatt des Schles. 
Museums der bildenden Künste in Breslau. Zu dem Hochaltarbild gewährte 
die Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 200 RM. 
Regierungsbezirk Liegnitz 
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21. Eckersdorf. Klappaltar 
Bluno, Kreis Hoyerswerda 
Evangelische Kirche. Für die Wiederherstellung des Schindeldaches am 
Kirchturm wurde eine Beihilfe von 250 RM gezahlt. 
Boberröhrsdorf, Kreis Hirschberg 
instanüTUFm' ^"^ IH 472' VCrÖff- X 35' Vff" ! 29, HI 51.) Für die Dach- 
.nstandsetz wurde eine Beihi,fe vQn soo RM bewü Dfc Ausführung 
Wannl ,T 8 ^ Mi"eln unterbleiben- Zur Sicherung der mittelalterlichen 
andbilder wurde angeregt, das Geschoß, in dem sie sich befinden, durch eine 
anzubringende Tür zu verschließen. 
Campern, Kreis Liegnitz 
Schinr.l8tHSChe JKirche- t 
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33. Alt-Schönau. Schloßportal 
Phot. J. Zenk 
Zwölf-Apostel-Häuser. Die Instandsetzung der für Schlesien  
beachtenswerten Gruppe der Holzlaubenhäuser ist dringend erforderlich, jedoch 
konnten bisher die Mittel trotz einer von der Provinzial-Kommission  
beabsichtigten Beihilfe nicht aufgebracht werden. 
Schönau a. d. Katzbach 
Katholische Stadtpfarrkirche. (Verz. III 433, Vff. III 86.) Vom  
Fußboden im Innern der Kirche wurden 2 Grabsteine aufgehoben und an der  
Außenwand des Presbyteriums aufgestellt. 
Katholische Johanneskirche. (Niederkirche.) (Verz. III 434, Veröff. 
IV 41, XI 43, Vff. I 36, II 54, III 86.) Die Verhandlungen wegen Instandsetzung 
des Turmhelms sind leider gescheitert. 
Regierungsbezirk Liegnitz 
67 
Alt Schönau, Kreis Schönau 
Schloß. (Verz. III 437, Vff. II 54, III 86.) Die Instandsetzung des Portals ist 
durchgeführt, die provinzielle Beihilfe in Höhe von 2000 RM wurde ausgezahlt. 
Die Arbeiten wurden von Bildhauer Johann Henneck, Münsterberg, ausgeführt. 
Sei fershau, Kreis Hirschberg 
Evangelische Kirche. Zu den Instandsetzungsarbeiten des im Jahre 1743 
errichteten Fachwerkbethauses, das 1762 und 1794 Veränderungen, vor allem 
den massiven Ausbau des Untergeschosses erfahren hatte, wurde eine Beihilfe 
der Provinz von 300 RM gezahlt. 
Tiefhartmannsdorf, Kreis Schönau 
Katholische Kirche. Die Neudeckung des Kirchturms konnte aus Mangel 
an Mitteln nicht durchgeführt werden. 
Trautliebersdorf, Kreis Landeshut 
Katholische Kirche. (Verz. III 391.) Für die Instandsetzung der Kirche 
im Äußeren und Inneren, insbesondere der Ausstattungsstücke, wurde von der 
Provinzial-Kommission eine Beihilfe von 500 RM bewilligt. 
Ullersdorf, Kreis Bunzlau 
Altes katholische Pfarrhaus. (Vff. III 87.) Zu den Kosten für die  
Erhaltung wurde eine Beihilfe von 50 RM aus 1929 und eine Nachtragsbewilligung 
von 500 RM aus 1931 gezahlt. 
Voigtsdorf, Kreis Hirschberg 
Katholische Kirche. (Verz. III 477, Vff. III 87.) Für die Trockenlegung 
des Presbyteriums und die Erneuerung des Kupferbelags des Turmes wurde eine 
Beihilfe von 2000 RM in 2 Raten bewilligt. 1931 wurde für die inzwischen  
ausgeführte Turminstandsetzung die 1. Rate mit 1000 RM gezahlt. 
Wahlstatt, Kreis Liegnitz 
Benediktiner-Klosterkirche. (Verz. III 281, Veröff. V 47, VI 49, 
VII 62, X 49.) Es wurden eine Marienfigur aus einer Verkündigungsgruppe und 
4 Porträts durch die Provinzial-Restaurierungswerkstatt des Schles. Museums 
der bildenden Künste in Breslau wiederhergestellt. 
Wald au O/L, Kreis Bunzlau 
Evangelische Kirche. (Verz. III 579.) Auf Beibehaltung der Holzdecke 
(ohne Putz) wurde bestanden. Um das Durchfallen von Schmutz zu verhindern, 
soll das Holzgewölbe von oben mit Dachpappe beklebt werden. 
Warmbrunn, Kreis Hirschberg 
Gasometerbau. Für die Errichtung eines großen Gasometers wurde im  
Hinblick auf die dadurch zu befürchtende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes 
auf die Auswahl eines geeigneteren Standortes hingewirkt. 
Weich au, Kreis Frey Stadt 
Evangelische Kirche. Die beabsichtigte Instandsetzung von Altar und 
Kanzel wurde aus Mangel an Mitteln auf spätere Zeit verschoben. 
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Regierungsbezirk Liegnitz 
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34. Welkersdorf 
Kath. Kirche 
Vor der 
Instandsetzung 
Phol. A. Baecker. Breslau 
Welkersdorf, Kreis Löwenberg 
Katholische Kirche. (Verz. III 539, Veröff. X 51, XI 44, Vff. I 37.) Die 
Gesamtinstandsetzung wurde auf Grund eingehender Beratungen durchgeführt. 
Bereits im Jahre 1915 wurde der bedauerliche Verfallszustand der kleinen  
malerisch gelegenen Kirche festgestellt, doch war es im Krieg und in der  
Inflationszeit unmöglich, die notwendigen Mittel aufzubringen. 1925 konnten zwar die 
dringlichsten Sicherungsarbeiten erfolgen, ferner überließ man 2 Wandbilder 
eines Ritters und seiner Frau dem Diözesanmuseum in Breslau, um sie zu retten, 
aber erst im Jahre 1929 konnte mit der wichtigsten Aufgabe, der  
Dachinstandsetzung, mit Hilfe einer von der Provinzial-Kommission bewilligten Beihilfe  
begonnen werden. Als es dann gelungen war, zwei weitere Beihilfen von je 1000 RM 
seitens des preuß. Kultusministers und der Provinzial-Kommission für die Jahre 
1930 und 1931 zu erhalten, konnte man es wagen, im Rahmen der aufgebrachten 
Mittel nach einem einheitlichen Bauplan eine Gesamtinstandsetzung vorzunehmen. 
Die Kirche hat, worauf Lutsch hinweist, enge Beziehung zu der 
in Groß Walditz, die ihrerseits mit einzelnen Details an das 1559 
erbaute Obergeschoß der nördlichen Eingangshalle der katholischen 
Regierungsbezirk Liegnitz 
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35- 
Welkersdorf. Kath. Kirche. Nach der Instandsetzung 
Phot. Schneider. Breslau 
Pfarrkirche in Löwenberg anklingt. Weist dieser Umstand schon 
auf eine Bauzeit um 1560 hin, so entspräche dem auch die zeitliche 
Bestimmung für die Innenausstattung durch die an der Kanzel 
angebrachte Datierung von 1584. Jedenfalls dürfte der Bau als ein 
charakteristisches Denkmal der nachreformatorischen evangelischen 
Volkskunst in Schlesien anzusprechen sein, der bisher in der Literatur 
kaum Beachtung geschenkt worden ist. Der Umstand, daß die 
Kirche wenig benutzt wird, ließ die Absicht gerechtfertigt erscheinen, 
bei der Restaurierung den musealen Charakter des Innenraumes 
zu wahren und alle Arbeiten unter ausschließlich denkmalpflegerische 
Gesichtspunkte zu stellen. Abgesehen von der Instandsetzung des 
70 
Regierungsbezirk Liegnitz 
 
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36. Welkersdorf. Kath. Kirche. Emporenbrüstung 
Phot. L. Niepel-Brodt. Friedeberg a. Qu. 
Schindeldaches, Beseitigung von Rissen und Entfeuchtung der 
Grundmauern, handelte es sich vor allem um eine Neutönung des 
Innenraumes und der Decke, Wiederherstellung der Malereien an 
Kanzel, Loge und Empore und Erneuerung des Gestühls. Auf 
einen leicht gebrochenen gelblichen Grundton von Wand und Decke 
wurde die in Terrakotta- und Umbratönen gehaltene Malerei der 
Holzteile abgestimmt, so daß sich diesem Zusammenklang die 
primitive und fröhliche Farbigkeit der gemalten oder im Relief  
behandelten Füllungen gut anpassen ließ. 
Die künstlerische Gestaltung dieser Malereien und Reliefs ist 
überaus anziehend. Als Ganzes folgt die Darstellungsreihe  
thematisch der mittelalterlichen Tradition der Biblia pauperum, wie sie in 
Schlesien immer wieder bei Freilegungen von Putzschichten als 
Wandmalerei zum Vorschein kommt. Formal aber spürt man die 
kargere Ausdrucksweise und primitivere Technik einer vom 
Protestantismus beeinflußten Volkskunst. Die Darstellungen an der 
Empore sind eingespannt in die großen gedanklichen Anfangs- und 
Ausgangspunkte des Weltgeschehens: Schöpfung und Weltgericht. 
Regierungsbezirk Liegnitz 
71 
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37. Welkersdorf. Kath. Kirche. Emporenbrüstung 
Phot. L. Niepel-Brodt. Friedeberg a- Qu. 
Der im Leben Christi geoffenbarte Erlösungsgedanke wird durch 
den Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies und die eherne 
Schlange eingeleitet, dann erst folgt das Leben Jesu, beginnend mit 
der Verkündigung, der Anbetung der Hirten und den Weisen aus 
dem Morgenlande, um über die Taufe Christi und den Einzug in 
Jerusalem in die Passionsszenen einzumünden: Abendmahl, Geth- 
semane, Gefangennahme, Simon von Cyrene hilft Christus das 
Kreuz tragen, Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung und  
Himmelfahrt. Der Charakter dieser Bilder ist ausgesprochen illustrativ. 
Das Zeichnerische in seiner naiven Wesenhaftigkeit dominiert  
gegenüber dem Farbigen, so daß der Mangel an dekorativer Wirksamkeit 
notwendige Folge ist. Demgegenüber ist die Bemalung der  
Herrschaftsloge im Chor kräftiger und in der farbigen Akzentverteilung 
bewußter berechnet. In eine für die Renaissance typische  
Architekturfolie, die Pilaster und portalartige Umrahmungen mit  
marmorierender und ornamentaler Behandlung kennzeichnen, sind 
zwischen schmale Füllungen mit den Gestalten der Apostel Petrus, 
Andreas, Jakobus d. Ä., Johannes, Philippus und Bartholomäus 
sechs Szenen einkomponiert: das Paradies, der Sündenfall, Isaaks 
Opferung, Jakobs Traum, Maria und Johannes unter dem Kreuz 
und der Triumph über den Tod. Neben der Logentür sind endlich 
72 
Regierungsbezirk Liegnitz 
die Gestalten des Evangelisten Matthäus und des Apostels Paulus 
angebracht. Auch in diesen bäuerlich derben und unmittelbar 
empfundenen Interpretationen spürt man die bildgewohnte  
Anschauungskraft des Frühprotestantismus im Gegensatz zu der mit 
dem 17. Jahrhundert einsetzenden Entfernung von der reinen  
Bildsprache, an deren Stelle die Anbringung von Bibelsprüchen und 
Sentenzen tritt, nur gelegentlich begleitet von bildhafter  
Verdeutlichung. (Schweidnitz Friedenskirche, Hünern, Kreis Trebnitz, 
Rosenhain, Kreis Ohlau.) Bei der bisher noch kaum in diesem 
Zusammenhang betrachteten Bedeutung der Malerei des  
Frühprotestantismus und ihrer Beziehung zur schlesischen Volkskunst 
verdient die durch den Kunstmaler Schneider, Breslau, ausgeführte 
Restaurierung besondere Beachtung. Die 1584 datierte Kanzel ist 
mit ihrem klaren Aufbau und der farbigen Reliefbehandlung von 
einheitlichster Wirkung. Wünschenswert wäre es gewesen, den aus 
drei mittelalterlichen Altarschreinen willkürlich zusammengebauten 
Hochaltar zu restaurieren und in seinen Einzelheiten glücklicher zu 
komponieren. Doch reichten hierzu die Mittel nicht aus, so daß 
diese Aufgabe der Zukunft überlassen bleiben muß, um so dringlicher 
zu fordern, als unsachgemäße Übermalung der Marienfigur den 
Eindruck des untersten Schreines stark beeinträchtigt hat. 
Wolmsdorf, Kreis Bolkenhain 
Katholische Kirche. (Verz. III 373.) Von dem in der Kirche  
befindlichen Altarschrein, der bereits teilweise unsachgemäß vom Standpunkt der 
Denkmalpflege überholt war, wurden die beiden gemalten Flügel, die dem Anfang 
des 15. Jahrhunderts angehören und die hl. Barbara, Margarethe, Katharina und 
Dorothea zeigen, durch die Provinzial-Restaurierungswerkstatt des Museums der 
bildenden Künste in Breslau sachgemäß konserviert und die Fehlstellen lediglich 
eingetönt. 
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