/baltzer_zur_geschichte.djvu

			> 
> 
> 
Wissenschaftliche Beila 
<>■<» 
Programm des Königlichen Gymnasiums ya\ Panzig. 
Ostern 1893. 
Zur Geschichte des Danziger Kriegswesens 
im \Az. und 15. »XnhrhuiHlerl. 
Ein Beitrag- zur ^äcularfoicr 
der Vereinigung Danzigs mit der preussischen Monarchie 
Oberlehrer Dr. M. Kaltzer. 
303. Programm No. 28. 
Dniuiff, 
A. Müller vormuln Wcdcl'Hchc Ilofbiichdnickerci. 
ISil.'t. 
I* 
&MM/1 
Dki.J.'>0| iy-i 
Einleitung. 
Am 7. Mai 18915 werden es hundert Jahre, dass die Stadt Dan/ig dem Könige Friedrich Wilhelm ]] um 
Prcussen den Huldigungseid leistete. Mit dieser feierlichen Handlung wurde eine lange und denkwürdige l'eriode 
der Dan/.iger Geschichte beschlossen: im Jahre 1308 vom deutschen Orden in Besitz genommen und unter ihm 
zu einem reichen und mächtigen (ilicde der Hansa cniporgcdichen, dann dem Orden abtrünnig und „Polens" 
geworden hat die Stadt für die innere wie die äussere Politik fast völlige Selbstständigkeit zu gewinnen und  
Jahrhunderte lang zu bewahren gewusst, bis sie bei der Zerstückelung des polnischen Reiches der preussischen Monarchie 
sich musste einfügen lassen, die sie schon auf allen Seiten umschloss. Ungern ergab sich damals Danzig in dieses 
Schicksal, aber wie anderwärts so wandelte auch hier das Regiment der Ilohen/.ollern bald widcrwillige IJnlcr- 
thanen in treue und anhängliche Staatsbürger um: schon 181-1 wurde, nachdem D.in/.ig durch Napoleons Machl- 
gebot nochmals 7 Jahre als „freie Stadt-1 bestanden, die Wiedervereinigung mit Preusscn von den Bewohnern 
freudig begrüsst, und immer fi-stcr sind seitdem die Bande geworden, die unsere Stadt mit Preussens Herrscherhaus 
und Volk verbinden. Danzig ist — um nur eines anzuführen — die Wiege der preussischen Marine geworden, 
die nun, erweitert zu der des deutschen Reiches, dessen Kamen in die fernsten Krdtcile trägt, und ein Danzigcr 
liat im Jahre lHii-1 Schiffe dieser Marine zu ihrem ersten ruhmreichen Kampfe geführt. — So mag der 7. Mai lHW.i 
wohl als Fest- und Khrentug Danzigs begangen werden, und wenn je so tritt an solchem Tage an Wissenschaft 
und Schule die Aufgabe heran, die Kenntnis der Heimat und ihrer Geschichte liefer zu gründen und weiter zu 
verbreiten; denn erst was wir kennen, lieben wir recht, aus der Liehe zur Heimat aber erwächst von selbst die 
Liebe zum Vaterlaude! 
Wenn nun hier unternommen wird über Danzigs Kriegswesen im 1-1. und 15. Jahrhundert Aufschluss zu 
gewinnen, so wird die Wald dieses Thema«, zumal in unserer wnffenstarrenden Zeit, einer Rechtfertigung kaum 
bedürfen. Gerade auf jenem, bisher noch kaum bearbeiteten, Gebiete können ja die Kräfte erkannt werden, durch 
die einst Dan/ig emporkam; nachdem ferner über Kriegswesen und Kriegswissenschaften des Mittelalters jüngst 
General Köhler und Oberstlieutenant Dr. Jahns die wertvollsten Aufklärungen gegeben haben, gilt es nun dio 
Resultate so ausgedehnter Studien für beschränktere Forschungsgebiete nutzbar zu machen, und für Danzig fordert 
zu solchem Unternehmen geradezu auf ein verhältnismässig reiches und eigenartiges Qucllcnniatcrial: die im 
blädtischen Archive aufbewahrten Berichte der Dau/iger Feldhauptlcute*) an den Itat, namentlich vom Jahre 1-15-1. 
So lehrreich z. B. die Kricgsordnungcn Nürnbergs aus eben jener Zeit für uns auch sind, sie gewähren doch 
nicht einen so unmittelbaren Einblick in die täglichen Sorgen und Mühen des Kricgslebens wie jene fortlaufenden, 
oft nur durch Tage, zuweilen nur durch die Frist etlicher Stunden von einander getrennten Briefe aus dem  
Feldlager; ihnen wüssten wir nur die Korrespondenzen aus dem Ncusser Kriege von 1174—57 an die Seite zu stellen, 
welche von Wülckcr und llöhlbaum aus Köln's und Frankfurt'» Stadtarchiven ^crölfelltlicht worden sind. 
!) Manchen haben dnrniiH mitgeteilt. Ilohurg Nruc preusn. Provinc Mail. Ilf. V. ISW. 171 II". 1«•:». !■'. llirnch Script. 
Herum Pruns. IV .ri02 ff., Tli. Jlirsrh ZeiUchrift den Wcstpr. Gesch.-Vcr. VI. 105 ff. und bcsomlerB Siinson Danzig im  
dreizehnjährigen Krieg« etil. XXIA, 1 ff. 
— -1 — 
Krkliirung der Abkürzungen: 
Archiv f. F. G. u. K. — fttr Frankfurts OoBoliiclito u. Kunst. Frankfurt a. M. 1866. 
Bühoim — das Waflonwoson in scilior historischen Entwickolung. Leipzig 1890. 
Bruckcr — Strassburger Zunft- und Polizcivorcrdnungon dos 11. u. Iß. Jnhrh. Strassburg 1889. 
Bujnck — Söldncrwosen dos doutschon Ordons.'taats. Zoitschr. für prougsiscko Gosoh. und Landos- 
kunde VI 717 ff. 
1). — Dunzig; D. A. — Dunzigcr Archiv; B. u. B. — Bilrgormoistor und Bot. 
DlugOHS — historiao Polonina libri X odid. vnn Huysscn. Loipzig 1711. 
1). St. Chr. — Chroniken dur douttichon Stlldto. 
Duisburg — Versuch einer historisch-topographischen Boschroibung dor freiem Stndt Dauzig 1800. 
E. A. — Toppen, Elbingor Antiquitäten. Dunzig 1871. 
Oonglor — Doutscho Studtrochtsaltorthumcr. Erlnngon 1862. 
Hansoruc. — Itocosso und andoro Akton dor Hansotago. 
Honnig — Stntuton dos doutschon Ordens. Königsberg 1806. 
Iliruraolroich — olbingisch-preussischu Gearhichton horausgegebon von Tüppon. Leipzig 1681. 
Hirsch — Bündels- und Goworbsgcschichto Dauzigs. Loipzig 1858. 
Hühlbnum — Mitthoilungon nua dorn Stadtarchiv von Kuln (Begeston dor Archivaliou aus dorn 
Nousser Krieg) ILofl VIII. 
Jiihns — üoschichto der Kriogswissonschafton. Münchon n. Leipzig 1800—91. 
K. B. I, II, III — Kftmmoroibflchcr Danzigs aus don Jahron lUiQ-bü (D. A. XII No. 1 vgl. Hirsoh 60), 
1101—61 (D. A. LXX.X 16 b vgl Iloburg Geschichte dor Festungswerke Danzigs 1BÖ2 
S 11), I1U6 (D. A 1,XXX 55 b). 
Köhler — Entwickelung dos Kriogswosons u. dor Kriegführung in dor Rittcrzoit. Broslau 1880—9(1. 
Konith. — Amtsbuch des Danzigor Komthura. vgl. Hirsch 70. 
Löst-hin — Geschichte DunzigN. Pmizig 1822. 
Martin — Urkunüenbuch dor Stadt Jona. JLnn 1889. 
Mcndhoim — (lau reichsstiultische, bosondet-H Kurnborger Soldnerweson iin 11. und IG. Jahrhundort. 
Loipzig 1880. 
Mojeun — stndtischo KriogHoiniichtiingen im 11. n. 16. Jahrh. progr. Stralsund 1870. 
von dor Kiihmcr — Wohrvorfussungon dor deutschon Stlldto in dor zweiten Htlllto des 11. Jahrh. 
Murburg 1888. 
rorlbnch — Stntuton dos doutschon Ordons. Hallo 1800. 
Suhmollor — Strassburg zur Zoit der Zunftk.impfe. 
Schrödor — zur Waffen- und Schiftskundo dos doutschon Mittelalters bis um das Jahr 1200. Kiol u. 
Leipzig 1800. 
Schütz — Chronicun des Landes l'rousson. Leipzig 150U. 
Schultz, H. L. — das höfischo Leben zur Zoit dor Minncsingor. Leipzig 18b0. 
Schultz, I). L. — doutschos Lobon im 11. u. lö. Jahrhundort. Frag u. Leipzig 1891. 
Scr. lt. P. — Sciiptoros Komm Prussicaruin. ljoipzig 1&G1 ff. 
St. A. — Toppon, Akton der Ständetago Preussens. 
Tüppon, — dio alteston Nachrichton flbor das Goschfltzwcscn in Preuason. 
von Troskow — Geschichte der Friedrich-Wilhclnis-SchUtzongosollschuft zu Danzig 18!tü. 
Webor — Prouuson vor B0O Jahren. Dunzig 1878. 
Wülckor — Urkundon und Akten botr. Belagerung dor Stadt Neuss (1171-70). Noujahrsbl. d. Voreins 
für OeHch. u. Alterthumskundo zu Frunkfuit a. M. 1877. 
Würdin^or — Krirgsgoschichto von Buyorn. MUnclion 1808 rT. 
von Wulf — die husiüscho Wagenburg. Borlii.cr lniiug. Dissort. 18c9. Vgl. Prouss. Jahrb. 00, 678 rT. 
Z. W. G. V. — Zeitschrift dos westproussisohon Goschichtsvnroins. 
u. a. — und andore. In [] sind Toxtorgilnzuugou oingoschlouson. 
§ 1. Wehrpflicht der Bürger. 
Dass alle Bürger verpflichtet seien Stadt und Land gegen eindringende Feinde zu verteidigen, 
ist wohl niemals zweifelhaft gewesen. Nicht nur der Hochmeister') verlangte 14."i;5 von Danzig, 
dass jeder "Wehrfähige sich rüste gegen die ,.Kctzcr" d. i. Böhmen auszurücken, von denen ein 
Kinfall drohte; auch des Polenkönigs „heergrefl'e" vor Konitz2) forderte 14.M, dass die Danz.igcr 
gegen den Orden „Mann bei Mann" sollten ausziehen lassen. Selbstverständlich aber konnte das 
Erscheinen aller Wehrfähigen zum Dienste nur in den seltensten Fällen beansprucht und erwartet 
werden, etwa dann, wenn der feindliche Angritt* unmittelbar bevorstand, wie am 11. De tober 14lil, 
als der „rat die ganeze gemein heimlichen uff den konig artus hoffe an die glockc X ull" den abent 
liess vorbotten in irem hämisch." 3) 
Wie man nun im Reiche zur Zeit der Karolinger*) und wiederum unter Kigisinunds Regierung 
die allgemeine Wehrpflicht5) in der Weise geltend machte, dass man je mehrere Pflichtige in 
Gruppen zusammenlegte und von solchen je einen Manub), durch die übrigen ausgerüstet, ins Feld 
ziehen liess, so geschah es wohl auch im Ordenslande und in D. Denn dein oben erwähnten FJrlass 
des 1 Lochmeisters folgte schon nach wenigen Tagen ein weiterer, wornach von den Kinwohnern und 
„undirsassen" der Stadt je 2 den dritten „ausrichten" sollten7), und in ähnlichem Sinne ist es 
wahrscheinlich aufzufassen, wenn Lindau, Danzigs Stadtschreiber, berichtet, im Jahre 1 lti'2 sei „der 
vierte Mann von Danzig"8) ins Feld gerückt, oder wenn 11.") 1 Dan/.iger Fcldhauptleute zur  
Verstärkung ihrer Truppen vom 1t nie „den werten Mann" verlangen9) oder von einem Bürger erwähnen, er sei 
draussen „für den vierten Mann." in) Man könnte zwar bei diesem Ausdruck auch an die in andern 
Städten, z. B. in Prag oder Augsburg, vorkommende Mobilmachung je eines Stadtviertels") denken, 
aber näher liegt es doch, jene Bezeichnung zu vergleichen mit der in den Jteichstagsakten des 
1:"). Jahrhunderts gebrauchten: der „zwanzigste", der „fünfundzwanzigste", der „fünfzigste Mann" l2) 
eines Landes solle aufgeboten werden; und für die Annahme, dass die Pflichtigen — ebenso wie 
es einmal im Reichn) geschah — in Gruppen von je 4 zusammengelegt wurden, werden wir um 
so mehr uns entscheiden, weil in D. neben dem „weilen Mann" gleichzeitig vom „dritten Mann" 
die Hede ist") und weiter darauf hingedeutet wird, dass beide, „der dritte" und „der vierte-', 
durch das Los bestimmt wurden, der dritte den vierten abzulösen und ein Mann statt dreier zu 
1) D. A. XXXVII ca. Marienburg Montag nnch Visit.: das ir allen ctiwcr stadt imvonern und undirsessin keinen 
usgcnonicn gehittet, dns ein ylczlichcr, der vor nldir iiiulc iogunt mit ichtc tog c/.ur werc. sich c/.urichte und mit lut- 
buchsen, armbrosten, flegeln, sattilhcilu, spyssin und stist allerleie generc also schicken und bereithin, weiine wir euch 
amlirweit werden »chrüilieii, das sy dennc folgen, als der nmn i-it gesessen. — ebd '2r>. Hochmeister an 1>. Maricnburg 
Boininb. n. Laurent. 1411: fugts also, das ir die stad hinder euch l>emnnnet lasset, und ap is not wurde tliiin, das denn 
ein ydermann, der tmr werc luchte und geschicket werc, usezoge ezu fasse odir czu plcrde. 
2) D. A. VI SO. Sonnab. n. Slanislaus: das ir mann bey manne Inst aiisczihen; \en ir doheyme vindet, das ir 
in cjnlet bis czu der czukonfll unseres liern koniges. 8J Ser. lt. l'r. IV 585. 
*) H. Sehröder I ehrb. der deutsehen Rechtsgesch. 151. *) Ausgesprochen z.U. 14:50 Iteichstagsaklen IX 385. 
8) Ebd. 1C5: das drei den vierden aulirichtcii mit hamasch, pcuchlicn, annbrost, wa^cn, speis und aller ander 
notdurftc, die man dan haben sol. 
') D. A XXXVII Cl. Marienburg Freitag vor Margarete: wiederholt die Mahnung „das ir allen — werc* (vgl. 
oben n. 1) und fährt fort: sieh tzu pferde Uu wagne und t/.u fussc, wie die können, ufliuachcn. so das yo t^wenc 
den dritten ulirichten und sieh ouch mit geschossc und allcrley tzubchoriingeu nlso schicken, das sie selbst und wir mit 
en scyn bewuret und bestellet. 
8) Her. K Pr. IV 5!>2 über Lindau vgl Gehrke Z. W. G. V. XXXI 71. Schütz »Ol umschreibt den Ausdruek: 
.der vierde mau" mit den Worten „der vierdc theil der wcrhallUgen bürger." 
°) 1>. A. LXXIV 252. Ilcrinan Stargardt an IJ. u. lt. vor Marienburg Mont. n. Mar. (leburt [14|5l: set to, dat 
gy hyr gude manne senden imdc van den Verden manne und bürgere niede; imdc oft syk ok jciuant woldc to litis holden, 
so mochte gy sc setten up 2, !5 inannc oft perde, unde jo gut volk, seliütten. Item ho latei herschowinge don 2 oit 
!5 cliigc, er sc ut teil (ausziehen). — ebd. 2:!0 vgl. unten n. 24. 
10; 1). A. LXXV 470: uns lieft bygebraeht Michel Heynier unse medeborger, dal he ut is vor dem 4deu iiian in 
HnnsDonen fels(?) und lieft ok vor uns gebracht eynen, de hit Jürgen Smit, de ok vorllinr. llaveman ut crer gcsclschop 
vor den 4. man lange is ut gewest; ok lieft hc eynen, hit Gregor llaveman, de Hans Doncn cgene soldcner is. Lcvcn 
hcren, werc jw edder wardc jw ich (—» etwas) anders vorgebr.tch, so mot<> gy hyr ti]> Ionen (— Strafe?) setten. 
11) Gcnglcr 52. Mendheim 17. Mojean 18. II. Fischer Tlicilnalnnn der ltcichsstiidto flu der Keichsheerfiihrt. 
Leipzig 188:1. S. :'.». U) A. a. ü. MS. 535. 1«) Vgl. oben n. C. 
M) 1). A. LXXIV 210. Hermann Starganlt und andere an B. u. It. vor Marienburg Donnerstag vor  
Margarete [14]54: so gy uns schribet von den lwten, de iitcm herc trecken sunder unse willc und weten und den it loet 
gevnllen is vor den derden man und vor den Verden, de derdc man vorlosset den Verden man und ok 1 soldener cn 
mnn Luvet vor 8: lcvcn hcren, wy begerden mnino unser aller wolvaren willen, dat gy en ernstlich vorboedt docu, dat 
sik cn elk gudt man nicht so merken («— riigcu) lutc mtd sidk vorrederigh an uns bogan molo, und dat gy Inten bedon (?) 
dienen hatte.'"O Vermutlich wurde also \uii je 4 JJiirgern zum Dienste zuerst herangezogen, wer 
beim Losen der vierte geworden war, dann der dritte, wohl kaum der zweite oder der erste. Ein 
gleiches Verfahren ist zu Nürnberg und zu Meinmingen beliebt worden, wenn wir Würdingcr  
vertrauen dürfen"'); in preussischen Städten kam Aehnlicbes vor, insofern z. H. in Elbing17) häufig 
mehrere liürger zusammen einen Wäppner ausrüsteten und ins hVld stellten, ohne dass indes für 
solche (jlruppenbildung die Vusdehming über die ganze Bürgerschaft nach bestimmtem  
Zahlenverhältnis nachzuweisen oder wahrscheinlich wäre. 
Ist so die allgemeine Wehrpflicht im l'rincip wenigstens aufrecht erhalten, so finden wir doch 
häufiger Spuren eines Verfahrens, dass uns an die Timokratien des Altertums erinnert: wir sehen 
gewisse Leistungen für den Krieg nur den Vermögenden zugemutet und die Forderungen abgestuft 
nach dem M'iassc des Hesitzes. AVie in mehreren Aufgeboten des (Jrdenslandesls), so begegnet 
auch in !i au 1).,4 den 
Hürgern, die KHMl Mark21) — doch wohl Vermögen, nicht Hinkommen — hatten, Stellung von  
Mannschaften für den Krieg auferlegt worden. lTnd in der ältesten der noch vorhandenen Dan/iger 
Willküren25) wird jedem Manne ,,dcs weil) bundt treedt'-, d. h. einen gewissen Kopfputz trägt, 
geboten „zu haben in sevnem house e\n glitte manne harnasch eync lotbuchse oder eyn 
armbrost." In dieser Willkür heisst es weiter: ,.item eyn itczlich man, der cuieii silbernen gurtel 
bot, der 11 inargk lotiges bot ader weget ader darobir, iler sal eynen man harnasch haben; unde 
welche frouwe euicn silbernen gortel bot, eynen eynen (!) ader mbe, dy alle mit eynander evine (!) 
inargk lotiges wegen ader dorober, derselben frouweu man ader dy frauwo sal ouch in bsunderheit (!) 
viin huye tu luiye bovcn und neddon und im de quartirincstcr und rotmestcr laten vorhoren, diit en wandel ge-.clie, und 
dut gy bellen, weine it loet viillet, dat hc selven ut tlie, und weine it gefallen is. diit se genen (= kenen) suldener vor 
cm cn senden; dit sy wy alle vort (— fürs) gemcj no beste begern («— begelirend); fluider it werc, dat he uld oft krank 
were. Wille gy nicht richten den, de brekt f«-« ungehorsam ist), nemet er gelt; dat beho\et inen wol. — ebd. 2:19 
Ambrosius Tirgurt u. a. an II. u. 11. vor Maricnburg Abend S. Laurcntii |ll|r>4: it is grot not, dat gy neu iip eint volk 
beyde up den :'d. niaii und up den 4den, und ok oll men de suldener \on 1000 mr. (— Mark) al ut sin und bestellet 
mit C!ert von Werden und mit Harlolt Sleehtcr, dat se uns senden de registere darvon, so mögen wir uns darna richten. 
u) D. A. LXXIV 1'.7: Arndt Vinekenberch u. a. an H. u. lt. Kreit. nach h Sacramenls Tag |14]."i4 (vor 
Marienburg): de verde lii.in soldencr lopt voste wech; iienian sendet den Verden man vorlossung, und ok Milkem proyen 
(■» l'iick), so hyr is van dem verden mau, cu del dat sint Milk, de juwen koell halen vor den dore, de bliven wol. 
Alan de degelik (= tüchtig) sindt. tlien al wech. Und luvet (=. glaubet) dat warnl'iieh, dat liir glicn (—» kein) 100 man 
sint siuider de \or dem .Stumo »int. Der lude suldener then so wul wech und kunicn nicht wedder, nders und ander 
als de verde man. Vom Losen ist auch die Rede, I). A. LXXIV 210 (vgl. § :t n. 20) von der Ablösung des vierten 
Mannes ebd. 170: diu vor den 4den man ussen »in, begeren von mir uch zeu Hcriben, das man sye lufse. 
1") II :)08, wo indes keine Quelle angegeben ist. 
Mj K A. 77. — Die von Werinbter Z. W. tJ. V. XIII 41 angeführte Notiz über Hraunsberg, deren Quello ich 
nach dem Citat nicht aiif/iifindeu vermag, deutet eher auf ein Verfahren, wie es in l'i-.ig uder Augsburg üblich war. 
lb) St. A. III :">, IV :\ü2. Uli. Über Heranziehung der Bürger zum hicuslc nach ihrem Vermögen Mojcan ü. 
1") 1). A. XXWII :;i Schwetz Dienstag vur Johannis bapt. (141:5—22): das ir niitsampt euwern meteburgern, 
als sie sint gesessen, euch mit pferden und harnasch dore/.u richtet, wenn das ander geboth kompt, das eyn iderman 
bercyt sy cztu volgen, wohen man in wirt heyssen, und das sy gewarnet »ein oll dry wochen kost. — ebd. 207: das 
ir allen den euwern gebietet, als der man gesessen ist, t/u pferde und t/u hisse, wie sy uskomen mögen, ernstliche 
gebietet t/u folgen bey lcybe und gute, wo hin man sy wirt heyssen. — ebd. ij:l vgl. oben n. 1, 
2«) IVrlbiich, l'reuss. Kegelten. No. 12Ü, S. :>!>. L. David, l'reuss. Chronik, herausgegeben von 1 leimig III 141. 
21) Voigt cod. dipl. l'nissicus III p. 171 No. 120: 1:578 erneueit Winrieh von Kniprodo der Stadt ihre alte 
Handfeste und sagt: daruinnic vorlie wir und geben den vorgenannten unsir stadt Dauzk inwonern und eleu nach- 
kunieliugen allen eweeliclicn Colmisch recht und gcrichte. 
2i) Köhlei II 070: Hin iglich gesessener man in den stetten sol haben seinen vollen hämisch. Item wer X mnre 
*■ wert hat in den stetten als husgenosse und ander meteburger, der »ul haben eine gute iope; item welcher aber XX mark 
hat, der sol habeu ein pane/er, eine jupe und cu isenhut. 
23, In Klbing wurdo nneh der „Mark/ahl1- gereist d. i. zu Feldo gezogen. K. A. iHi. 
2J) D. A. LXXIV 2:50 Uermiui Stargardt u. n. an H. u. lt. vor Miirienburg. Mittwoch n. rantnlcon fl4]54: dat 
gy den borgeren vorkundygen, wo synen soldener hyr nicht lieft von den 1000 marken, men sal se hyr alle tckenen, 
und wert inen dar denne gymande in winden (=» linden) brokalltych (— strallTillig), so sal men folgen unde holden 
eleu man truwelos unde erlös unde vorbeden en de stud. Dvt vorkundyget cm djt (!) up den radhiiso unde vort in 
den kerken, unde bestellet im limine den Verden man. — vgl. ebd. 2'*!) oben n. 11. 
-■>) 1). A. X 1, fol. LVII b. Vgl. Toppen, (ieach. ob, Voigt, tiesch. freussen-s, VI 117. ^J Von der Nahmer ü. 
Von dos wegen eyn gut manne hnrusch (!) haben." Wenn nun iiucli diese AVillkiir erst gegen lölMJ 
geschrieben ist, was der Charakter der Schrift lehrt, so darf man doch annehmen, dass altere, für 
uns verlorene. Satzungen die nämlichen oder verwandte Bestimmungen enthielten; wurde doch z. B. 
in Riga schon KITli jedem Bürger, der ,,sin wif kledetli inet liuutlie" — ganz ähnlich wie in I).— 
auferlegt vollen Harnisch zu beschaffen.2I') 
§ 2. Stellvertretung. 
"Man konnte sieh im Dienste vertreten lassen. Zwar baten I4f>4 Feldhauptleute den Rat 
dringend, dafür zu sorgen, dass die Bürger seihst auszögen oder mitritten,1) aber gerade solche 
Bitten beweisen, dass das Gegenteil gewöhnlich war. Ks ward deshalb vorgeschlagen, wer nicht 
persönlich dienen wolle, solle angehalten werden, mehrere Leute oder auch Pferde aufzubringen2). 
So ist denn häufig in der Korrespondenz der Hauptlcute mit dem Rate und auch sonst von dein 
..Roldcner", (diener, gesinde, geselle, Knecht) dieses oder jenes Bürgers die Rede3) und es wurde 
Wert daraufgelegt, dass der betreffende an seiner Statt nicht einen „Jungen", sondern einen Manu 
stellte.4) Frauen hatten ebenfalls nicht nur für Waffen zu sorgen, wie wir aus der ältesten Willkür 
schon ersahen, sondern auch Leute ins Heer zu senden: wir lesen von den Söldnern der Kischcrin, 
der Mansche von Minden und der Weiber aus der Zwirnsgasse.5) Dass wer nicht in Person auszog 
oder einen Ersatzmann ausrüstete, der Stadt eine Summe zahlen musste, wird nicht nur durch die 
Aufforderungen der Ilauptlcuto an den Rat, (a cid zu nehmen, sondern auch dadurch wahrscheinlich, 
1) 1). A. LXXIV 11t. Eynwaldt Wryge, Hans Vcrc an U. u. lt. tho den Lenke an sautet! rogorges dage fl4]54: 
gp (ihr) mosten borger herbestellen, wille gy, dat hir goit Hill gedain wurden; myt dessen Holdcners sal man gein geit 
ilain (=— nichts (iiitcs tliiin) inagcii. Schallet vittalgc up so lange tyt, also gy Hirnen, dat dit leger sul Valien, und gy 
mosten denken op vorlosMiige des Volkes. - ebd. 117 hovctludc von Dantzik to den Lcske an B. u. lt. des dingstages 
na reminiscere [14]M: dariiinmc verbildet ok andere, de mögende sin dat se ok gereidesin to perdc, als men toseggen 
ward, tegen (-- entgegen'.') den vriduch reide to wesen, und dat de borgere jo sulven medde riden. — ebd. L\XV 
!H7: Herrn an Stargart an B. u. K. to Margcuborch in den her an den mandage |14|.14: gy hebben hyr nicht LX perdc, 
de ut der stad vonDanezyk sin ... so lojijiet unde rythe et (das Volk) wech; de borger don sere ouel (— übel) unde 
qundclyk; wen de lüde latcn er soldencr gan unde ducken (=-ducken ?) voste hen.— ebd. LXXIV 210 oben § 1. n. 14. 
■■*) 1). A. LXXIV 25:!: Hcnnan Stargart an Bürgerin, u. Kat vor Maricnbiirg Montag nach Mar. (ich. [14|.r>4: 
set to, dat gy hyr gude manne senden unde van den Verden manne und borgere mede, unde oft syk ok jcm.-iul woldc 
to hus liolden, so mochte g) sc sotten iip 2. !'■ manne oft perde unde jo gut volk schütten: item so latct'herschowinge 
don 2 oft :l dage, er se ut teil. — 1). A. LXXV 478: llernian Stargart u. a. an B. u. K. in dein herc vor der Mewe 
an avende Hernbardy (14.14—14(JI): aläo dan mute borger to jw gesaut uns ingebracht hebben Ileimig Schulte und 
Ootschalk Pollenum, dat wy uns hyr to (i weken to uutholdcn sohlen mit den borgeren, iiLpi vordroge wy uns under 
malkander: off yniant notsaken hadde, de inuchte 1 man twe, dro off 4 vor siemaken: al^o hebben wy dissen personell 
orloll' gegeven na der borger wille und senden jw darby, wcvil eyn iezlik deweke geven sul. L|evcn] hjeren], wy hebben 
degelic volk vor sc wedder up genomen. So begeren wy van jw und biddon vlitich, dat gy ymand dar to willct vogen, 
de dat gelt vau en maucn und upheven. l'nd woldent so it vor 2 weken under cyujng (?) ut geven, so hadde dat 
eyn ende, wen wy sc nier 14 dage up genomen hebben. AI30 ist dat beslut mit den bürgeren, und de sulven hebben 
by cren eren gelovct, dat gelt na utwisiing der czedel ut to richten, wen se de rat let niaiien. Auch in Elbiug stellten 
einzelne Bürger je mehrere Bewaffnete oder Pferde. E. A. 82. 
8) So schon 1111 I). A. LXXIV 11 Clawes Itoggc, Peter Kxauwcl an B. u. 11. Vrankenhagen Laurentiusabend: 
do vorlore wyr cvnen schützen Pawel Brostcs gesynde. vgl. unten § 11 11. y. i). A. LXXIV 111, t} 15 11 4 
I). A. LXXV 80l", § 15 n. R. D. A. LXT B. 7. 
4) 1). A. LXXIV 110. Lynwalt Wrygc an B. 11. It. tho dem Leskc an asehedage fl4|.14: set op de soldener, 
dat it manne syn. Czarneholt lieft hir cynen jungen, de is krank; den sende wy wedder tlio hus; welke solke syn, de 
latet hir nicht kamen. Dass Jungen statt Miinncr ausgesandt seien, wird auch beklagt 1). A. LXXIV lül § !l 11. 20. 
<•) l). A. LXXIV 10.1: Kynwalt Wrygo an B. u. H. Lcske des ersten mondages in der vasten [lj|.r>4: so latet 
seggen l'cpersakk, dat he ein anderen man hersende, und sin man lieft dat liarnes vrrdowc.lt («= verspielt). Item Lüdeke 
van der Asso soldc hyr ein pert hebben unde lieft hyr nicht. Item de wiie in der Twerncgassc und de kersener hebben 
hyr ok nymaude. ebd. LXXV 277: Amt von Tclchten an B. u. It. liiitmv Sonnab. vor Martini: ic heb hir etliko 
soldeners by my vor llcrinann Budding cnen und von der Hansclio von Mynden und vor Macz Schonsc; de sin wat 
dünne gecledet und bed ju, dat gy sc ondcrwyscn, dat sc elkeni eile mark senden, up dat sc cleder mögen kopen. — 
ebd. LXXV !'»71: Tidem'an Langenbckc an llerman Stargart IWrgcrineister vor Maricnbiirg Freitag [14.14—7J: hir is 
velc volk, dat to hus wil, und hir kumt neu volk. lins wundert salkc besteltnissc. De van den pogenpolc sin vasto 
entlopen; dar were gut to gedaen (:— gut etwas zu thuii) und sc sin disse bi iiamen: Jacop inet der enen hafnt], Likc 
Vctcnnan Item Kleis cn dreger (== Lrehcr) Linke Nickel, Simon Ludckc, Simon Ludeke en roeztüscher der Visclierynneii 
soldencr; dessc hebben to 4 to :'. dagen gelegen und sint wech getogen. Seilt jo volk; dit volk lieft velc to :l weken 
gelegen und willen to hus. 
— 8 — 
dass in Braunsborg und TClbing diese Sitte des Loskaufs bestand.'•) Vermutlich ist doch auch 
das (ield, das zur „llcyße ken Bchmen" 1421 und zur „Kei.se ken I)rageheinv' 142ii eingesammelt 
wurde,7) ganz oder loilweis als Ersatz für persönliche Dienstleistung gegeben worden, wie es bei 
dem ,.rcj segelt" in Klhing oder in Nürnberg8) der Fall war. Wer hingegen einen andern statt 
seiner ins Feld stellte, hatte für diesen seinen Söldner, wie schon diese Bezeichnung andeutet, die 
Besoldungy) /u leisten und wurde ferner für die Ausrüstung seines Stellvertreters in Anspruch 
genommen,10) er hatte z. B. solchen auch von neuem beritten zu machen, wenn da« Pferd untauglich 
geworden war, oder für Kleidung und "Wallen Ersatz zu schaffen.1') 
§ 3. Schiffkinder. Zünfte. Quartiere. 
Von den verschiedenen Berufen und Ständen der Bevölkerung scheint für den Krieg keiner 
mehr Angehörige hergegeben zu haben als der der Schiffkinder. Nicht nur für den Krieg zu 
Wasser, in dem l).1) so viel geleistet und erreicht hat, sondern auch /u Lande wurden sie  
verwendet. Bei Tannenberg 1-410 kämpften sie nach Dlugoss' Bericht mit Auszeichnung2), sie halfen 
dann die Marionburg entsetzen3); ihrer r?(K» wurden 1 lf)4 vom (.Jubernator4) und den Hauptleuten 
auf Schlochau5) erbeten, als es sich darum handelte Konitz zu gewinnen, und gleichzeitig ihrer je 
2(10 für Mewe und Stargard verlangt; ihre Leistungen gegen die Ordenskrieger vor Schlochau und 
Tuchel rühmt Hans von der Jene dem Kate0) mit den Worten: „die schift'kinder haben sich redlich 
mit en geslageu". So begreift man es, dass im Krühlinge des genannten Jahres der Stadt dringend 
0) K. A. 59. 88. Codex Warmien-sis II No. 378. Z. W. Li. V. XIII 42. vgl. oben § 1 n 11 IAXIV 210, 
§ 2 n. 2. IAW 478. ') Sit. It. 1'. IV 85ü. «) I). St. Chr. I 2Ü7. 
«) P. A. IAXV 271. Amt von Tclchten an H. u. lt. Bütow St. I jiicns-Abend [ll]54: ho sin hir vasto gesellen 
von Slochow gekomen, de inj* seggen, das diir noch vnstc alle dagc volle int lnnt komt. So lieb ic hir 4 vnn den gesellen 
by my beholdcn. De ene iu vor Abteshagen, de dar koint, der ander vor Storni, derde vor Herinnu IJudding, de verde 
vicnstag 
nach Trinitaüs |14]54: So ist vor Stellen Hiindertmark aussc gewest Thomas Selnaw und sich allhy beweist, da3 ich 
cm danke. Her hat bei mir gelosseu eyn panezer und eyn kolner; worumb bietto ich uch, cm behulfen weit syn, diu 
cm seyne soldic möge werden und daz der vorgesercveii Stellen Hiindertmark eynen andern an Heyne ftadt möge senden. 
11) ebd. l'.iO Ocrt Mylingtorp an B. u. H. Freitag nach h. Ixüchnani f 14].ri4: euwer levo do wol und undenviso 
hern Joluins Kruckeman, Hans Stiittcn und Drageheim, dat sc cren ghesellen scicken pc'de, do men reyssen mach 
(_ kriegstiiehtige); sc hebben perde von 5 und C marken, jdoch so sint se nicht ghesunt — ebd. 248 Huns von Schouwcn 
AmbrosiiiH Dergardc an' Bürgermeister Marien Kremon vor Maricnburg Sonntag nach Bartholomiii: vorbadet Itolofl 
Feltstcde: wet (?) jw, de lieft hir en pert, dat is ein all gesehuten, dat he synen soldener mede gedan hadde, de het 
Ditmcr Krenier. Und segget Itololf, dat hc ein eyn ander perd sende, wento de soldener wil hir nicht liggen, hc hebbe 
denne eyn ander pert. Wento hc is eyn degelik man; hir limine litte ik en nicht gcruc van hir. — ebd. 177 Curt 
von Haien an B. u. lt. Dirschau [14|öl Dienstag nach Himmelfahrt: vorlmt .lohan llamer zeu uch und bestellet mit 
cm, da3 er Hans Itodenberge, den ir gesandt hiilit, sende eyn annborst, eyn j)iuiC7er unde eynen kragen. — ebd. L 'M 
hovclludc in dem her an Bürgermeister: Hans Molncrs soldener ig sin annborst tobroken. 
1) Simson 71, 103, 110. «) Scr. lt. P. IV <28. ») ebd. III 820, vgl. St. A. I 540. 
*) 1). A. XLVIII 13 Johannes von Baysen an B. u. M. Thorn Mittwoch mich Jubilatc [11]54: wellet heehshundert 
schifkinder und seefertige lewte vor die Conitz er bess (=» jo eher je besser) ungescwniet schicken . . . genichet in die 
stete Mcwc und Stargart in iczlichc 200 derselben seclewtcu schicken. 
6) 1). A. IAXIV 111 Curdt vnn Duleu Johnn Pcckow an B. u.R. Schlochnu Sonntag nach Philipp! und Jacob! 
[14154: Unit en (den erbetenen Ratshcrren) metho fünf adir sechshundert sechcfiihrcnde volk. Diese Bitto wiederholt 
ebd. 155 und IAXV 809. 
u) 1). A. LVI 3 Mono Dienstag V. 1. Frauen [11)51. 
— 9 — 
abgeraten wurde7) die „Sigelario" auf/.uschliessen, da man dann keine seefahrenden Leute mehr 
als Söldner behalten werde. Selbstverständlich aber waren auch die anderen Stände und Berufe 
in Danzigs Heeren vertreten, ■/.. B. — nicht eben zur Freude der "Kübrer — Leute die „vorm 
Thore Kohl holen"4'), oder „töpper und lynwffer (Leinweber) und forknechtc und ander, de ny 
armbost in de band genomen heilt", wie Curt von Ualeu ärgerlich dem Jtatc schreibt9), nach Arndt 
Vinckenberch's und Tymann Gerwer's Klage gar „brodbedelei-"0). 
Ocfters scheint die Stadt von den Zünften als solchen Aufbringung je mehrerer Bewaffneter 
gefordert zu haben; während die ältesten Zunftrollen, die der Leineweber von 1.577 und die der 
Maurer von 1388"), der Wehrpflicht nicht Krwähnung thun, verlangen die Jtolle der Schmiede von 
1:587 und ebenso die um 14f)4 entstandenen Ordnungen der Schneider, Tischler, Leineweber, Bäcker, 
Barbiere und Hutinacher von neu eintretenden Mitgliedern der Zunft, d.iss sie gewisse Walfen- 
stückc besitzen, und verbieten deren Verleihung, Versatz oder Verkauf.,2) Schon um 14H5 setzte 
man bei den „ammechten", d. i. Innungen Danzigs, Waffenvorräte voraus, wenn man dem  
Hochmeister vorschlagen konnte'3), er möge Unruhen der Zünfte verhüten durch den Befehl, dass deren 
„harnasch und wopon in der Stat beheltnisse ingelegit werde"; und im .lalire 14^2 maebten den 
Zug des Ordens gegen Polen und Litbauen auch „soldcner der werke" d. i. der Zünfte Danzigs 
mit14); 14f)4 beschwerten sieh h'eldhauptleute, dass die Kürschner11) keinen Mann zum Heere vor 
Marienburg gesandt hätten, und sie forderten, dass die 5 Mann, welcbe die (iürtler beim Heere 
hätten, von der Zunft durch 5 andere ersetzt würden15). Auch l't'J') rief der Hat etliche ,.Werke", 
vor allem Fleischer und Hutinacher zu seinem Schutze wider die Aufruhrer unter die Wallen"'). 
Aber die Spuren militärischer Thätigkeit der Zünfte sind in Danzig nicht annähernd so zahlreich 
als anderwärts z. B in Elbing ,7), es fehlt ferner ein Zeugnis dafür, dass man den Zünften Kricgs- 
steuern wie das „Reisegeld" auferlegt hätte, was z. B. in Braunsberg,y) geschah; vielmehr sind die 
oben erwähnten Abgaben19) nach den (lassen gebucht, aus denen sie eingingen, und auch  
Andeutungen in der Korrespondenz der Keldhauptleute mit dem Rate ]4f>4 scheinen darauf hinzuweisen, 
dass die Leistungen für den Krieg nach Strassen oder Quartieren20) umgelegt wurden, insbesondere 
spricht hierfür der damals gemachte Vorschlag, zur Verstärkung des Belagerungslieeros vor Marien- 
') i). A. LXXV 300 Curt von Dalacn hopliuan zeu Rehlochaw an U. u. H. üichlochau Dienstag mich Qunsiiuodo- 
geniti [14]54: ouch verneine ich alhy van unscrii snldcnrrn, da3 ir dy sigclacio weit ullslissieii binnen 11 tagen. Wy 
U113 geschehe, so bchilt ir keynen zefarnde man uff Blossen iitlir in steten vor soldencr. — ebd. 322 bitten die llaupllcutc 
vor Marienburg den Hat: dat men de schepc binnen land 3 oft" 4 dage tuwen (—• warten lassen) woldc; liyr sin vel 
lüde, de cre guider darinnc licbbcn, de inedu segclen sohlen, und wi willen er nicht ton Inten limine der andern willen. 
— ebd. LXXIV 114 klagen Eymvnlt W'ryge und Hans Vcre dein Itntc: so is dit volk scro unwillech und seggen, dat 
cn de borgeruieistcr lieft gelovet, sc Haien lür ligen niiiii 0 dage, und loppet van hir iuic unsc weteu . . . de ejn wil 
to hus bruewen, de ander bakke, der derde scgelcn, so dat wy schir genen rait weten; dervar gy («— erfahret ihr) van 
den bürgeren de Uio hus kamen ane nrlofl, dar niaket it so niede, dat sik eyn auder daran stoto. vgl. liujack 723. 
8) Oben § 1 n. 15 D. A. LXXIV 1«J7. 
9) D. A. LXXIV 21!? Kt. Margaretentag f 14(54. ebd. 238 nennt er seine Leute „pramschewbcr" l'ralnnschicber. 
10) ebd. 107 Freitag nach li. Leichnam [14J54: wy hebben liyr (vor Marieuburg) und toni Stuiue nicht 200 schütten, 
dar to allc^ volkxj mit knien und midt speten brodbedclcrc und ander uuroslich volk man 120 mau . . . latet de bcdclcr 
to hus und latet jw lierHcliouwung don. Von dein „armen Volk" im Heere spricht auch 1). A. LXXIV 101 § 15 n. 20. 
") Hirsch 338. — IX A. LXXII (i. 12) Hirsch 328, 31? 1). A. bibl. arch. Ucd. 1\ 14. vgl. unten § 7. 
W) St. A. I 288. Scr. It 1'. IV 382. ") 1). A. LXXIV 105 § 2 n. 5. 
16) D. A. L. 00. Dat werk von den gerdclcrcn heben hir 5 inanuc; de heben hir gelegen 14 dage. Dy en willen 
hir nicht lenk liggen. Dar uinmc so bestellet, dat von de» Werkes wegen 5 andere mit den ersten komen mögen. — 
Auf Kriegslcistungen der Ziinlte scheint auch ein Zettel zu deuten, der dem von Sinison 12:1 n. 25 ausgezogenen Briefe 
Amt Finkcnberga (D. A. LXXV 282) beiliegt und lautet: De bogener de buttenniaker (= Böttcher) de glaner de is 
vor eynen nudern vor soldcye ut und nil myt uns nicht reysen. Desso gulvigcn willen in keynerleye will nicht medc 
uthrcisen und geven quade vordc. 16| Z. W. G. V XI S. G7. 
1') E. A. 81. Nach Himmelreich 13 haben schon 1324 „die miiltzen bräuer in Elbing ein vexilhnn und gewisse 
panierfahne sicli machen lassen.'- Ueber Zünfte uls militärische Verbände vgl. Mojcan 9 ff. von der Nahiiicr 29 fl". 
1») Codex Warmiensis II No. 378. 1°) 8er. lt. 1'. IV 3Mi. 
s°) D. A. LXXIV 101. Eynwalt Wryge, Hans Vere au M.u.H. LcHke des ersten sundages in der vasten fl4]54: 
Wat gy von volkc senden, dat latet doch mannen sin stormheft. Hir 3cm iougen. Hermaii Mellin und ]Innert und 
ander vcle van unsen besten borgern, do sik so bcwysen, dat it groto schände is, Engel brecht Levint und ander vele, 
de hir thor eventhuro («>» Abenteuer) nicht eynen man hebben. Ann volk von der Lastadege undc ut kelren, ut dein 
poggenpolc de iaget man ut, und hebben nich eynen fek (?) harnech, und de dar harnesch hebben, de blybcn tho hus.— 
Ebd. 210 Vollcrt von dem Borne (?) toch wech sonder orloff, und sc seggen dat ein lot was vallcu und Jacob Hasart 
und Snnder van Hütten. Ut aller brotbenkgasse is man Lemau Stindt und Bartinan Jörg Brothag von borgeren. Dut 
wol und straflct ernstlich und makt horsam und latet nllc Straten besen, wenie it lot govallen is, dat he genoch do 
und liorsnm sy. 
2 
— TO — 
bürg solle jedes Quartier 25 Mann stellen und die Leute, die dort aus den Quartieren seien, solle 
mau durch andere liesser gerüstete ersetzen.2I) Von einer militärischen Bedeutung der Quartiere 
ist, soweit ich sehe, zum ersten Male MT>1 die Hede, als der Hochmeister seine Klage über 
feindselige Absichten Dnn/igs damit begründet, dass man die Quartiere bestellt und jedermann 
geboten habe sich mit Harnisch und Proviant auf ] Jahr zu versehen.22) Im 10. Jahrhundert 
zerfiel die Danziger Bürgcrinili/. nach den 4 Quartieren, dem Koggen-, Hohen, Breiten und l'Mscher- 
Quarticr, in 4 Regimenter2-'), aber seit wann diese Kinrichtung datiert, ist unsicher, sie wird in der 
sehr genauen Schilderung, die Uonholt") dem Aufstande von 1525 widmet, garnicht berührt, war 
also damals wohl noch nicht vorhanden. 
§ 4. Dauer des Dienstes. Kontrolle. 
Jteinhold Niederhof und Joachim von der Beke sprachen während des Dijährigen Krieges 
einmal davon, dass die Dan/iger ihr „broth eyn jor lang im veldc essen"") müssten, wenn sie etwas 
erreichen wollten, es liegt aber auf der Hand, dass wir es hier mit einer Ihperhcl zu tlnin haben 
und dass es keinem Bürger zugemutet werden konnte, so lange von Hause fern zu bleiben. Leber 
ü Wochen, die Frist des Sachsenspiegels,2) hinaus scheint man eine Verpflichtung zum Kriegsdienste 
nicht anerkannt zu haben3), aber auch auf 4, .'I'), ja 25) Wochen ward dieser beschränkt, und 
namentlich musste auf Ablösung der Mannschaft bedacht genommen werden, wann der Dominik0) nahte. 
Es ist wahrscheinlich, dass die Behörden nicht erst im Augenblick der Not, sondern schon 
vorher in hViedcnszeiten sich überzeugten, ob der Bürger imstande sei seine militärischen J'llichten 
zu erfüllen, ob er insbesondere die vorgeschriebene Ausrüstung besitze'); und das am Ende des 
IT). Jahrhunderts zuerst bezeugte Fest des Mairitts ist vermutlich aus einer häufig oder  
regelmässig im Frühjahr stattfindenden Musterung hervorgegangen; solche stellt wenigstens Beier zum 
•Jahre l.">lf> als den Zweck des Mairitts hin, welcher Brauch nach dem Chronisten „von etlicher 
zeit . . gehalten ward."8) 
In Kriegszeiten selbst bedurfte es strenger Kontrolle, damit die Pflichtigen auch wirklich zum 
Dienste erschienen: 1454 verlangten Hauptleuto vom Bäte, dass er „Heerschau thu<>" und durch 
Quartier- und Rottmeister die Säumigen feststelle9); dies sind doch wohl dieselben Beamten, die in 
der um die Wende des 15. und Li). Jahrhunderts aufgezeichneten „ordinancie der wakc holldinge" 
21) l). A. l,XXLV 119. Rcnnll Ncdcrhofl im B. u. E. Lcskc Dieimtng vor Oculi [14]51: L)it volk dat hir (lasse 
H diigc gelegen hevet, sunderliv de borgen", en wellen nicht lenk liggon. Diirtiniinc so modo gy dutnljn bestellen, dnt hir 
ander borgerc komen. Wcntc sc seggen, wes dnt sc vorder mithin heben, <1jiu linder er naher boven und beneden. 
Jliriimmc so mote gy dat niaken. wu dat gy dnt niiiken, dat mer borgerc komen. Man mot de quurtir anspreken, dat 
nicn ut juwclik quartir liir nincli heben 25 mau, de ok 14 dag ok (!) liggen mögen . . . gi inoten hir ok ander lüde 
to perde senden: dessc willen al wedder to hus . . De hir Hin van der Lastadie, de willen ok to hus wesen. De hir ut 
den quartireu sin. dat sc dar andere vor senden, de harnsch heben. Dass auch in Elbing die Keihenfolgc der  
Dienstleistungen nach der Wohnung b<^tiiimit wurde, lehrt 10. A. !)ü. 
■■") St. A. III 288. Kbd. III .r>07, IV 225 wird erwähnt, dnssTliom zu militärischen Zwecken in Quartiere geteilt 
war; für Elbing gab es solche Einteilung schon 1120. 10. V. "1. 05. Für andere Städte vgl. Mojcan 9. 
iö) Lüschin 1 250. «) Z.W. (i.V. XI S. 07. Auch Stegi.inn und der Anonymus Her. R. 1'. V 5ü2 u. 577 
erwähnen zum Jahre 1525 noch nichts von der bei lüschin geschilderten lOinteilung. 
1) I). A. LX\rV 857 nneh Sinison 121 vom Jahre 115Ü. 2) Lchnrccht 4 § 1. vgl. Weber CID. 
3) D. A. LXXIV 255. Ambrosius Derg.irdc Hans von Schouwen im II. u. I». im Heer vor Marienburg Mittw. 
nach Mar. (ieb. [Il|."i4: wen de VI wcken limine komen so wart dat Volk hir nicht long willen blivcu und werden wech teil. 
*) «er. lt. l\ IV «82. I). A. LXXIV 17Ü. Wilhelm Jordan an 11. u. lt. Sonnabend nach Himmelfahrt |14|54: 
also vnn unsein volke, das nuc hot gelegen hoben sync czyt, das sie vorncineii, das man sie nicht lullen wil, also man 
e/.u hatte gesaget, das sie nor 4 wochen ussen legen solden. D. A.LXXV 871 wird Entlassung nach 8 Wochen 1 Heilstes 
verlangt. § 2 n. 5. 
6) ]). A. LXXIV 11!>. vgl. § 8 n. 21 u. 15. 1). A. LXXIV 121. An B. u. lt. vor Marienburg Freitag vor 
Lactarc: bis is velo Volkes, dat sine XI1II dagc gelegen hevet und wil wech. 
«) 1). A. LXXIV 280: et is to bedachten, dat et (das Volk) uns entgan sal up dessen domenyk. llyr limine 
■lochte uns geraden sin, dat gy uns dat Volk Sauden vor den dommenyk, undc schallet, dat dar io ryders camen, 11I30 
gy meyst conneu; went unse dinge sin nicht licbbo wy nicht 5 oft 151K) ryders. — I). A. LXXV 811 vgl. 11. 18. 
Solche Bitten um Ablösung der Bürger, deren Dienstzeit abgelaufen, auch 1 löhlbaum 21. 
') In Klhing und Thorn landen solche Besichtigungen zu Anfang des 15. Jahrhunderts statt. E. A. 05. Wernicke 
(ieschichte der Stadt Thorn 180. 
*) Scr. It. 1*. IV 758, V 171, auf welche beide Stellen Herr Dr. Cielirkc mich freundlichst aufmerksam machte. 
Vgl. auch von Treskow 14. 
B) D. A. LXXIV 210 oben § l 11. 14. In Frankfurt am M. sollten nach dem Statut von 1882 „rottmeister von 
Luise zu husc geen", um die Wallen zu „besehen". Arch. f. F. (r. u. IC. 158. 
— 11 — 
als die .Kühler erscheinen, um die sich die Bürger bei „gestrus, geruchto oft fuer-' zu siimnieln 
hüben.10) Sie müssen dann auch Listen der Pflichtigen gehabt haben. In der That wurde über 
diese Buch geführt: 1-114 meldeten Hauptleule dem Jxate11). ihre Mannschaft stimme nicht mit dein 
ihnen mitgegebenen Register; l-lü-l baten sie, dass man ihnen ,.do registere" ins J jager nachsende 
oder sie wenigstens „ansehe", damit man mehr Leute zum Dienste heranziehen könne12); eben 
damals befahl der .Rat den Hauptleuten im Lager, die anzuzeichnen13), die ]'forde bei sich hätten — 
doch wohl behufs Eintragung in jene Listen — und meldeten die I laujitleute. dass sie im Lager gemustert 
und gezählt") oder dass gewisse Bürger, die sie nennen, „nvmandis vor sich ußgerichlet" hätten11'). 
AVer mit l'rhuib aus dem Felde heimkehrte, erhielt einen ..Zettel", um sich zu Jlaus  
ausweisen zu könnenlü); ging es im Lager sehr knapp her, dann mussten die Iluuptleutc solche Zettel 
noch zahlreicher als sonst ausstellen17), aber oft liefen die Leute auch „sunder seddele", ,.ane 
c/edel" davon10), und es forderte deshalb Reynolt Kederhoff, man möge sorgfältig aufpassen auf 
die „de in de stat komen ut dem bore, de nycht hewys mede bringen'"1'). 
[Strenge Bestrafung solcher Fahnenflüchtigen wurde ebenfalls wiederholt dem Bäte empfohlen, 
damit „ein anderer sich daran stosse"20); fügen aber die IIauptleute dem Wunsche, dass Deserteure 
enthauptet werden möchten, noch den Rat hinzu, man möge eine „wilkore" für solche Vergehen 
machen21), so wird daraus zu schliessen sein, dass die Desertion im (iesetz noch nicht mit Strafe 
bedroht warz2). Stiafunküudigungen haben denn die Kcldhauptlcutc auch einmal, wie es scheint, 
eigenmächtig im Kamen d<» Bates erlassen und diesen aufgefordert, ihre Anordnung in der Stadt 
zu publiciercu*3). 
1«) D. A. X. 1. ful. LVIII b. 
H) D. A. LXX1V 10. Kvert van der Alste und Mcitenstorp an B. u. lt.: dat gy uns en regester gheven mede, 
dar wy uns nicht ut rechten konen. Wcnte dn \vy dat register lesen, do weren dar luede, de nyclit ghescreven weren, 
unde lüde, de nyclit liir eint und de Hcreven sint. 
!-) I). A. LXXIV 210. .lohan Mcydcborg u. n. an B. ii. lt. vor Marienburg in dyo sancli L.iwerccy: dat inen 
bestelle mit Bartolt Slecliter und mit her" (irrt vom AVcrde, dat inen alle register ansc. — ebd. LXXV !>22: dat inen 
de register by her Bartolt Slecliter und tJcrd von Werden hohlen oversen; wy inuiicn, wy sohlen wol uo stark werden, 
als «y weren, do wy ut togen — ebd. LXXIV 2!»!» vgl. oben fi 1 n. 14, unten § 8 n. HR. 
13) J>. A. LX'XV 27:t. Der Hat an her Jacob Falken ratliniiinn und .lohan Dovc borger und hovcthludcu des 
utligcmakedeii Volkes der stat Dantzk. Danzig Sonnabend vor Syinonis u. .ludae |14J54: doeth wol und tekent an 
deghcinic, de dar jieerde hebben. upp dat wy uns damit möge» wi-tuii richten. — Von Au(/.eiclnning der Bürger im 
Lager ist auch die Rede LXXIV 2.K) oben g 1 u. 24. 
M) D. A. LXXV !5ü:l. Luetkc Hychkct an B. u. 11. Dirschau |I4]54: wy hebben Iiyr licrschowingc gedan uji 
dessen dach und hehben nicht bo\en 1 l(jü man minder de up den boten sin . . dar is vele ^lkcs to hus gebleven; dat 
sin uiisc unde des landes vorreder, unde de von der olden unde jungen »tat hebben ok nicht vele. — ebd. Ü01  
Ungenannter an B. ii. lt.: also ich vortragen habe und gisse (■ gesehen), so habe ich hoben 5 ader C00 man nicht und wen 
ich in das feit kome, so will ich sie oberslocn und ezellen. 
») D. A. LXXIV 178. Daniel Frewdcnhcrg au B. u. 11. 
!'■) Solche l'rlaiiWctlcl waren auch zu Frankfurt üblich, vgl. Wulckcr 4ü Mo. 115 und lli). 
17j D. A. LXXV :5ü0. J. Mejdcborch n. a. an B. u. lt. Maricuburg Sonnabend am dage llcdwigis [14.r.7J: 
wente Inniger eyn scherp swert is, so' moten wy czcdelc ut geven, wy willen afl cn wille, oder sc Ionen uns bey grölen 
scharen doch weg. 
N) D. A. LXXIV Uli. II er man Stargart u. a. an 15. u. lt. vor Maricnhiirg Sonnabend: dat dat volle np dessen 
Domincnyk veste wech wvl anc mvnen danck, unde lopcn Minder seddele. Vgl. unten § 1:5 n. 10. D. A. LXXIV 240. 
i") I). A. LXXV iiOU. In"l>. A. LXXV 458 und 457, worin .lohan von Heriord und Matz Colinener liofllmaii 
vor Putzig 1401 dem Rate mitteilen, dass sie genannte Ijeute „hebben geiordet und vcrorloffet to teilende yegen tidnntezk", 
bezw. ihnen „orloff geven hebben", dürften solche rrlaubszettcl erhalten sein 
■■*>) D. A. LXXIV 114. (S !5 n. 7). — ebd l"(i. lioptlcwthc zeu Slochow an B. u. H. Schlochau Sonnabend 
vor Qnasiniodogcnili 1454: so haben wir unsere gesindes eyn teil also Vct/ens Stolle, Itulointeiiistcdcn kuecht, .lochcym 
Omerlandis (?) kriecht, Fritze Matlz Yoskawcu knecht, uiellic vor dy Conitz gesandt; ob ir keyn van den adir sust 
andir heyni wurden komen, so wisset, das wir en nicht vorlawbct haben hcyni zeu thiui; doruuib bietlen wir uch, ab sy 
wurden hcyin komen, dnij ir sy uiiili eyn sulchs wellet strollcn, uli" da;} sich andere, donin stosseu nicehtcn. Diese Bitte 
wiederholen sie ebd Ml. Vgl. auch ebd. 210 oben § !j n. 20. 
■-U) D. A. LXXIV l«i7. dat inen elkcm sin kop ollliow, de sunder orloil" wechtreckt, und solt upborn (—■  
offenbaren?), it sint vorreders, und niimmer solt gudt wurden, gy niote. cm so don. Makt en wilkore, dat sc de wilkoro 
richten latc mit juwer hilpc, wille gy dar selben nicht over richten Inten, und sparet dar ncmaiit an. 
22) Deshalb muss die von den Fcldhauplleutcn beantragte Stralbestinimung, Deserteure sollten als treu-und ehrlose 
behandelt werden. erst öllentlich, d. h. iiui dem Rathaus u. in den Kirchen verkündigt werden vgl. oben LXXIV 2:'.0 § 1 n. 24. 
«) D. A. LXXV 405: wy hebben cn hyr im here geseebt, dat Uli by ju mit rade, sclieppcn und den borgeru 
also geilaten is: wc liir uwt dein here ane orloil' und bewisinge «1er holl'etlude lieyni tluiet van hir, dat gy ilen dar 
Werden in den tonn leggen belli an uns und vorware. Bestellet darup in dem butciisten dorc up jensyt saento  
Barbaren, dat dar up gescen werde. Kerkerstrafe, für Versäumnis des Dienstes auch D. A. VI o0. vgl. oben § 1 n. 2. 
2* 
— \2 — 
§ 5. Soldtruppen der Stadt. 
"Wo wir von Danziger Söldnern lesen, da ist nicht überall klar, ob es sich um Leute handelt, 
die von einzelnen Bürgern an deren statt gestellt waren, oder um Mannschaften, welche die Stadt 
angeworben hatte. Dlugoss lässt unter dem Danziger Panner schon MIO „milites mercenarii" 
kämpfen1), aber erst aus der Zeit des l.'Jjährigen Krieges haben wir schriftliche Anerbieten von 
Söldnerführern, die der Stadt dienen wollten2), und Urkunden über Verträge, die sie mit solchen 
Leuten abschloss3). Ein Register, aus dem uns noch ein Auszug erhalten ist1), berechnete Danzigs 
Unkosten für Söldner im .Jahre 1-1 ü4 auf -'SM'.)bl/2 Mark, führte aber noch besonders Posten von 
5U7 Mark 2''2 Seot auf, für 102 Söhlener, die ,.Remmiger brochte anno 54-' sowie von 77.r)l> Mark 
1-1 Scot für die „soldener vor der Konitz"; die wöchentlichen Unkosten für Söldner gab die Stadt 
im August 14.") 1 dem Könige5) auf ^.">UU Mark an. Wie man bei der Annahme von Söldnern zu 
"Werke ging, meinen wir aus einer Aufzeichnung zu erkennen, in der unter mehr denn 30 Namen 
jedesmal Pferde und AVaffenstücke nebst Preisen notiert sind1'). Die Farbe der Pferde7) und mehrfach 
auch dies oder jenes besondere Kenn/eichen, z. U. „mit cyino ouge", mit „cyme pudel vor dem 
kuye", ist genau angegeben; es kam also darauf an, die bezeichneten Tiere wieder zu erkennen 
und Verwechslung zu verhüten. Da wir nun unter den Namen auch Ludwig von Mortangen und 
Jacob CV.au lesen, von denen wir wissen, dass sie der Stadt um Sold dienten8), so dürfen wir wohl 
auch die andern im Verzeichnis genannten für Söldner der Stadt ansehen und in den Preisangaben 
eine Abschätzung ihrer Pferde und Wallen erblicken, gefertigt vermutlich für den Fall, dass einer von 
der Stadt Frsatz etwaigen Schadens beanspruchen sollte, wie denn auf S. 2 bei einem Pferde9) 
bemerkt ist: ,.dasselbige ite/unt beczalet ist". Denn in den oben erwähnten Soldverträgen ver- 
pllichtct sich die Stadt, wie dies auch sonst Sitte war10), den Söldnern Sehaden zu ersetzen, und 
auf eine für diesen Kall wünschenswerte Prüfung oder Taxation der Ausrüstung des Söldners durch 
den Soldherrn, wie me anderwärts bezeugt ist11), scheint Merksch Smaltz in der unten mitgeteilten 
Stelle seines Anerbietens hinzudeuten. Dass I).'s Bürger ebenso wie polnische oder deutsche Ritter 
und Knechte der Stadt als Söldner dienten12), kann angesichts der Thatsache, dass der  
vorerwähnte Jacob (V.an Danziger Bürger war13), nicht bezweifelt werden11). Zur Unterhaltung von 
Soldaten als einer stehenden Truppo ist die Stadt erst später geschritten; noch l.~)2.") besteht die 
bcwalVnete Macht des Rates, vom Pürgeraufgebot abgesehen, nur aus etlichen Stadtdienern1*). 
§ H. Dienst zu Boss und zu Fuss. 
Bis tief ins IT). Jahrhundert hinein bildete die Reiterei den wichtigsten Bestandteil der Heere, 
namentlich auch derjenigen des Urdens1). Von Dan/ig dürfen wir zunächst für das 14. Jahrhundert 
unbedenklich annehmen, dass es dem Orden ebenso seine Reiter stellte, wie es die Städte Culin2), 
1) !->cr. H. P. IV 28. 
2) 1). A. ].,. Gl. Merksch Kmaltz 1111 den Hat Seeburg Donnerstag vor Allerheil. [14]G0: wclleth schreiben . . wns 
er wellclli geben ol das ]>crtli adder oll" eyncii fiillkiiccht oll" eyn firtelior ... so will ich mich selber czu euch fugen 
von 20 pherden bas of l.X mit glitten knechten lewten und mit guten pherden und geretlie, das er selber werden wol 
Hohen, und wil euch ho dvneu, das er danckcu werth. Aehnlich das Anerbieten von Jacob C/1111 LXXV 426. 
8) 1). A. Missiv VI 214, Ulü. !527. «) D. A. LXXV 828. Vgl. die Uerechnuug bei Simson 108 ff. 
6) I) A. Missiv V 2.V2. °) D. A. LXXV 4!U a 
7) Da in uni-enn Dokument das Pferd den Wallen überall vorangeht, so scheint auch der mehrfach an erster 
Stelle stehende Ausdruck „groen (■— grauen) Strümpell" ein Pferd zu_ bezeichnen, auch der Preis 10 bezw. IG Mark 
entspricht, denen der übrigen Pferde, die zwischen 8 und GO Mark variieren, meist über ungefähr 20 Mark betragen. 
f) D. A. Missiv VI 182. 13. u. K. bekunden I -i.%8 an tag Margareten virginis, „das wir haben uflgcnomcn Lodwig 
von Mortangen und Jacob Czan en jor lang mit 100 reinigen pl'erdcn in sulcher weylie, das wir en vorlegen das dirlio- 
wischc gebiete mit aller zeubehorunge". — Ihre Korrespondenz mit dem Kate. I). A. L 41. 43. SO. ftü. 
B) (legen Ueberlordcrung seitens der Söldner scheint es auch gelichtet zu sein, wenn bei mehreren Kaineu  
hinzugesetzt wird, es sei dem betreffenden ein kolner, ein panezer oder dergl. „vorbesserf worden. 
iß) z. B. St. A. IV :'.:'.0. 405. ii) Würdinger 11:520. Mendheiiu S. 42. Schult/. Z. W. ü. V. XXII 80. Itajack724. 
12) Was in Nürnberg sehr liiiulig vorkam. Mcndhcim 2:5. 13) Scr. lt. P. IV 204. St. A. III G09. 
1*) Auch die llauptleuto scheinen es zu meinen. 1). A. LXXIV 2"0: boven dyt volk behofede wy wol "00 olt 
400 guder mau von wapen unde alle unse jierdc, de wy ut Liinczyk bringen. De iunckere incgen wol vor soldenere ut sin, 
liier men sunt (— sieht?)er nicht; ok sin sc wostc to hus: se sin scre truwe in dem Lere unde hclpcu wol de cre bewaren. 
W) Z. W. U. V. XI GS. 
i) Köhler II G56 ff. Weber GOß IT. *) Culuüschc Handfeste, vgl. oben § 1 n. 21. 
— 13 — 
Elbing3) und Thorn*) thaten. Diu vom Orden 1405 für die bevorstehende Heise erlassenen 
Anweisungen, die das Komthureibuch von D. S. 2l!5 aufbewahrt hat, nennen neben den Schiffen 
„das revtende beer", und die Feldhauptleute, die 1414 die Ordensreise mit machten, berichtendem 
Rate von Leuten, „de hose perdc hebben, dar sc nerne medc koine konen", und schreiben, wohin 
sie „gesprenget" seien oder wohin sie „ryten" werden5). Es werden ferner wie 1414ß) so auch 
1421 und 14277) D.'s Truppen nach Spiesscn oder fJlcffycn bercclinet, was bei Fusstruppen wohl 
niemals geschah8), und noch im 13jährigen Kriege wird auf die Heilerei hoher "Wert gelegt9); wie 
sehr sie im Vordergründe des Interesses steht, lehrt unter anderem Hermann Stargart's und 
Eynwalt Wryge's Ausdruck: „sc wellen doran mit beyden sporcir'w), womit die Absicht ihrer Partei 
dem Feinde ernstlich zu Leibe zu gehen bezeichnet werden soll. Mindestens 4UU Reiter, vermutlich 
indes noch mehr, vermochte die Stadt im 15. Jahrhundert aufzubringen, und gelegentlich übten 
diese ihre Kunst in Turnieren11). 
Dass indes 1). dem Orden nicht nur Reiter, sondern auch Fussvolk stellte, erhellt schon aus 
den in § 1 angeführten Aufgeboten des Hochmeisters. Die „soldener von den werken", die 1122 
zur Ordensreise mitgeschickt wurden, waren ebenfalls Fussgängor und wurden deshalb vor Vollendung 
des Zuges heimgesandt12). Noch 2 Jahrzehnte später dachte man sich die Zünftlcr als Fuss- 
streiter, wenn man in der Bäckerrolle1:1) den neu eintretenden Genossen des Gewerks mahnte sich 
so zu rüsten, dass „er kühnlich bei seinem Nachbar stehen könne" — einu Ausdrucksweise, durch 
die man an den Nebenmann (7iaQnarciittg) des athenischen Ephcbeueides erinnert wird, auf den 
Kreon in der Antigone v. 671 anspielt. 
Die von der Stadt angeworbenen Söldner dienten, wie die oben «angefühlten Soldverträgo 
lehren, teils zu Ross teils zu Fuss14). In einem Schreiben, das 14f>2 an Thorn erging15), beklagt 
sich der Rat, er sei „mit szoldenern zeu haldenn also hoch besweret", und gibt dann die Zahl auf 
über „500 reisige nnd fussknechte" an. Tn preussischen Denkmälern wird die Infanterie sonst 
auch unter dem Namen „drabanten" den Reisigen gegenübergestellt10); und dass man diese letzteren 
beritten dachte, wie es heute noch in dem Verse „Nicht Ross noch Reisige" zu tage tritt, zeigt 
besonders deutlich ein Chronist, welcher die Gefangennahme von 12 Mann erklärt durch dio 
Bemerkung: „dieselben woren rejsige und woren zu fusse ausgegangen"17). 
8) E. A. 85. «) Die älteste Willkür der Thorncr Neustadt um 1300 entstanden, bedroht mit Strafe den, der 
„sync wopen oder svn pfert in dy hcrc&chow oder in dy lantwere lyct". Z. W. G. V. Vll 114. 
ß) J). A. LXXIV 10. 12. 13. 
°) 1). A. LXXIV 10: wy hebben to fnder 200 perdr; des hebbe wy in dem velde 45 glevcgen und 6:5 schütten. 
') St. A. I 379. 400. Die Jicrcchniuig nach Glcvcn oder Spiesscn hat auch Dlugosz, der Scr. lt. 1'. IV 28 von 
den Dnnziger Schid'kindcni sngt: banderium Gdaiicnse usque ad 11)0 hatttalos complevcrant. Da aber die auf 1410 
bezügliche Nachricht erst mehrere Jahrzehnte später geschrieben ist, so hat nie wenig Gewähr. 
8) Köhler III 2, 110 11'. Weber U10 ff. Uujack 7:"»5. UcbrigeiiH rechnet Lindau nirgends iinch Spiesscn, und 
ebensowenig lluiu es die Feldhnuptlcuto von D. in seiner Zeit; sie zählen vielmehr die Keiterci nach Pferden. D. A. 
LXXIV !U. 08. 120. LXXV 415. Vgl. § 7 n. 8<>. § 12 n. 5. 
») D. A. LXXIV 105. 117. 199. 230. 253. LXXV :117. vgl. § 2 n. 1. 2. 5 11. 
1°) D. A. LXXV 312. Freitag vor Dominici [ 14]f»5 Neuenbürg. Der Ausdruck „mit beiden sporen" erinnert 
daran, dass im frühercu Mittelalter oft nur ein Sporn getrngen wurde. Schröder S. 19. 
") So viele sandte der Hat Dienstag vor Ivath. l'etri [14J55 llcnnaun Stargart entgegen D. A. LXXV 339. — 
l'm 1420 verlangte nach D. A. XXXVII 29 der Hochmeister von der Stadt „vierhundert man, di do wepener und 
schuetzen weren", die wir uns nach dem Vorgänge- von 1411 ebenfalls als Ilcrittenc zu denken haben, und die nämliche 
Anzahl würden auch nach der gewöhnlichen Berechnung der Glevo zu I Mann die „100 hastati" d. h. 100 Spicssc 
ergeben, die nach Dlugosz bei Tannenberg mitstritten. — Stcehspiel in I) z. li. 1486 Scr. 11. l\ IV 758. 
«) Scr. 11. T. IV 382. 
13j D. A. bibl. arch. Gcd. P. 14 f. 58: so sal he denne hebben syn eigen harnseh ungelegen und unvorborget 
ane alle argelist, ulsc to dem ersten eynen gudeu ysenhoet, eync gndc brost, cyn gut armborst und oynen gudon schilt; 
hil])t ein denne got, dat id bct) ebd. 447. D. A. LXXIV 110 u. Scr. H. P. IV 48(5. 575. 597 werden 
ebenfalls lteisige und Fussknechte oder Fussgänger geschieden. 
1«) St. A. IV 4G1. Scr. K. P. IV 122. 129. IUI. «31. — ebd. U9 werden „drabanten und pferde" (d. h. Reiter) 
zusammengestellt. — Aber Scr. H. P. IV 187 steht „reysige drabanten", und auch D. A. LVI 7 (1454) liest man: 
»her Scherlcnsky mit 2000 rcyllcii i>ferden und mit 000 reysiger trabanten". letzterer Ausdruck fehlt in der  
reichhaltigen Zusammenstellung von Ledebur's „Das Trabantcnwesen". Ztschr. f. prciiss. Gesch. u. Landeskunde VII 50911". 
»; Scr. E. P. IV 148. 
— 14 — 
§ 7. Schutzwaffen. 
A\ erfüll wir zunächst einen Blick iiuf die Bestimmungen, welche l.'587 für die Genossen des 
Schmicdehnndwciks auf der •liin^st:iiltl) und l.'J'.l.") für die zur Besetzung Stockholms von Dan/ig zu 
stellenden 2U „Wcpcner"1'4) und Schützen gctrollen wurden. Die Wcpciicr haben vor jenen Schild und 
Heinbewchnings) voraus; für Kopf und Anne ist hier durch Hundskogcl, Eisenhut, Llauseisen und 
Handschuh wie dort durch Haube und Armledcr gesorgt, für den Unterleib durch Vorstollen, für den 
Oberkörper durch Platte bezw. Urust. Der lieinschicnen „oereae" geschieht auch im ältesten 
Käniniercibuch der Stadt IOrwiihmiiigt). Eine Verfügung des Hochmeisters, in Dan/ig aufliewahrt 
und vermutlich aus dem Anfange des lii. Jahrhunderts stammend-''), schreibt für die ,.gesessenen'' 
ljcute in den Städten den ,,vollen hämisch-""), für andere Einwohner mit JO und 20 Mark Hesitz 
eine Jo]ie7) bezw. l'an/er, .Jope und Eiscnhut \or; eine andere Verordnung-*) \on 1 HO verlangt 
Panzer, Brust, Eiscnhut und JJlechhundschuli von allen „besessenen"' Leuten in den Städten sowie 
von allen andern, „dy der rath dirkennet, das si ere narunge dorc/.u habin". Von den Zuiil'trollen 
des lf). .Jahrhunderts gebietet die der Tischler'1) den „nianharnasch'', die der Halbiere10), Schneider, 
Leineweber und Bücker \erlangen den Eisenhut, die der drei letzterwähnten daneben den Schild, 
die der Hacker noch eine ,.gude brost"; die der IJutniacher") erwähnt Schutzwnffen gar nicht, 
wohl aber fordert den Harnisch, wie wir in § 1 sahen, die älteste Danziger "Willkür bei allen Leuten 
von gewissem Vermögen. Im Harnisch hatten auch ]T)25 die vom Hate aufgeboteneu Bürger zu 
erscheinen12); ein Vorrecht des Maigrafen beim Mairitt bestand nach einem Ratsbeschlussc von 
lfiüü darin, dass ihm der Harnisch (Kürisser) vom ltatc geliefert wurde1-1), und noch in dem 
ältesten, 1578 angelegten Verzeichnis") der Bürgerniiliz stellt ein 1.7.(8 gemaltes Bild den Danziger 
Bürger mit Helm und Harnisch dar. 
Ueber die Kiistungder von Danzig angeworbenen Söldner unterrichtet uns jenes schon angeführte 
Jtegister aus der Zeit des liljährigen Krieges15): hier linden wir fol. 7 verzeichnet: ,.Wentczil Siessiger 
])latenerl(l) mit eyme Milien gezeewg, const. XXXI IL m [arej". ferner bei andren Kamen angemerkt 
„eyn blanckgeczcwge'1 oder ,.blanckgeczeugc mit aller zubehorunge" oder ,.ganczen platenharnasch", 
sodann ,.ganczc" bezw. „Mille swartze geczewge", weiter „kolner, lang panezer, lippke, armbrost", 
oder ,.1 lipke, 1 kolner, 1 kortez pauezer, 1 armbrost, 1 swerth" oder „1 pantzer, 1 kölner und 
beynharnisch und schut/.engerctli" oder „1 kolner, 1 brost, 1 panezer und drabegeschirr-' oder ,.brost 
mit maußeiße und dl•alJgeschel•re•l, oder „swartezen krewis, drabegeschirr" oder „lippke, pantezir, 
2 strofftaschen, drabegeschirr" oder „kolner, panezer, 2 btroll'ling" oder „swarteze lippke, 2 strofi- 
1) Hirsch !M3: welch mnn eyn werk gewynnin wil, der sal haben cyn p.uiczir uiul cyn lumdkogil cyneii iscnhiit 
und cyn brust, cyn ])iir musisen uud cyn par forstollcn und cyn par blcchhanczckcu. 
2) Iliuiscrcc. IV 2^0 fordert für die Wepcner „ganezen platunharnnsch, was darezu gehört, nl^c eync hübe, eyne 
philo, armlcddcr, vorstacl, bcynwa])cn und ichliker cyne tare/o". 
a) Dio Bcinhcwchrung fohlt auch den Schätzen der Hansa, für die a. a. (). panezer, brust, himdeftcogelc, isenhut, 
blcchhano/.ckon und tareze vorgeschrieben sind. 
■*) f. 207 enthält unter der Ucberschrift ,iid reysam seil expeditionem annoLXXXII" unter andern Posten 5 Mark 
10 Scot „pro oereis, malen et uliib ncecssariis". 
6) Vgl. oben § 1 n. 22. °) Halber und ganzer Harnisch in Elbing untorschicilcn. K. A. 95. 
') Mit Jopon sind vielleicht zu identiiioicrcn dio Doppctgcwändor, deren K. 11. I a. a. (). Erwähnung Unit: 
1 innre pro 4 dioplodcs faciendas. •*, gt. a. [ 121. ») D. A. bihl. aroh. Cod. P. 11 f. 25. !>D. A. LXAII1 42. 
ll) 1). A. hihi. arch. Gcd. P. 14 f. 1 (Schneider) 11 (Hutinaohor) 47 (l^incwcber) S" (Hacker), vgl. § (i 11. 1:5. 
Kisenhut und Schild hatte niirh Mitteilung des houhtman zeu Slochau an 11. u. K. Donnerstag vor 1'lingsten |14|->4 
1). A. LXIV 182 der „soldoncr- von Claus Wintstein im Heere gelassen. Welcher Wert mit den Schild gelegt wurde, 
lehrt die Meldung von lleyiirich Mekilborch an 15. u.U. Dirsehau am tage Bcrnhardi ahhatis [11]M: \vv dy schillinann 
nicht vorhin von Dirssiiw t/yn wellen, syntmol das sy nicht sehildo haben. K) Z. W. G. V. XI GS. 
13) 1). A. U A. Vv. 20. S. 581. Herr Dr. Gehrkc machte mich freundlichst darauf aufmerksam. 
M) 1). A. Chrislophcr No. 07. Auch die Ciihncr Willkür von ]5S!I gebietet, dass Bürger, die eigenes Erbo haben, 
Harnisch als Klicken und Krebs. Armschicnc und Paukcncllichcn besitzen. Z. W. G. V. XXIII H8. 
16) 1). A LXXV !l:lln vgl. oben § 5. —Manchmal beanspruchten die Söldner, dass die Herrschaft die 1 l:irniHclio 
liefere. Per. lt. 1". IV . A. LXXV ".70 11. Scr. lt. P. IV 5'.»2, welche 
Stelle Schütz S. :'.01 mit Verwendung des Wortes „kürisser" statt „pletoner" wiedergibt. In den Quart. Bliitt. der 
bist. Vereine f. d. Grossherzogtum Hessen 1882, Darmstadt 18 vi S. 15 berechnet eine rrkiuidc de-. Mainzer Krzbischofs 
Ascliaflcnhurg 1425 Donnerstag vor Michaelis des Kitters Walther von Cronberg „ganc/c-n Stelen harnasch" zu 25 Gulden: 
„ncmlich panezer, kotier, umbgchciidc schoss, brost. i>-enhiid, hundskugel, armblech, hantschw, eyn arm brust"; weiter wird 
„ein isern harnasch mit namen panezer, kotier, hrost, isenhud, hentschu, armhleclie, cyn checkrockc" zu 10 Gulden 
taxiert; endlich wird dort neben der „brost" ein „vorsuhos" genannt, der wol den Vorstolleu entspricht. 
— 15 — 
tiartc/schen (!), drabegeschirr" oder ,.]):uirzer, drabegeschirr" oder nur ,.krcwis",7) oder mir  
„drabegeschirr'. Inwieweit solche Stücke zusammengehören und einander zum „ganzen Harnisch'' ergänzten 
— auflalligcrwcisc wird keine Kopfbedeckung genannt18) —, darüber sind nur Vernmtungen möglich, 
und die I>ezcichnungen selbst sind nur zum Teil verständlich. 
Zunächst auf den Unterschied zwischen blankem und schwarzen Gezeug18), der in dem 
neuesten Handbuch der AVailcnkunde von Höheini nicht erwähnt ist, weist uns auch ein Ausdruck 
in dem Bericht des Kates von J\Tcutcich an Danzig vom Freitag nach Mitfasten 14f)4: „alzo balde 
qwam cyn gantz her blank gcherneschet"1!n) und ebenso die Kostenrechnung eines Ungenannten21), 
der behauptet in Danzig's .Dienste bei der Belagerung von Maricnburg „eyne yennefessche22) plate, 
eyne hlanckc brüst, anuwapen, alle blanck harnsch, und 1 schilt" verloren zu haben. Lipkc23), 
in preussischen (Quellen liäuiig genannt, wird in den Schadenberechnungen21) der Söldner des 
l<*>jährigcn Krieges ein Drittel so hoch angeschlagen als der Panzer und diente wohl besonders 
zum Schutze des Unterleibes, zur Deckung des Halses hingegen der in gleichem Verhältnis taxierte 
Kölner d. h. Kragen2*). In „stroffturtschen" liesse der zweite Bestandteil Schilde vermuten, wenn 
nicht jedesmal je 2 genannt würden; der erste Uestanilteil des Wortes kehrt wieder in den  
Ausdrücken „stroffhoelczcr"2") und „stroffling"; auch die „strofl'ling "erscheinen, wie wir oben sahen, 
paarweise. Der in unserer Aufzeichnung sehr häufige Ausdruck „drabegeschirr' wird sonst gebraucht 
von dem, was Gesandle ausser ihren Kleidern mit auf die .Heise nehmen27) oder — auch in der 
Form drubgezeug28) — von dem, was eine kapitulierende Besatzung beim Abzüge mitnimmt; der 
Hochmeister mahnte 14:»i> die Danziger2'1) ihre Streitwagen mit nichts zu beschweren als der 
Gewappneten, „drabegeschirre, buchsen, arnibroste und andern zeubohorungen, die zu denselben 
wayneu gehören", und 2 Jahrzehnte später schrieb der (Jubernator an die Danziger3"), „das ir euwer 
volk fertiget und schickt bercith zeu sein mit alle irem drabegeschirre". Dieses "Wort bezeichnete 
in Frankfurt a. M. l'.W'J und in Jena 14<)431) eine geringere lüistung gegenüber «lein „ganzen 
Harnisch"; dass es mit Trabgeräte32) oder Trabharnisch, Drafharnisch33) synonym sei, möchte man 
annehmen, aber es bleibt doch sehr unsicher. 
Natürlich gab es in Danzigs Heeren auch Streiter, die aller Schutzwallen entbehrten34), aber 
") Hiermit giebt bekanntlich Luther dns griechische Wort !>iö(>a£ Eph. 6,14 wieder. — krebs und hHupthnruisch 
(d. i. kopfbcwclirimg) zusammen Wülckcr S. 20. 
ifc) Ebensowenig allerdings in den Schadenberechnungen der Söldner St. A IV 502 u. Simson S. 112, dagegen 
wird sie erwähnt St. A. IV 1!'S. .114 und Simson S. 11.!. 
10) Ob identisch mit dem Unterschied eiserner und stählerner Rüstung in n. 10? Auch in Ciilm nnteroheidet das 
Verzeichnis der Hilf dem Rathaus aufbewahrten Waflciisammluug: „2 Hüte ein blanker und ein schwarzer". Z.W.G.V. 
XXIII 100. Das l'nt/en der Harnische im J-'eldc erwähnt W'iilckcr S. 41 
a1») D. A. LXIII A. 7. In gleichem Sinne Ser. It. P. III G00: glevsscnigcr wepencr. «) 11. A. LXXV 381. 
'•") Ob nnch (icnuii oder Genf oder Gennep unweit Clcvc benannt oder wurwich sonst? „Swcbische ]ilutcnu  
untersagte der deutsche Orden. Mennig 122. 
23) ()b identisch mit „lipysen" Köhler III, 1,54? Vgl. her. 11. P. TV 1.15. 
24) Scr.KIMV 155. ISuch I). A. Missiv V 278 u wurclcnLU55 Achtcntng des h. Ijcichnams zu Dnnzig fiirdcn Tänzer 
ohne kölner 8, für ganzen Harnisch 1!?, fürLcbkc, Armbrust u. Pavcsc je lVgGiildcn Krsatz verabredet, vgl. Simson S. 12:1. 
25) Die Identität beider erhellet unter anderm aus einem Sehreiben Thorns an Danzig (1). A. IAVIIf 120. Thorn 
jMenstag nnch Rcminisccrc 1457), worin „2 pferde 2 ]>!incycr und 2 eolner vor 48 Gulden1' erwähnt sind, während dos 
beiliegende darauf bezügliche Register den nämlichen Preis für r2 pferde 2 panezer 2 kragen" anführt. — Panzer und 
Kölner als zusammengehörige Stücke auch in dem JJriefc des „houhtm.in zeu Slochnw" 1). A. hXXIV 182, der über 
jl'e Geldnot seiner heute klagt: „sy vorsetzen irc pane/cr, kolner und annborsf, und ebd. 177 § 2 n. 11. In Bayern 
beiist der kölner „golter". Würdinger II ".20. :i(i'.t. Vgl. auch Grimms "Wörtcrb. V 1014. 
2«) Ser. K. P. IV 588. «) St. A. III 458. 010. -'S) ycr. It_ p Iv lr,0 ü:,>ri 
20) st. A. 1 594. ebd. 847 der Hochmeister nn Thorn 1420: das cyn idermnn seyno pferde ufstelle, seynen 
''arniseh anrichte und sich mit sevnem drabegeschirre 11I30 fertig macho. 
30) 1). A XLVIII 55. Elbing Donnerstag nach Klisabeth I14J54. 
8>) Aroh. f. l'\ Ci.u. K. 158. Auch wen uit gant/.e harneseh geburet zu hnldcn, der snl sin trabcrgcschirrc hau mit 
finnien isenhut, 2 hantschuwo und cyn swert oder kolbcn oder spiess tider helmbartcn oder desgliehcn. -- Martin 588 
"er 10 Schillinge GeM/hnss gab, sollte haben: „syn harnasehs cyn drabegescherre, (I113 ist cyn jope, cjn panezir, eyn 
«ollir, eynen isenhuet, c/.wenc blcehhautz.ken, ein swert adir eyncn_ spiez."; wer 15 Sciiillige zahlte, sollte „eyn ganezen 
''iirnaseh haben, das ist eyn plate, eyn gruesener, adir davor eyn jope, cyn panezir, eyne brüst, eynen schorcz, ein kollir; 
er sal auch habin ejnc habe, cyucn heim adir davor eynen eisenhued, eyne harnaschkappc: hersnl auch habin 2 blceh- 
•iniKvken, sehorcz (!) dylinge (!), piiechelle. scheuen, »werd adir spiez". Uebrigens beweist diese Stello fegen Köhlers 
l-"'i 1, 55. 04) Deutung des Wortes „grusener". 
31!) Dies erscheint bei Lexer Aliltelhoehd. Wörtcrb. s. v. im Gegensatz zur turneiwäte. 
w) I.e\er 8. v. Grimnls Wörtcrb. 11 1:127. liöhciiu 1!». Würdinger II :i(il. 
W) ri„oslidi volk D. V. 1AXIV li»7. vgl. § « 11. 2. 
— Iß — 
wenn Wilhelm Jordan aus dem Lager vor Marienburg dem Rate schreibt3*), er habe Olesellen „mit 
crem Harnische und bogen'1 aufgenommen und andern „blossen" Urlaub gegeben, so siebt man, 
wie gering solche „bloss drabanten"30) im Vergleiche zu jenen geschätzt wurden. Darum sollte 
nach des Bates Anordnung, wer aus dem "Kelde heimzog, doch den Harnisch im Lager lassen37), 
wie es z. B. Thomas Selnaw, Stephan Hundertmark's Ersatzmann, tliat38), und es wurde auch für 
Reparatur der Harnische im Lager (Sorge getragen39), indem man einen „platener" bestellte. 
§ 8. Angriffswaffen. 
Als Trutzwaffe ist bei den Kriegern Danzig's zunächst das Messer vorauszusetzen; denn wenn 
Wilhelm Jordan i. .L 1454 Gesellen beurlauben wollte, „die do nicht 1 messer uff der syten haben und 
unnütze czur were seyn geschicket"1), so ward offenbar das M csser als Minimum des Kribrderheben 
betrachtet. Schwerter werden in jenem schon öfter angeführten Verzeichnis2) bei etlichen der 
Söldner vermerkt, bei den Bürgern hingegen werden namentlich Spiesse und „Volexen" — d. h. 
langstielige Aexte —, auch Keulen als Angriffswaffen genannt3), aber eben diese Stücke erklärten 
die Hauptleute mehrfach für unzureichend und verlangten vor allem für den Belagerungskrieg  
Schusswaffen4). Der Wert dieser scheint im 14. und 15. .Jahrhundert immer höher zu steigen: Nach 
den Beschlüssen der Hansa sollten 1:5(57,J) unter 100 Gewappneten der Hansa 20 Schützen sein, 
13115 neben 40 Wäppnern 30 Schützen (mit Armbrüsten) ausgerüstet''), 13118 von Danzig zu 
12 Wäppnern 8 Schützen7) gestellt werden, deren jeder 1 grosse, 1 kleine und 1 „middeisik" 
Armbrust mitzuführen hatte. 1405 zur Sonnnerreise nach Sainayten sollten aus Danzig unter 
(50 Wäppnern 30 Armbrustschützen und für je 2 der letzteren ein Knecht mitziehen, um ihnen 
wenn sie abstiegen, die Pferde nachzufahren0); 1414 hatte D. neben 45 Glevcgen (33 Schützen im 
&) D. A. LXXIV 149. [14)54 Donnerstag nach Stanislai. Derselbe klagt über seine Leute ebd. 140 Dirschau 
Sonunbend nach Kreuzcrfindung I14]5t: fil uudi-r en sint blos ader mit geringem weuig hurnsebc. Achnlich ebd. 101. 
vgl. oben § 3 n. 2 und dun Gesuch Dirschau's unten § 9. 
M) Dieser Ausdruck D. A. LXXV 41.r>. Mcydelmrch u. a. an B. u. lt. Maricnburg Freitag nach Laetare [14J00: 
das Kasper Wcrncrsdorif gistern sy von der Mcwc getogen wol mit 000 perden reysieb und mit 400 drabanton, de men 
bit (I) bloß drabanten. Auch Johannes ltotlic brauclit im Kilterxpicgcl (Bibl. des litt. Vereins Stuttgart 53.) v. 2913 
„bloz" für den Krieger ohne Lcibcasehutz. Die Frankfurter Hauptlcutc licsHcn den FuBskiieehton, diu ihre Harnische 
nicht tragen mochten und wegwürfen, diese sogar auf Wagen nachfahren. Wülckcr 44. Bujuck 726 führt aus der von 
ihm benutzten Chronik eines Maricnburger .Bürgers die Aeussening an: „Wenn die uiisrigen nur Harnisch gehabt 
hätten, von uns wäre der Sieg errungen". 
8') 1). A. LXXIV 213 erwähnt Kord von Dalem, dass der Rat ihm geschrieben: wer hir nicht blifien cm woldc. 
dc3 harns soldc ik hir bcholdon. AI30 do Hans llolste von hir toieh, do leid ik sin liarna van dem vagen ncmcii und 
hebb et her lochen» soldencr weider dam («- gegeben). M) D. A. LXXIV 192. vgl. § 2 n. 10 u. § 11 am Ende. 
a») D. A. LXXIV 110: so behofet mau hir eyneu bogcnergeselleii mit senegarne und 1 winde und ander 
gcreitschap und ok eynou platener myt syner retschep. 
i) D. A. LXXIV 140. 2) §T 
3) 1454 wird der die Wagenburg D's angreifende Graf von Ilonstcin „zu trey molen mit holeschen'' zuriiek- 
getrieben. Ser. lt. P. IV 136. — Je „4 bollcgsscn und 4 glcflcnc" auf 1 Boot verlangte Danuel Vroudenberg D. A. 
LXXIV 462. Im K. U. II f. 66 werden „vor cn dosyn glcfenyscr" (Specrciscn) lOSeot verrechnet. — I). A. LXXV 322: 
sendet uns 1 schock glcvigen, de werden uns nutte vor det anrennen der schütten und mussten schepesglevien sin. 
Der Hochmeister verlangte 1433 Sattelbeile, Flegel, Spiessc oder Glcvcn. St. A. I 593 § 1 n. 1. — Keulen und Spiesse 
erwähnt D. A. LXXIV 197 § 3 n. 10. Heim Nürnberger Bürgerautgebot waren von NahwatTcn besonders Spiesse und 
Hellebarden üblich. Meudheim 18. 
*) D. A. LXXIV 124 an B. u. lt. vor Marienburg Freitag vor Lactarc (1454): de mit den annborsten vorlose 
wi und pollexcn und kulcn, spete komen wedder; armborsto moto wi hebben. — ebd. 172 Wilhelm Jordan an B. u.R. 
vor Marienburg Dienstag vor Himmelfahrt [1454|: ich weide wol, welche di vor soldencr hie blebcu ader widder her 
komen werden, das die armboerste ader lotbuchscu hotten und nicht pollexcn ader spischen.— ebd. 176: spisse, pollcxcu 
und kolen dy dinen hir vor nicht. — ebd. 179: 3yt do vor, was er von yolkc her werdet bestellen, das sy gutto arm- 
borste und lotbuehscn haben, wen kulen und spisse dy beschichten hyr nicht. — ebd. 110: schallet volk so gy meiste 
konen und jho gode schotten tho perdc . . . wat gy uns van volkc senden, dat it gode schotten syn, mit polexen kan 
man nicht verne rekeu. 116: Amt von Telchtcn an B. u. R. Bütow Mittwoch vor Reminisccre [14]54 über seine Leute: 
er is cndcl, de en hebn gen annborst und oc geringen harnsch. — ebd. 236: wes gy senden van vot volk, de lattet 
hebben armborste und lange schepes glciinge. — ebd. LXX.V 323 werden „jo vcle schütten unde mit langen glcfingen" 
verlangt. — ebd. LXXIV 170 u. 177 § 2 11. 11. § 13 11. 7. § 1 n. 9. 
») Ilanscrcc. I 373. Dieselbe Bestimmung im Jahre 139 t IV 169. 1395 werden auf 100 Manu 30 Schützen 
verlangt IV 514. 6) Hanserec. IV 253. ') Hanserec. IV 280. Auch in den Elbingcr Kontingenten sind 
schon Ende des 14. Jahrh. die Schützen sehr zahlreich. E. A. 84. 
**) D. A. Komtb. 265: der Kompthur czu Daucuer us den synen steten, als her meiste mag, nemelich sal her usrichten us der stat D. CO wepener, di besten, 
— 17 — 
Felde9); 1420 enthielt sein Kontingent wohl ebenso wie das andrer Städte Schützen neben „sclup- 
manneu" und Wäpnern '"). 30 „gewopento schützen" ausser "•() Gewappneten verlangte von der 
Stadt der Hochmeister im .Jahre 142.*5, während derselbe I-lIJ.'i anordnete, diiss auf jeden der 
i50 Streitwagen 4—b Armbrüste „mit sjnen piilen im kodier" für einen Teil der 10 .Mann starken 
Bemannung mitgenommen würden11). 
Die Zunftrollen der Leineweber, Halbiere, Bäcker und Schneider,2) aus der Glitte des 
15. Jahrhunderts fordern ebenfalls die Armbrust, auch in den Schadenberechnungen der Söldner13) 
und in dem schon erwähnten Register") wird sie wiederholt genannt. In der, etliche .Jahrzehnte 
jüngeren, ersten Willkür steht allerdings die Armbrust bereits hinter der Lotbüchse 15), und beim 
Aufstände von 15:25 scheint sie keine Rolle mehr gespielt zu haben, wie denn auch in der bis 151H 
geführten Chronik Christoph lleiers der Gebrauch der Armbrust als etwas nicht mehr l'ebliches 
hingestellt wird.10) Indes bis über die Mitte des 15. Jahrhunderts hinaus wird sie als Walfo 
vorauszusetzen sein, wo immer von Schützen die Rede ist, so z. li. wo die Ordnung des Danzigcr 
Hutinachergcwerkcs oder jenes Söldnerregister von Schützengeräte oder Schützengezeuge 17) sprechen. 
Wie verbreitet die Armbrust in Prcussen war, erhellt aus dem um 1100 erlassenen, 140H und 
1420 eingeschärften Gesetze, das mit ,.armbrusten und wapen" über Land zu reiten verbot,s). Es 
haben sich ferner während des 14. und 15. Jahrhunderts in den Städten (-Süden gebildet, um in 
der Handhabung der Armbrust sich 'zu üben. Die aus Schütz' Chronik stammende, vielfach  
nachgeschriebene Notiz, dass Winrich von Kniprodc das Schiesscn mit der Armbrust nach dem Vogel 
in den Städten eingeführt habe1'-') bietet zwar wenig Gewähr, und für Rruunsberg20) und Culm2') 
ist das Bestehen der Schützengüden vorm 10. Jahrhundert nicht mit Sicherheit zu erweisen, aber 
in Thorn wurden schon 114iJ und 14SD \oin Rate Beschlüsse über den Schiessgarten gefnsst22); 
für Elhing ist die Existenz eines Schiessgartens zu 1378, eines Schützenturms zu 1 llO23) urkundlich 
bezeugt, und schon l'MV.i hat mau dort nach l'etcr Himmelreich „angefangen, denen, so den vogcl 
mit den armbrosten beschossenn, eine herrengabe zu geben", während die Schützenrollc der dortigen 
Neustadt \oii 141124), die der Altstadt von 1427 stammt. Das Original der Schützenordnung2"') 
von 1). ist undatiert, da es aber 1418 von einer zweiten, beträchtlich jüngeren Hand mit Zusätzen 
versehen worden ist, so steht ausser Zweifel, dass die Festsetzungen schon geraume Zeit vor 1418 
in Geltung gewesen sind und die Gründung der Gilde noch ins 14. Jahrhundert fällt; „die  
Schiessgärten" — es gab also zwei oder mehrere" — werden in der l'Yicrtagsordnung von 1 127, einer 
auf der Jungstadt 1434, ein Schiessbaum in der Sandgrube 1451 zuerst erwähnt2"). Auf engere 
Beziehungen zwischen den Danzigcr und den Elbinger Schützenbriidern deutet vielleicht der Umstand, 
di si gehaben mögen; der sullen di hellte gute schützen nein. Die bnider und dyner «ollen nllc die hclfte nrmhrost 
hiiben mit dem, das dor/u gehöret, und auch die wepener uh den steten. Itcin her sal usrichteii hoben Heyne dyner 
10 obrige schützen gute, dy ander der schlitzen banyr ryten sullen und ufl in nicht warten durllcn. Item man nal 
iclichem bruder, der ein annbrost füret, eynen obrigen so\ merling usrichten. Item so sullen yo tzwene dyner, die do 
annbrust füren, eynen wol gereten knecht haben, der in ir pferde noeli furet, wo sie abelretcn, dcsglich die obrigen 
schlitzen, und auch die schützen us den steten yo tzwene 1 knecht Milien haben. 
«) D. A. DXXIV 10. § 0 n. C. io) St. A. I 307. :571t. ") Scr. lt. P. IV 357. St. A. I 51«. 
«) 5 7 n. 11 u. § ü n. 13. M) § 7 n. 24. ") § 5 u. § 7. i») § 1 und ebenso in dem Ciilmer 
Eischcrbricf von 1178. Z W. G. V. XXIII  darstellt. — Die Ordensinventare  
unterscheiden Wind-, Kuck- und Stxjgreihirmbriihtc (Weber 578. Köhler III 1, Uli. E. A. 88); in Slrassburg i. E. machte 
man 1405 einen Unterschied zwischen „gc-speiiet" und „geschift* Armbrüsten (Brucker 15), in D. jedoch werden 
besondero Gattungen dieser Wade — abgesehen von der oben erwähnten Scheidung grosser und kleiner— nicht erwähnt; 
höchstens könnte man aus der Forderung einer Winde (D. A. DXXIV 110 § 7 n. 39) die Existenz von Windurmbrüslen 
schlichen. «) St. A. I 70. 117. :U8. i") Voigt Gesch. V 07. Schütz f. 73. 
«>) Neue preuss. Prounc. Hlält. 1850 IX 33. Zum Jahre 1520 wird die Vogelstange erwähnt, Scr. lt. P. V. 337. 
ül) Z. W. G. V. XXXIII 200. !") Wernicke dieThonier Schützengilde S. 12 u. 14. •«) Llimmclroiih 17. E.A. 30. 
**) Nach gütiger Mitteilung des Herrn Direktor Dr. Toppen. '■&) Das Eacsimile hei von Treskow 73. 
«) Scr. P. P. IV 350. Hirsch 323. St. A. III 288. /u 1483, 1484, 1488, 1191 wird in Weinreiehs Chronik 
Scr. P.P. IV 747. 751. 707. 770. 7!>0. „schitzstange" bezw. „schilzgartcn" oder „der junker schilzgartcn" genannt, hier 
seheint es sich aber überall um die (!eorgsbriidcrscliaft zu handeln, die allerdings auch dem Armbiustschicssen oblag. 
Die Vorsteher der eigentlichen Schützcngilde, \on der oben im Tcvtc die ltede ist, nennen sich meiner Urkunde von 1585, 
in der die alte Ordnung erneuert bezw. abgeändert wird, „Elterleute des löblichen Schiellgnrtcns im breiten Thor". 
S 
^ f8 — 
d.iss liier wie dort von den Schützen der h. ErasinuR27) \erelirt wurde, der sonst, so weit ich sehe, 
nirgends als Patron der Schützen erscheint"*). Dass diese mit ihrer Kunst der Vaterstadt im 
Kriege nützlich geworden seien, möchte man mit von Treskow wohl annehmen, überliefert aber ist 
davon nichts. 
Für die Ausrüstung des städtischen Kriegsvolkes mit Armbrüsten und Gcschoss Borgte 
schon im 14. .Jahrhundert auch die Stadt. Denn das älteste Käninicreibuch verzeichnet f. 2, ü'2, 
'.)(>, 121 Ausgaben für „balistae", Armbrüste, und f. {), <>(>, JHJ, 1U4 für den balistarius; dass wir 
es hier mit einein Manne zu tluin haben, der für die Stadt Armbrüste lieferte29), lehrt der  
Eintrag f. illi „balistarius tenetur omni anno 4 baiist fas] pasee" und der weitere Posten ebd. „1 m [ark] 
pro venis'1, der seinesgleichen auch f. 1!>4 unter der l Überschrift, „balistarius" und f. IM unter 
der L'cberschrift „distributa generali«," findet. Denn „venae" dürfen wir mit „ädern" identiiieieren, 
„ädern" aber nannte man in Nürnberg — und gewiss nicht nur dort — die Sehnen der Armbrüste110), 
wie das Wort Ader überhaupt dein "Worte nenus entspricht31). Der balistarius nun des Küinmcrci- 
buchs aus dem 14. •lahrhundert kehrt in der Korrespondenz des L.'ljiihrigen Krieges wieder unter 
dem Namen „bogner" oder „nnnbrustei-. Denn wenn 14f>4 Hauptlcute zu Lcske vom Rate erst 
einen „bogencrgcscllcu"32) und tags darauf einen arniborster oder falls solcher nicht zur Verfügung 
stehe, fertige Armbrüste erbitten33), wenn ein andermal ein zweier und dritter bogener gewünscht 
wird, weil für den einen schon anwesenden zu viel Arbeit an Armbrüsten sei34), wenn endlich in 
der Ordnung der Schützen die SchusswalVc „bogen" und das (leschoss „bolczen"35) genannt ist, 
welcher Name nur auf Armbrustgcschossc angewendet wird, so kann nicht bezweifelt werden, dass 
die Armbrust auch Dogen, der Armhruster auch Rogener hiess3"). Und wie beim balistarius des 
1 1. Jahrhunderts die venao, so spielte beim Arinbrustcr zur Zeit des grossen Krieges „pese-" oder 
„senegarn" oder „krichsnur"37) eine wichtige Rolle. 
Ks erscheint ferner im ältesten Känimereibuch f. 14, 5l>, Gl), Üü der „pilsmet", einmal auch 
2') Die nur in moderner Abschrift erhaltene Schützenrollc iler Klbingcr Ncustndt von 1411 erwähnt: „das sich 
dy brudir des echisgarten gegeben hiihen e/.u siiuthe Krasinus bruderschaft"; in D. hatte die Sehützcngildc 14R8 — und 
vermutlich schon früher — eine Krasniusknpelle in der Marienkirche von Treskow 17. I Ursen, Oberpfarrkircho von 
St. Marien I !5i)!'.. Auf t'ebungcn im Arinbrusthclües-cn weist wohl Curt von Dalen hin oben S. 0. 
"■*) Clengler 472 kennt Selmstians-, (icorgs-, Barbara- und Antoniusgildcu, Würdinger II WX) nurh Florians-, 
l'Melmann, Das Schützenwesen, München 1800 S. 7 aueh .lohannesgildcn. 
'■*>) In Strassburg i K. gab es schon l'27ri einen städtischen Balistarius oder Arinbruster. Straesburger Urk.-Buch 
II n. Ki. Vgl I n. :U8. III n. Sit! u. 1217. IV 2; 1Ü7. Schmoller 12t. Hei Knicker 18 ist eine Beratschlagung mitgeteilt, 
welche die rarmbroster" obenleutseher Slädto 111!» in Strassburg gehalten haben, „als dii3 schiessen doselbs gewesen 
ist"; ihren das Gewerk betreuenden Beschlüssen schlössen sich dann „auf der Herbstmesse zu Frankfurt versammelt'', die 
Arinbruster von Mainz, Frankfurt, Hasel, Hingen, Koblenz, Speier, Landau u. Zubern an. ebd. 19. 
«>) I). St. Chr. II IttVi. 31) Nach Grimin's Deut«ehem Worterb. s. v. 
»^ D. A. LXXIV 110 § 7 n. ;'.9 u. unten § 9 n 2:5 „bolistarum reformatorcs". 
83) I). A. 1AXIV 111: sendet uns de p\pers mit dem frunipilter und armborwtor, eynen bnrber mjt salve und 
de Hchr[ift| von den soldencrs; wen sesyn hir nicht hnlll, de geschr[evcn| Htain. 1t in twar groit armoit, datwy ut unser 
Htat nicht mer den 30 ]>erde vormnge, de hebbe wy nicht reiseger. Item sendet uns goit ber vor de reisegeii olege vasten- 
spyse, so gy weten, dat dar tlio hört ejn driink malmcsygc sulle des morgens wol siuekken; man wy syn vorno van 
dem loppen (?). Sendet uns noch 20 loitbussen. Dcsse breken sere, wan man so schot. Wille gy nielit senden  
arniborster, so sende en 20 v.irdege armhorste den luden tho doindo (— thun, geben), den ere thobreken, krichsnorc. 
*•) D. A. DXXV :'.22: her Wilm Gordcn u. n. im 11. u. R. vor Marienburg „im here": hyr is vele arbeydes nn 
armhorsten, und de bogener, de hir is, de kau en allene nicht geraden .. dat gy nocht 2 bogener mit sulen, nolcu und 
mit deine, dat dar to denet, utriehten willet 3*) von Tre>kow 10. 12. 
3t)) Dass die Stadt einen solchen in ständigem Dienst hatte, möchte mn.ii meinen, wenn man die Bitte der Hnupt- 
leule vor Marienburg 1). A. IAXIV 121 liest: „van de meister de bogener kumpt, dar Beut en inet den ersten her 
wi-dder* oder die Meldung der llauptleule auf Schlocliau D A. LXX.V i>0*J: „der wcyn («=» wagen) dar van scr. mit dem 
buehHcnschutczeu und armbrustirer ist uns ro lange her noch nicht gekomen*. — D.A. VI :U bittet Nicloll von Stiborlte 
Jicrgrefl' im here vor der Konitz" Sonnabend nach Sophie 11-1 |T>-1 B. u.U. von I). um Bezahlung eines Fuhrmanns „von 
Ballhcliar des hogeners wegen, das her en mit scynein gerethe in das her vor die Konitz hat gefuret". Und vielleicht 
ist auch der „snitzincistor" auf Sehlochau für einen Hogener zu halten, da der Orden Armbrüste und Pfeilo von Schnitz- 
meistern fertigen liess (Scr. It. 1'. II 708.) D. A. 1AXIV 11:5 schreiben ('ort von Dalen Unna Pcckow: ok leve her 
Härmen (d. i. Hermann Stargart) also gy gesaut hebben iuwen seidener Hans Stolpmaii hir to uns, he begnt it hir so, 
dat ho linsen snitzmeister by nachte over lep und wolde cne dot slan up sinen bedde. 
3?) D. A. LXXIV 124: Sendet degelike borger her und pellgarn, knoken to noten, vilen und ander gerede dar 
to horendez. I). A. LXXIV 10!» Cord von Dalen Hans l'eckow nn B. und 11. Schloehau Asschcdag [141.r)4: sendet 
uns 1 schok kryehsnorc und pcysegarn. — ebd 107: sendet uns pe^egnrn und !l tonnen pile. ebd. 01, 110 u. 14:5. 
vgl. oben n. !l und unten !j 11 n. 10. Auch die Ordensburgen bewahrten Vorräte nn „senewegnrn* auf (Weber 578), in 
welchem Worte die ältere Form für Sehne ebenso erhallen ist wie in der Danziger Schiilzcurolle von Treskow 12. 
— 1«) — 
mit .Namen Cuntzo Hoveiicr, und 1". 14, 50, 00, IUI, 128, 17!» der „pilscheftcr", zu welchem AVorto 
einmiil der Zusatz „untiquus" und mehrmals der Name llenscl Kirscborch sowie eine Geldsumme 
„pro telis" gelugt ist. Einen „pfeilschcfftcr'1 nun erbat man 1400 nach Maricnhurg, der dio dort 
im alten „treßel" liegenden alten Pfeile „czuniachen" soIlle3S); des l'fcilsehniieds Aufgalie war 
wohl das „sticken", d. h. spitzmachen, denn dies \crdung Marquard Knake, Sendebote des Rates, 
zu Lauenburg 1400 an einen Schmied39). Unaufhörlich wiederholen sich während des DJjiihrigen 
Krieges die Jiitten der r-Yldhauptleute um Pfeile, die man schock-, tonnen- oder lastweise lieferte 
und für deren Anfertigung mich einmal ein Stück als Modell zurückgeschickt worden zu sein 
scheint1"). J\lehrfach wird der Wunsch geäussert, dass die 1'feile von gehörigem Gewichte seien, 
weil sonst der IJogen der Armbrust leide11); anstatt der JJogen aus Jlcirn, die uns in der Zunftrolle 
der Lübischcn „armbostorer" von 1425 und in den Ordcnsimcntarien12) bezeugt sind, werden wir 
bei den Dan/.iger Truppen um I40O stählerne Armbruslbogen vorauszusetzen haben, wenigstens 
wurde zur Reparatur von Armbrüsten neben Säulen oder Schäften und Küssen'3) auch Stahl11) 
ins Feldlager erbeten, während mau andere Male es vorzog, beschädigte Armbrüste heim zusenden45). 
§ 9. Belagerungsgerät. Feuerwaffen. 
Das älteste Käminereibuch hat f. 1^1 zwei Ausgabeposten „pro fnndibulis". Vielleicht sind 
Schleudern gemeint, wie sie bei den Kriegern des Mittelalters mehrfach vorkommen1); da indes in 
den Urdeusinventaren und in den Kriegsberichten aus D., soweit ich sehe, der Schleuder als  
Handwaffe nicht Krwnhnung geschieht, so möchte ich jene Aufzeichnung eher auf Schleudennaschinen, 
sogenannte Widcn, beziehen, wie sie von den Hansen2) l.'JOl gegen König Waldeiuar und von den 
Danzigern 1455 und 140U gegen Marienburg mitgeführt wurden3). 
Man bedurfte ferner eines Schutzes beim Vorgehen gegen Befestigungen. Im Jahre 1154 
erbaten zur Bestürmung von Damnitz Feldhauptleute auf Schlochau vom Rate4) die kleine Katze, 
a») D. A. LXXV 408 llermnn Witt« iin 1». u. lt. Marienburg Mittwoch vor Oculi [14]G0: Im ltathause zu 
Ciilm bewiihrtc in im noch 1480 die Pfeile geschuftet auf Z. W. (1. V. XXIII 41. 
3") I). A LXXV 417 im H u. U. Luuenburg Montag vor U. Frauen Tür |14]Ü0: ic lieb verdingt 100 schok pyle dem 
Mirale to 4 schalen (— Scot) dut schok. De geselle, de se hir Klicket, wil <> sc. vnn dem seokke liobbe. Ic heb 2 scod 
geboden, jedoch lieb wij de iseren, so werden aner (1) jo gesticken. 1!W5 untcrbehieden die Hansen gesticketc und 
getülletc 1'feile, llanscrec. IV 280. *>) 1). A. LXXV 1!>7: pile, pulver vorgetet nicht; hjr is en j>il mit. 
•U) D. A. LX\1V 172: sendet uns van den m\ersten pliilon 1 tiiiinc ader 4 . . wen die geringen jihile vorterben 
uns dy starken aimbrostc. — ebd. IM: wetet, dut wy Heyn schot nier hebben; wy muten swarer schot heliben edder 
\vy nioten dat auergheven (—übergeben, unfgeben?): wy Belleten unse armborste daraner entwey. — 1). A. LXXV Ü0Ü: 
sendet uns i/a laut pyle, de jo «war genoch syn, und noch 2 tonnen bussenkrude . . wen de water up koinen, dat man 
de grote busse in enen kauen her sende. — l>. A. LXXIV 18!>: Kirsten Jlnikil u. a. (in 15. u. lt. Dirschau Sonnabend 
^r Trinitatis [14J54: Uns gcschol! gebricht al^e an ]>heilen; wen dy bremsen (!) niith alle (— allesamt) nicht toegn 
und glitte bogen werden czubrochen und vortorben. Doruinb uns glitte be.stendige pheyln mogit senden. Was dio 
JJremsen an den Armbrüsten sein mögen, vermag ich mir nicht zu erklären: nach dem Zusammenhang möchte man an 
eine llnltcvorrichtuiig denken, die das all/u starke Schnellen des liogens verhindern soll. 
vi) Wehrmann Lübische Zunflrollen lo'l. Weber fi78. 
«) 1>. A.JLXXIV 124. LXXV :'.22 oben n. :'.4 u. 117. 1 )ie Kuss hat einen Einschnitt zur Aufnahme der Sehne, und diese 
wird durch lTmdrchung dcrNuss um den durch den Schaft quer hindurch reichenden Stift frei, so dass sie vorschnellen 
kann. Dass man die Nüsse aus Knochen mit Feilen herstellte, wird durch die eine der angeführten Stellen wahrscheinlich. 
44) D. A. LXXIV 11:»: sende senegam und eynen steyn stal Uli duz inen die arnibiirste, dy uns zeu schad seyn 
angcshigeii, mögen wedder anrichten und dnij inen dy bieken, do inen dy buchsciistcviio niete Iiowt, mag stalcn. — 
ebd. 182 erbittet der Hauptmann zu Schlochau „eynen steyn stael" ohne Angabe des Zwecks. 
46) D. A. LXXIV 110: desse thobraken armborste latent lnuken. 
i) Schultz II. L. II 204. 2) llanseroc. I 11)1. Kühler III 1, 2:*.l». 
») Ser. It. V. IV 5.r)8. 1). A. LXXV 412: Jacop Falke u. a. an I». u. It. Marienburg Mariü Verkündigung [H](i0: 
juwe brefl uns hudo gesant mit ctlikem geredc denendc to der bliden, durby gy uns liebbe geschreven, de sulve blide 
to richten . . 1'ebcr dio liliden \ gl. Köhler III 1, VX>. 
4) I). A. LXXIV 08: Cort von Dalcn und Hans Tcckow vor Damenitz Mathiasliig [14|41 (!) bitten zu senden 
„meostcr llinrich den bülteiischütt und van den grotesten bvlien und VI ader VIII tonn pile, und woldo gy uns de 
kleyno katle inedc senden, de op dein stathove licht, de solde uns hir sero nütte werden, und ok III oder IV mestcr 
von tymmcrluden, de sulken ding weten to uiakeu; ander tymmerlude krigen wy hir genoch, suiider de wetent nicht 
to maken". l'eber diese Itolagenuigsgerätc Jahns I 2UU, 205, 200. Köhler III *2, 212 11" 
a* 
— 20 — 
die auf dorn Ptadthofc liege; der Ausdruck lässt keinen Zweifel, d;iss die Stadt mindestens zwei 
solcher Katzen besass, die auch als „treihendo werke" bezeichnet wurden. „Mit zewen treibenden 
werken mit unsern lewthen und mit unsern buchsen" wollten eben jene Hauptleute etliche Wochen 
später den Woywoden von Bromberg beim Sturme auf Konitz*) unterstützen; und das Jahr darauf 
wünschte der Hat, „das man et/liche kauen bebollwerkl mit katezen zeuvertigen ließe", um sie 
zum Frühjahr in die Nugat zu bringen1'). 145» bat der Gubcrnator den Rat, „daz ir ctczlichc 
Schinnen, als ir villcichte die bercitb habt, fertiget mit pul vor, buchscnscliutczen mit ctczlichen 
werglewten dobey"7), und im selben Jahre schrieb der Ratsherr Fjvnwaldt Wryges) im Auftrage des 
Königs der Stadt, sie solle Körbe herrichten lassen, ferner „leitern und schirme addir stormtarschen, 
damit men an niawern mochte sicher zeu stürme geen'1. „Die liern von Tliorun", so fälirt Kynwalt 
fort, ,.lissen Ken J'apauw et/liche solche Schinne van lichten delen machen, die nicht veste weren: 
darnmb disse hofl'eleuthc sere speli (— spöttisch) sprechen; was ir lasset bereiten, bitte ich euch, 
das ir das gut und stark lasset machen". Man sieht daraus, was auch jenes Schreiben aus 
Scbloehau lehrt, dass nicht überall die llandwerkslcute auf die Anfertigung solcher Sturnigcriite 
sich verstanden; die Werkmeister von D. genossen offenbar guten Huf, venu man sie 1454 nach 
Königsberg kommen ließs, um „schirme, trcjbende werk und katten" herzustellen9). 
Wollen wir uns ein Urteil bilden über die Frage, wann man in 1). begann Feuerwaffen zu 
brauchen, so wird davon auszugehen sein, dass die — uns genau bekannte — Ausrüstung der 7 
Hansen zum Zuge gegen Dänemark im Jahre l:'i(>8 noch keine Büchsen enthielt, solche aber^zwei^.^ 
Jahre später in Lübeck gekauft und im J. VASi) u. l.'Wf> mit zu Schilfe genommen wurden, dass ferner 
das erste sichere Zeugnis für die Anwendung des neuen Geschützes in den Ordenskriegen das 
.fahr 1,'Jtfl betrifft1"). So könnte man welleicht schon zwei Posten des ältesten K. B. f. 157: 
„pro lode" und ,,pro cupro to loden", denen Posten „ad reisam sive expeditionem" vorangehen, 
auf Geschosse w>n Feuerwaffen beziehen, doch ist die Verwendung kupferner Geschosse sonst meines 
Wisjsens nicht bezeugt. Ganz klar tritt die gesteigerte Bedeutung der Feuerwaffe auf den ersten 
5 Seiten des K. B. II hervor: wie wir diesen entnehmen, hatte die Stadt in dem einen .Jahre 11(51 
(>7 Büchsen zu bezahlen, deren Preise von L—4 Mark differierten und von denen .'55 als Lot-, 3 als 
Haken-, 2 als Tarrasbüchsen bezeichne! werden. 4 Büchsen werden „eisern" genannt, die andern 
werden also wohl wie die Mehrzahl der damaligen Pnlvcrgcschütze aus Zinn und Kupfer11)  
hergestellt worden sein, wie denn auch S. 2 und 04 jenes Buches je 1 Zentner Kupier verrechnet 
wird. T» einigen Fällen ist zur Angabe der 1'reise noch der Vermerk gesetzt, „to geten" (zu 
giessen), mehrmals auch der Name des Meisters, dem das Geld gezahlt wurde12). — Sechzig 
Jahre später, im Jahre 152t), war 1). nach der — vielleicht übertriebenen — Angabe der Ferber- 
chronik so wohl mit Feuerwaffen versehen, dass die Stadt „nier dann K()UU schösse vormochte mit 
der ersten ladungen von iren mauern und thurmen und blockhäusern ane der burger eigene zilbuchsen"l3). 
Schon im Anfange des J5. Jahrhunderts waren Danzigcr Büchsen und Büchscugicsser oder 
Büchsenschützen vielbegchrt: Elbing kaufte 1410 in 1). Büchsen für 100 Mark, 1414 eine, grosse, 
12'/8 Centner schwere für 77 Mark; in D. arbeiteten Werner auf dem Berge und Peter "Werdener 
als Biichsengiesser für den Orden, und der Konitbur von 1). musstc dem Hochmeister Bescheid 
geben, wie man solchen Leuten zu lohnen pilegtc11). 
Die Ratmanncn von Graudenz baten 1414, D. möge ihrem Stadtkucchtc zu einem Büchsen- 
schützen verhelfen15); 14.'5.*> verlangte der Hochmeister, dass 1). jeden der öO zu stellenden  
Streitwagen mit 4 langen Luthüchsen ausrüste, für deren jede 4 Pfund Pulver und 2 Schock „Gelotc" 
6) I) A. LXKIV 1:5(5. Sonnabend vor Quasimodogcniti MM. 
0) 1). A LXXV "55. Unt von D. im Hcrmaii Stargarth Bürgermeister und Andris Eier „nillimuim und sende- 
boten." Sonn tag nach Convew. u. Pauli [11J55. Ueber beLollwerktc Schilfe liujaek im Prog. des Altat. CSynin. zu 
Königsberg. 1888. S. C. 
') O. A XLVIII70. Klbing Donnerstag nach Visit. Miirine. Zu den Wcrkleutcn gehörte wohl mich Magister 
Thomas carpentarius, dessen Ahlohnuug Nicloll von Stiborllc unter Anerkennung seiner guten Dienste von l). erbittet. 
Vor Konit/ Aegidii 11 lj.r, 1 1). A. VI :'.'.). 8) 1). A. L 40. Papau [141*8. ») St. A. IV '202. 
1°) Hanserec. II 8->)5. IV 280. Dass in den Hansestädten vor 1:570 keine Vcuerwaflen vorkommen und dass insbesondere 
die Nachricht, der Brand des Lübecker Rathauses 1 :ir>8 «ei durch eine Pulvcrcxplosion veranlasst worden, unglaubwürdig 
ist, hat Kühler III 1, 2:57 11 dargethan vgl. mich Toppen 4. lr) Köhler III 1, 2l>0 K. :;o:5 «. Jahns I 100 «'. 
12) Ks werden genannt Lucas Koler, Tobias Steynwcch, Matlis, l'eter Herder, Hinr. Hcymer. 
*3) Scr. K. P. V 5152, auf welche .Stelle Herr Dr. (ichrke mich aufmerksam machte. 
"i Toppen 28. 2!". E. A. 88 l. Voigt Cieschiehto der Marienburg 511. 
») U. A. LXi V. 4. 
— 21 — 
erforderlich seien; ausserdem hüllte zu 20 Wagen — d. h. doch wohl zu deren jedem — „cyn 
huclisc, die eyn steyn schust als cyn gut haupt-' beschafft werden,fi). 
14f)4 wurden von 1). „bochineister (!), bochsun, ])ulvcr, steync mit ctzlichein folke" für die 
Stadt Holland nach Elbing abgesandt17), von D. erbat 14;}J Stargard Hilfe ..mit czween steenbuchsen, 
mit czwen tonnen pulver unde ouch mit buchsensteine" und 1J58 einen guten Büchscnschützcn, 
da der eigene nichts tauge ,s). 
Ebenso begehrte 1 lf>4 Neuenburg Beistand „mit bochsen, polver, pheilen, armbroste" und  
Braunsberg Zuwendung eines Büchsenschützen. Im selben .Fahre kamen an I). auch Gesuche Lauenburgs 
um V* Tonne pulvere und Lebas um „1 par voghcler uns tho lenende .... mit so vele pulvers 
alz dar thu boret-'14 zunächst von 1). Heistand 
„mit buchszen und mit folke-', und im selben Jahre tröstete der (jubernator den Hat wogen der 
vor Maricnburg erlittenen Niederlage mit den Worten: „ir habet von gnoden gotes volkcs gnug; 
dorc/u habt ir schüfe, both, cssj)ingc, buchsen, pulver und alle czubehorung notdortYt", ersuchte 
ferner des Königs Hauptmann zu Mewc, Hans von der Jene, 1). um Üarleihung von Hachsen, 
Pfeilen und Pulver21) und verlangte der Woywodo von Hriskc, Nicolaus von Stiborze22), von 1). 
das eine Mal „bomharden niagnam, pulvercs et missilia", das andere Mal „bolistaruin reformatorcs 
et bonibardistas23); König Kasimir selbst weist im nämlichen Jahre 1). an ihm auf seine Kosten 
2 „magistros pixidum sive boinbardarum" zu senden21). Endlich bat 145'J von Marienburg aus 
der (iuberuator die Stadt ihm 4 ..cammerböchßen" zu leihen und baldigst mit etlichem Pulver und 
Steinen zuzuschicken2'''). 
Hält man dies alles mit der Thatsache zusammen, dass noch 14.r>7 ein Büchscnschüt/c sich 
dünken konnte, er sei einem Könige von Polen unentbehrlich 2Ü), so ermisst man erst, wie hoch damals 
angeschlagen wurde, was 1). an (Jcsehütz und an Büchsenmeistern aufzubringen vermochte. Von 
letzteren werden bei Namen genannt Meister AVcnczel und (vielleicht derselbe?} Wenczel HerlVart27), 
Meister Jacob28), Meister Hans oder Johann29), Lorenz Pawczkc, Meister Nielaß3") Hinr[ich] von 
Lonen31). Kurz vor dem Kriege im Jahre 14f).'J bietet Meister Julian (Jroldbeke, ..her Ülafes 
bussenschuittc", von Wisby aus, ein Jahr später Meister Hans „eyn gysser itezunt czu Franckcn- 
ford an der Oder" dem Jlate seine Dienste an32); der Frankfurter Meister verspricht Hüchsen zu 
giessen ,.do man methe in dy böge zeu sehyssen jjlilcgct" und hat am Runde seines Schreibens 
eine Zeichnung solcher aufrecht stehenden Büchse entworfen, Goldbeke macht sich anheischig .!5 oder 
4erlei „kostlik krut" zu den Biicliscu zu liefern, zunächt zur Anziindung von Städten und Schlössern 
„eyn vuer to niakende ... des man mit woter nicht leschen sal, dat sint gheheyten draken", ferner 
„vuerballe, da man picht in schepes boort to bruken, der gelük ok ncynian loschen sal mit watcre, 
al werde he ok in de zee gewarpen oppe 300 vaden-'. 
1") St. A. I r,!W. Köhler III 2, 2PÜ. ") 1> A LXV «1. 1«) I>. A. LXIII II 2n und 10. 
1») 1). A. LXII K. (i u. LXVr A. '.); XXXIV A. 7 u. 10. 
2°) D. A. \XXVI U. 4. L\I 1$. 7 u. 15. Doch borgen «ich mich einmal dio Danziger in Mewo eine grosse 
Luchse 1). A. LXXIV liH: icli Hiinlc nach der grossen bucliscn czur Mewo. 
21) St A. IV Ü24. D. A. XLVI1I (>. Tliorn Donnerstiig vor Judica und ebd. LVI i?. ö) D. A. VI 29. 
'■«) I). A. VI 57 in CuruiHiwo i;im in recessu 8U]>er viiiiu iu Thuchola [1454.—CO]. 
2-») D. A. I 18. Vislicie fer. IV ante s. Agn. [145] 1. 
») 1). A. XLVIII 00. 2«) St. A. IV 57(i. 
2') D. A. LXXV 272. Wcnczrl llorflart, der U. A. LX J> 15 als HüchHcnmeister vor Couitz an II. u. 11. schreibt, 
steht im Dienste «Ich Landes. 
28) I). A. LXXV 812: „Jacob den bussenschutten den polen". LXIII IL 10 „mit meister Jocob deine buchsen- 
gyser". — Das K 15. II f. (i(i verreclinet 2 Mark „.lohan ljcvcn Jocob den bussenschutten in syner krankhet to versorgen". 
2») Neben Hans Uzinkclitz erscheint ein zweiter Hans D. A. LXXIV 155: ouch so thun meister Hanniie dem 
.Listen (?) dy owgcn wec, daz her nicht kan schissen; fordert uns ezweyne gutto buchsensueezen hcre, czum wenigsten 
eynen. — Kbd. LXXV :'.1I: sendet uns y2 t"iuie pulver toden liussen, meister Johan sede uns nu erst to, unde noch 
2 tor.nc p\lc und kupet bleys 11p den süuafcnt; gy hebben den besten cop — Das K. IJ. II f. (55 verrechnet 5 Mark 
„meister Maus dem biiwriiHcliutlcu": derselbe Name D. A. LXXIV 140. 1G'2. LXW !181. 
SO) I). A. LXXV 4:'.l u. LVIII 11. 31) D. A. K. H II f. 1 u. 2. Vgl n. 4. 
82) D. A. XI :H5. LXX1II «0. Ueber die »Drachen" Jahns I 25». 
— 22 — 
Des Bedarfs an Schwefel, Salpeter und Pulver oder Büchsenkraut für die Kcuerwallen thiiu 
nicht nur die Hauptleutc in ihren Berichten an den Rat häufig Erwähnung33) sondern auch das 
K. 1). 11 verrechnet f. f)l—.">;") hedeutende Sninnien, die für jene Dinge verausgabt sind. Auch 
Bernstein wurde gefordert, namentlich /u Eeuerpfcilen, mit denen eine Stadt in Brand geschossen 
werden sollte. Zur Ladung der Geschütze gehörten ferner Jlolzpfropfen, durch die man das Puher 
vom Geschosse trennte; zu solchen Pfropfen empfehlen die damals viel gelesenen „zwölf Biichsen- 
meisterfragen"34) besonders das Erlenholz, und wirklich werden im K. B. ] L f. 00 „vor en virdel 
crlnholt to proppen" 7 Eirdung notiert35). Vermutlich zum Behauen des Holzes dienten die  
Handheile, die man für die Büchsenschüt/en zum Laden erbat36), l'nklar bleibt, wozu und wie die 
„propevseren" verwendet wurden37), während über die ..pulverbusseken" oder „klene busseken to 
den lol l)usseir'39), wohl kein Zweifel obwalten kann, Geschosae wurden namentlich aus Blei  
hergestellt 3U), das reichlich und billig einzukaufen die Keldhauptlcutc dem Wale nahe legten*0), und 
zwar in verschiedener Grösse; aus dem Lager vor Mewc sehrieb man „imune 4 olf f> schok de 
aller clenesten lüde, dar sin hjr velo bussen to"41), ein ander Mal wurden „geniene Lode" erbeten4*). 
Man brauchte sie auch für die Tarrusbüchsen44), von welchen letzteren wir lesen, dass sie weiter 
trugen als dio Lotbüchson.45). 
Steine wurden nicht nur für die grossen Büchsen, sondern z. B. auch für dio „Vogeler"43) als 
Geschosse verwendet und teils daheim teils im Kehle mit eigens dazu hergeriehteten Bicken — 
zuweilen nach Modell — zurecht gehauen,ü); Ausgaben hierfür weist das K. B. 11 f. 1—5  
zahlreich auf, f. Oö vermerkt es, dass für 20 Schock zu 10 Scot an Meister Hans Kretzmer 11! Mark 
10 Scot gezahlt seien; Steine für Hakenbüchsen waren grösser als die für Vogeler. 
Eben dort f. 04 ist eine Ausgabe eingetragen „dem Hofemeistcr vor hassen into howen, into 
Linden vor rade, vor mulden und dageloneru" und f. 3 „vor 2 halbe karren to bussen", ferner 
M) D A. IiXXV 302. rians Kololl nn den Hat Darsau (?) Freitag nach Quutenilicr: lat mi schot («Os-ehoss) 
werden und krude. — ebd. XLVIII 70 vgl oben und LXXV 30G S 8 n 1. „Pulver und pyle" werden verlangt ]J. A. 
LXXIV 114; „czwe tonne pulfer und fünf tonne pfcilc" ebd. Ulli — ebd. Ili2: dat her Scherlenczeky mit my gesproken 
und befolcn hellt in to ser|cvenj her to senden int her dein hern adir mjr 3 punt klaren gelen bcrnst|ein], 3piint swefel 
und 3 adir nie .^dpeter, niittcm ersten gy mögen, limine c/ako willen in de stat to scheiten. — ebd. IA1 17. Hans 
von der Jene an 15. u. 11. vor Konitz 1 >oiincr.-.tag naeh Sophie [11154: swccbel, burnstein und pulver in das her vor 
die Kouitz geruehet c/u senden yo ce besser, das man fiierpfcylc davon inoge maehen. ebd. LXXV 381 berechnet 
ein Ungenannter dem 11. u. K. seine Auslagen für Pulver, Schwefel und Salpeter bei derlleslürmuiigMarienburgs 1 ir> 1. 
«) Jahns 1 3DG Würdinger II 314. Köhler III, 1, 2(i7. Töpi>eu 0!". 
S6j Posten für Pfropfen erscheinen auch f. 1—3 mehrfach, einmal 4 Mark für 40 Schock. 
"j V. A. LXXIV '210: sendet dem busseiischutten 4 hantbilekeu. - ebd. LXXV 314: noch 1 kleyn luintbyl 
de bussen niete to laden. 
37) D. A. LXXIV 210: sendet 20 propeysereu, der hebbe wy gebrech to den lolbussen; wenn ebd. LXXV 372: 
Eynwolt W'ryge an Ilarmau Stargart Jlürgermeister schreibt: „sende yo polezcn genoch tho dun bossen", so kann man 
an Plropfeisen, aber auch au Geschosse denken. 
aK) K. H. II f. 1: „vor pinpeyser und bussen to gelen" 3 Mark (i Sehilling, „vor i>roppe und pulverbusseken" 
2 Mark G Schilling, „vor 4 schok kleync busseken to den lotbusscii" 1 Mark. Auch die Ordensiiiveutare führen „prop- 
cysen" und „pulveriuesechen" auf. Toppen (JJ). Weber 578. 
3U) Weshalb wohl mich der Name blebussen gebraucht wird. IX A. LXXV WM. Jacop Wulf! u. a. an B. u. li. 
Laurentiustag [14|5!>. *») vgl. n. 2!) u 4Ü. «) D. A. LXXV 478. 
*'-) D. A. LXXIV 240: pile en hebbe wy nicht to verdelen: ok geniene lode to den lotbussen sendet uns 
ia) 1). A. LXXV 400. Lucaseh Asteil aii 11. u. 1{. „yni here* Mintng Martini [ll]i>5: sehieket liilicr czwu lange 
lanczuch (?) ezur ezogebruckc, vier Blosser, vier ketiu mit haspen, kleyne stewie czu fogeler und grote czu liocken- 
buchllin; schicket eyne tarrisbuchltc mit irr ezugehorung. — Kine Hakenbüchse wird auch K. IJ. II f. 04 genannt 
+•) ü. A. LXXIV 155: fordert uns ouch eyno turrnclisburhlle mit gelothe und dy grosse buchse. — Uebcr die 
verschiedenen Namen und Arten der Büchsen Jahns 1 402 11. Köhler HI 1, 2G0 11'. 303 ff. Den Tarrasbüch>ien  
entsprechen in llayern Schirmbüchsen Würdinger II, 103. 
if>) L) A. LXXIV 210 bittet Johann Meydcburg den Hat um Lotbüchsen und meldet: wy leten to nachte von 
Dcrsow luden 3 stenbusxcn; hadde wy er nicht gekregen. wy suhlen not geleden hebhen. Darum nie, gude hern und 
vrunt, were uns scre mitte eyne tarraxbuss. Wen so vele scharme ut dreven, wc wol sc nicht an uns tjuemen. Krige 
wy der nicht, so reken sc mit eren bussen vorder dan wy mit mixen doen können. 
40) 1). A. LXXIV 121: seilt unez lode to den bussen en 400 und bli inedc und en 40 stene na desscr male und 
en 10 armborste. — ebd. 1G2 Hans Peckow an II. u. lt. vor Konitz Donnerstag nach Sophie |14|">4: sendet 1 aif twe, de 
bussen uteyuo honten können. — ebd. 172: so were gros not, das er uns 1 man herschicktet mit bicken, der uns 
buchsensteyn hibe. — ebd. LXXV 30Ü: so habe ich gesandt \or dy Conitcz cleyn und gross 11 huchücn und -haben 
en gesamt alle steyne, dy czu den buchten dynen, tliijj ich keynen nehe (!) u/lin Blosse habe. Haruinb Unit wol und 
sendet uns ezwcjne steyiihewger mit irer rcitszchuft vo ec vo besser, dan sv slejne Imwcn und clnjj sy bicken gnugk 
niethe bringen. — L'eber Modellstcine Z. W. li. V. XXI11 13. Würdinger II 10.1. Stahl zu den Hicken § 8 n. 
— £1 — 
K. B. 1 FT f. 10.'} ..vor karren to den busson to betören'-; wir worden hiernach nirlit bezweifeln, 
dass ein Teil der in K. B. 11 aufgeführten 07 Büchsen, ebenso wie es .anderwärts gcscluili, in 
Mulden*7) gefasst und diese auf Bäder gesetzt wurden, und diese Büchsen mögen es sein, die 
Lindau ,s) den Lothüchseii als Kuironbiichson gegeniil)erstellt. 
Die Büchsen, diu Steine von Kopfgrösse schössen*"), und die ganz grossen konnte man 
natürlich nur auf Wagen transportieren, die nicht zu schwach sein durften50); zu ihrer  
Handhabung bedurfte man auch Stangen und Seile51). Wie schwer beweglich die grössten Stücke 
waren, lehrt uns die Bitte von llauptlcuten zu Tuchel um Steinbüchsen, die man führen und  
hantieren könne52); trot/dem wurden gerade jene sehr hoch geschätzt53). Denn als im .lahrc 14f)4 
eine grosse Büchse des S'-hlosses Schlocliau ,.by den wagen" gebracht war. um dem Wunsche des 
Rates gemäss nach D. geschafft zu werden, da meinten die Fjandlcutc: „ween inen die bussc von 
liir brocht, so v\crc alle er troest weoeh'-51), und ein Schade an solchem Stücke wurde sehr  
unangenehm empfunden. Den Biicliscnschützen Hans Czinkolitz warfen die Hauptleutc auf Schlocliau 
in den Turm, da er seine alte Tücke und Untugend bewiesen habe „an eynor buchsen vom Tawcliel 
neest der groston, dy her enlczwcy gescossen hat und hatte santh ins pulfer gcleilh" ft5); worauf er 
dann aus dem Kerker an den Hat schrieb, um seine Unschuld zu beteuern, und sich erbot: ..so 
weide ich ucli eyne sulche buchso vom nio\ncn eygen ertee widder gissen, wy wol myrs swer wurde" 5ti). 
Abgesehen von den bereits genannten Arten von (Toschützen, Lot-, Haken-, Stein-, Karren-, grossen 
Büchsen, Vogelern werden in den für uns in Betracht kommenden Denkmälern noch „huflen- 
issen" erwähnt57); dass mehrfach Stücke mit beweglichen Kammern vorhanden waren, schliesscn wir 
aus der oben angeführten Bitte des (-Subernators um Kainmcrbüchscn M) und aus der Thatsachc, 
dass das K. B. II f. L—'.\ bei den 4 eisernen Büchsen hinzufügt: „mit 8 kamern'- und weiter in 
gleicher Weise bei 2 Büchsen ti, bei einer 2, bei 4 Büchsen ll! Kümmern vermerkt. 
Wenn auch der Hochmeister in seinem Aufgebot von 14.'5iJ die Lotbücliscn in einer Reihe 
mit andern Handwaffen nennt und wenn auch 21 Jahre später Hauptleutc Krieger verlangen, die 
mit Büchsen scliicssen können59), so fehlt es docli an jedem Beweise dafür, dass damals schon die 
einzelnen Bürger so zahlreich über Feuerwaffen verfügten, wie es lfi20 der Kall war, als zu dem 
städtischen (leschütz noch „der burger eigene zilbuxeu" kamen60); die Kosten für diese Art Wallen 
scheint vielmehr bis gegen Endo des li). Jahrhunderts, wo die älteste uns erhaltene Willkür erlassen 
wurde, ausschliesslich die Stadt getragen zu haben; geschieht doch auch in dem mehrfach  
angeführten Söldnerregister aus der Zeit des l.'Vjährigen Krieges keiner Feuerwaffe Erwähnung. 
4?) l>icBe nannte man in Siiddeutschland Mutter oder Lade oder Wiege. Jahns 1412. Köhler 1207 Würdiiiger II405. 
In einer Wageiibiirgordnung von 11:'.0 (Würdinger II 117!)) heisst es: Auch null joglicli (Jlied besonders haben eine stein- 
oder tarrasbüehscn imf einem hiilben wagen mit 2 pferden und ein jeglicher blind eine Hteinbüchscn auf einem wagen 
mit 5 pferden. «J _Scr. It 1* IV G18 vgl r.O'J. f>!l7. Vergleicht man Scr. IV r.0!> mit 1:55, bo ergibt «ich, dass 
Karrcnbiichsen auch >Steinbüchsen »ein konnten. *") Vgl. oben das Aufgebot von Hol! an I). 
60) Daher schreiben Hermann Stargart u n. an li. u. II. 1455 l). A. LXXV" 12: bo machet ir oueh ewer buchsen 
uude wngene allerdings bereit. — D.A.LXXIV 102. Conl von Dalen u. b. nn 1$. u. lt. ersten Sonntag in der Fasten [ 14 |.r>4: 
wetet, dnt wy ju «enden by dessen forman die groteste bussc, de wy hir to Slochow heben. — I). A. L 2. Hauptlcuto 
zu Tuchel au „howplewte von (Idantezke" Tuehel Abend Mutliio [14]54: eyne die grostc buxe wellen wir euch mit 
allem willen mit etlichen sleynen gerne vorlegen; zunder pulvcr habe nicht, des wir mögen entperen; oueh habe keyne 
wegene, die die buxe mögen tragen. 01) I). A. LXXV 470: sendet 1 iscren kofot oft Stangen und 2 Stangen to 
cm hörne (?), noch 2 seien, dar inen de bussen innch niede foren. 
w) 1). A. LV1 0". Hans Komorske und Otto \on Czissow; IInuptleutc zu Tuchel melden Freitag vor Oculi [14].V1 
an 15. u. 15.: „das wir der buchsen nicht vile haben; wen wir die groste euch senden, so bleibet ir nicht ine denno 
ö iiiitlelmesige buchsen* und sie bitten ihnen zu senden „widder !? adir 4 ste> nbuchsen bie dessen iiirmannc - ftbjo lange, 
das uns die uuehse möge widder werden — die mau fuglieh furen und hauiiren mag, wo man sie bedorfen worde . . . 
oueh so behaldc wir nicht ine dennc ti lolbiicliseii". 
M) 1). A. LXXIV 111: de grote bosso van dem linse (— Ordensburg) und ander bossen, de juw nutt dünken, 
de wer gnit her gesant in dessen vasten. — ebd. 110: dut py my willen senden 4 tichcpcsbiisscn van den grotoslcn 
und en li loetbussen mit loden und erer ret-schop. IC. IJ. III f. 101: noch cjn stoeytban (-• Stoliband?) tho eyner 
grothen husse vor 4 scot. vgl. Scr. lt. 1'. IV 50!>. w) IX A. LXXIV 100. 
M) I). A. LXXIV l.Vi. .neest der grosten" ist die zweitgrü.sstc. Vgl. Toppen 29. 
6«) 1). A LXXIV 200. Sehlochau oetava visit. Mariae [1454J. Kin schlimmeres Ixis hatte der Lüchsensehütz 
Nicolaus Scr. 1*. 1". IV 118. 
67) Vogeler werden auch D. A. LXXIV l(i4 |14|G4 und LXXV 428 [1454-GüJ erwähnt Vgl. § 12 n. 10. 
68) oben n. 25. Ueber die Kümmern vgl. .lähns I 401. Köhler III 1, 304. 
w) Amt von Tclclitcn im IJ. u. It. |14|54. I). A. LXXIV 187. Johann Meydclmrg au H. u. R. Marienbnrg 
Montag Abend nach liuasiinodog. [11]58 1). A. LXXV :V7<>. «>) Scr. lt. I\ V 5IS2. 
— 24 — 
§ 10. Rüstkammer und Marstall. 
Wo verwahrte man nun in D. Vorräte an Waffen und Ivriogsgcrät, wie wir sie im  
Vorangehenden kennen gelernt haben? Das Zeughaus ist erst nach KiUU gehaut worden, dass aber die 
Stadt schon zwei Jahrhunderte früher derartige „bcheltnissc" besass, wissen wir bereits aus dem 
Vorschlage, der dem Hochmeister zur Niederhaltung der Zünfte gemacht wurde. Als solches 
..beheltnis" muss zunächst der Stadthof gedient haben, auf dem die kleine Katze lag und wohl 
auch die Büchse, die der „hofemeister", d. i. Vorsteher des Stadthofes, „einhauen" Hess, sodann 
ein grosser Kochkessel für die Truppen1); ferner aber wurde als .Rüstkammer vermutlich auch das 
Rathaus benutzt, wie zu Elbing, Culiii, Neuteich oder zu Braunschweig und Bochum2); wenigstens 
\ii2h holte man Büchsen und Pulver, Spiessc und Hurnische aus dem Rathausc3). 
Der Stadthof war zugleich als Marstall4) für das städtische Kriegswesen von Bedeutung. Denn 
wenn auch die zu Pferde dienenden Bürger in der Hegel wohl sich selbst beritten machten5), so 
hatte die Stadt doch manchmal den Pferdcbcstand zu ergänzen6) und ferner für den Train Zug- 
und Lasttiere zu stellen z. B. für die Winterreise, zu der nach dein Jv. B. I 173 unter anderm 
Hafer für 11* und Heu für 4 Mark, 20 Schlitten und 2 Futterschlittcn beschallt wurden, oder für die 
Heise von 13.H2, deren Kosten für Pferde, Wagen, Wagenschmiere u. dgl. in eben jenem Buche S. HI4 
verrechnet sind, oder für die Heise von 1-105, bei der auf je 10 Wäppner 1 Wagen kommen sollte7), 
oder für einen Zug zwischen 1413 und 1422, zu dem D. auf 3 Wochen Nahrungsmittel mitnehmen 
niusstc8), oder für den Ket/erkricg, zu dem D. 'Mi Streitwagen noch ausser den Speisewagen  
auszurüsten9) hatte, oder für die Unternehmung des .Jahres 1454, zu der I). nach Mcwe „soldeners 
uff furwagenen" transportierte10). Wohl für den Marstall überschickte 14.") 1 der Hauptmann auf 
Schlochau dem Kate an ilV kleine und grosse „strenc/cn" d. h. frei umherlaufende Pferde11), und 
„up den hoff" d. i. den Stadthof sandte man auch aus dem Lager kranke oder verwundete Tiere, 
wenn sie den Transport noch aushielten,2). 
AVic der Orden 142U alle Bosse zu zeichnen befahl, so müssen auch die Stadthofspferde 
leicht kenntlich gewesen sein; wurde doch 1401 der Plan, Feinde zu einem Angriff auf Danzig 
zu verlocken, dadurch vereitelt, dass der Sendung der Stadt an seinem Pferde als solcher 
erkannt ward13). 
§ 11. Verwaltung und Disciplin. 
Auch wenn Danzigs Truppen unter dem Kommando eines Ordensfcldherrn oder eines vom Polen- 
könige gegebenen Führers standen, wie es z. B. 1454 vor Marienburg oder Konitz der Fall war, 
*) Vgl. § 9 u. § 11 n. !U. Das Amt dos Hofmeisters wird weiter bezeugt im K. B. II f. 77 „Michil dem 
hafemeystcr uthgegebii vor strenge 2 Miirlc 14 Kcot" und in den Akten des Bauamts 1501—52 f. 2:t zu 15:58: „de 
wcllnn vor den stiithof to howen Olawell dem haflmeystcr gefen den meyers tlio gefen 25 Mark". Den .Ilollnieistor" 
des Stadthufs erwähnt ferner Curicke der Stadt D. histor. Beschreibung 1080 S. 57. — Auch bei Duisburg 102 und 
Löschin I 150 wird der Studthof als die Rüstkammer des Mittelalter» bezeichnet, indes ohne jeden Nachweis aus den 
Quellen. «) E. A. 88. Z. W. (1. V. XXIII 100. 1>. A. LXIII A. 7. Gcnglcr !V27. Darpe im Prog. des Gymu. 
zu Bochum 1888 8. Hl. ») Z. W.G.V. XI 08. öcr. lt. 1'. V 502. *) Ucber den Klbingcr Marstall RA. 87. 
6) Vgl. § 4 n. 18. D. A. LXXV 278. «) Vgl. n. 12. ') Item sullcn ye 10 wepener und nicht 
lnyuncr 1 wugen haben. Vgl. § 8 n. 8. 
8) U. A. XXXVII 81 § 1 n. 10 u. § 12 n. 14. 9) St. A. I 501 und § 1 u. 7. 
M) D. A. LXII G. 0. Rat von Mewe nn B. u. It Ostern fl4|51. Zu Wagen wurde Fussvolk transportiert auch 
1422 Scr. R. 1*. IV »82. Vgl. Köhler II (WH. III 2, 210. D. St. Chr. 1 177. 
H) D. A. LXXIV 205. Sonntag nach Tetcr Paul 1454. Ucber streneze Brinckmcier gloasarium diploniaticum 
s. v. Z. W. G. V. XXIII 221. 
K) 1). A. LXXIV 100. Hermann Stargart an B. u. It. in dem her Montag [14]51: Hpndot pyle . . so sende wy 
jn der Bemeu perde, de geschoten sin; de bestellet, dat sc gehelet werden. Item so sendet hyr C lose perde jegen, dat 
de Keinen mögen mede uns hyr ryden. — ebd. 22!) derselbe mi dieselben vor Marionburg Dienstag nach Dominik 114154: 
dat wy ju noch senden 3 gulo, de latet holen, undc wen de andern hei sin, so sendet se her wedder. — ebd. LXX V 470: 
disso breil wyser hit Claus Reweler. Dem is hir syn pert geschaten. Dot wol und latet up den hoff bringen, dat inen 
it holet. — ebd. L. 50: ys denn, das sie (die Pferde) wurden gecn können, so wil ich sie euch senden; werden sie 
widder fertig, die gesellen wellu sie gerno widder nemen. Dass es in 1). Tierärzte gab, lehren Posten des K. B. I 157: 
ad medieandum cquos und D. A. LXXIV 245: aläo saude ich juw gistern 0 gewundc perde, twe hören dem greven und 
4 hören den Polen, dat inen dar tose, dat se gehelet werden. Wentc so schatten so sere hoch, en dcl perde hebben 
noch pile in live; et were wol gut, dat hir meyster Hans lege, so dorftc men de perde nicht to Danczik senden. 
1») St. A. I 525. Scr. R. P. IV 570. Auf dem Stadthof lasst auch Schütz (2H0) im Jahre 1401 Reiter sich 
rüsten. S. R. P. IV 580. 
— 25 — 
begleiteten Ratsherrn als Hauptleute das Kontingent1). Die Hauptmann sei laft ging im Itate, wie 
es scheint, reihum2): hatte einer etliche Zeit draussen gelegen, so hat er um Altlösung oder 
wenigstens Beurlaubung3). Mit 5 Wochen Dienst glaubte man das Seinige gethan zu haben4), doch 
kam auch vor, dass einer 12, ja 20 Wochen draussen blich oder das aus den in Aussicht gestellten 
iJ Wochen 11 wurden5). Auf die Bitte „gelosct und gefryet" zu werden, erhielt Amt von Telchtcn, 
1454 Hauptmann auf 13iitow, zur Antwort, er möge ja bleiben, denn in D. würde er „villichtc 
groter ampt dregen und hebben . . wente wy alle hyr nicht leddig gact" 6). Etliche Jahre später hören 
wir von einer Willkür, welche als Entschädigung für solche Dienste wöchentlich 1 Nobel festsetzte7). 
Draussen inussteii dio Katsherren auch repräsentieren: so beklagten sie sich 1454 einmal, 
dass sie den im Lager sie besuchenden Herren nur Tafelbier zu bieten hätten9), und legten dem 
Rate nahe ihnen für Wein wie auch für Trinkgefässc9) zu sorgen. »Sie hatten ihr besonderes  
Tischzelt, in dem auch Tafellakcn10) nicht fehlen durften, und für das man unter anderem Honig, Rosinen 
Feigen, Datteln und Malvasicr (als Frühstückstrunk zur Fastenspeise)u) erbat, und als über solche 
Forderungen einmal im Rate „gekorref und gefragt wurde, ob man die Hauptleute auf Schlochau 
„mit rosinen und vygen holden sal", da erwiderten sie, man möge doch, dio so sprächen, als 
Hauptleute hersenden: „können sc denne dat hus mit kcnappcln (Kienäpfeln) holden, dat is unser 
willc wol"12). 
Als Feldhauptlcute der Vaterstadt bedurften die Ratshorren wohl der militärischen und  
politischen Eigenschaften, durch welche die am Versammlungshause des Fatrieiats, am Artushofe, 
dargestellten Helden des Altertums Thcniistoclcs, C'amillus, Scipio Africanus, .Judas Maccabäus 
berühmt geworden sind, aber die militärische Technik spielte in unserer Periode noch keine 80  
bedeutende Rolle, und die Hauptschwierigkeit lag darin, die Truppen beisammen und in Ordnung zu 
halten und gehörig zu verpilegen. Die Kosten der Verpflegung scheinen nicht dem einzelnen 
Bürger zugemutet, sondern von der Ötndt getragen worden zu sein; unaufhörlich wiederholen sich 
wiilircud des 13jährigen Krieges die lütten der Hauptleute um „vitalic", namentlich um Bier13), 
das damals zugleich die Stelle des Kaffees, Thces oder Grogs vertreten musste und dessen Fehlen 
daher sehr unangenehm empfunden wurde; das Kriegsvolk erklärte wohl einmal: „sie weiden iren 
1) Simson Z. W. G. V. XXIX 25. 28. — 1). A. XLVIII 03. Hans von Baysen Gubernalor an B. u. R. Thom 
Sonnabend nach Ostern [1451 —501: wir schicken zeu eweh den gar tüchtigen Udcreky mit »eynen gesellen 200 phert 
eweh und ewerm herc zeu eyncin iioubtmunn vor Marienburg zeu czihen . . Befeiet otich ewern, das zie im gehorsam 
/.ein. — D. A. LXXV 833. .Sonnabend nach Antoiiii nbb. |1-1J55 wird Hermann Stargart und Andreas Eier vom Rate 
beauflrngt des König» Angebot .eynen ritlinicistor uns to schikken" Kosten lialber abzulehnen, „wenn uns hertoch 
Erick ok eyneu rithmeister gelatcn lieft mit 12 perden". 
a) U. A. LXXV :500: bittet Curdt von Dalaen deu Rat statt seinereinen andern auszusenden, „der ouch 12 Wochen 
fllliy liget, also ich getan habe; wen is wedir an mich kompt, so wil ich thun gleich eyncin andern". In Elbing war 
es ähnlich. E. A. 100. 
8) D A. LXXIV 234 hoiibtmnnn reu Slochau an B. u. R. Schlochau Donnerstag vor Dominik [14154: somit 
myr eynen koni]>nn, ufT das ich oyn 8 tage ouch möge lieym tliin. «) D. A. LXXIV 178: ouch ich 5 Wochen 
wll gelegen habe, dorumb bitte icli euch allgemeyne, lieben heren, ir wellet eynen andern ouch wßfertigen. 
f) D.A. LXXIV 205. — ebd. LXXV 807: J. MeydcbforgJ au B. u. R. Maricnburg Freitag vor (Jhristmess [14J57: 
hebbe ik hys disse tyt 11 weken lang my untholden, dar ik doch mer 8 weken durch juwer crsamhcil der Schoppen 
und borger bedc willen ut geordenyrct was ") I). A. LXXIV 115: Biitow Mittwoch nach CJregorius [UJ54. 
Ein ähnliches Gesuch wird ebenso abschlägig beschieden Wülcker 4:5 n. 101». 
7) D. A. LXXV 481. Matticz (Jolmener an B. u.R. Putzig Dienstag vor Palmen [14J70: ir alle wol wissit, was 
ir gesatczl hot yn ewr willekuer; welch rotinaon eege zeu veldc vor steten, vor slobsein oder ufl" Blossem von der stadt 
wegen, der sulde die woche von euch eyue nobbcle haben. *) D. A. LXXIV 141». 
9) ebd. „senget («— sendet) mir ouch l par steinknilio ufTme tische und gesten doruß czu schenken". „Krull" 
= Krug auch in der Scliützenordnung von Trcskow 12 
lu) D. A. LXXV 822: Wilm Gorden u. a. bitten um „handoke und tavolaken; de linwuut, de her Jnhnn Schulte 
to tavolaken kofte, dar wart des hoftman etctclt afl" gcniakct". An das Tischzeit ist wohl auch gedacht, wenn K. 11. II 
f. 3 einen Posten aufweist: „vor kannefas tor koken tom tcltc behorende''. lieber die Zelte vgl. unten § 12.  
Tafellakcn nahm man auch in Elbing mit ins Fehl. E. A. !»2. 
») Nach K. B. I 207 werden 1:182 Datteln und Feigen für dio Iteiso beschallt. — 1). A. LXXIV 124: icz 
gebreke to der koken peper, saflran, vigen, ol (— Aal), cn gudo tonne beringe; ok hebbe wi boven 8 dag tufeiber nicht; 
nonnich, saflfran und maser. — ebd. 102 Cord van Dalcn u. a. an B. u. lt. I. Sonntag in der Fasten [14J54: sendet 
uns 2 Bteen ryes und 1 korfl rosyneu. —ebd. 109: 1 korff gude vygen und 8 korfl gering vygen senden uns.— ebd. 111 
vgl. § 8 n. 83. K) D. A. LXXIV 118. 
M) Vgl. n. 81. — Dass z. B. die Trompeter von der Stadt verpflegt wurden, lehrt D. A. LXXIV 240 vgl. § 18 
n- 10. Auen Elbing verpflegte dio Truppen auf Stadtkosten E. A. 01. — Zu einer Wintcrrcise wurden nach K. 11.1 178 
14 Tonnen Biers mitgefühlt; zur Reise 1382 sind ebd. 27a Mark pro cervisia verrechnet, vgl. Simson Z.W. G.V. XXIX 48. 
4 
— 2(5 — 
linlß uinl) wnsscrtrinken nicht wagen" u). Neben den Victualicn selbst waren Oofässc1*), Mühlen1'*), 
Hreniimatprialipii17) nötig, namentlich für die Küche, zu deren .Bedienung KöcIip mit ins Feld 
zogen,s), auck für Beleuchtung des Lagers niusste gesorgt werden19). 
Zur Beschattung, Bewahrung und Verteilung der Vorräte wie zur Erhaltung der Disciplin 
bedurften die Führer zuverlässiger (Jehilfen: so verlangten 14f»4 die Ratssendebotcn in Schloehau, 
dass über je 20 Mann der ihnen zu schickenden Schar ein Hauptmann gesetzt werde20); ein 
andermal wurde um i5 iStadtknecbte2i) oder um Bürger, die der \ln\ „erkenne gud vor quartir- 
mesters"22), gebeten, oder es wurde geklagt, man habe zu wenig Bürger, um etwas „ausrichten" 
lassen oder die „Acmtcr setzen" zu können23); au welcherlei Aeinter hierbei gedacht ist, lässt sicli 
nach dem Berichte vermuten, laut welchem im Frühjahr 14f)4 im Felde vor Marienburg llOOMann 
Reiterei und Fussvolk so „gequartiret" wurden, dass zunächst auf üO, dann auf (.)U Mann eine 
Tonne ..trinken" kam21). 
Mehrfach gehörte zu den Begleitern der Hauptleutc ein Schreiber, dessen sie vor allem für 
ihre Berichte au den Rat bedurften und der auch die Listen geführt und die Frlaubszettcl  
ausgestellt haben wird, von denen in § 4 die Rede war: so wird in dem mehrfach erwähnten Söldner- 
registcr „Gregcr der Schreyber" genannt2''); einen des Schreibens kundigen Knecht — d. i. wohl 
Stadtknecht — erbat man 11:">4 ins Lager vor Marienburg, einen „schrvver" auch nach Slochau20), 
und wenn eben hier ein Hauptmann für .,er Kieles den cappelan, der sich dannc gar erberlich bey 
uns ufl'cn hawse beweiset hat und eyn from prister ist", Belchnung mit einem Altäre beim Rate 
nachsucht27) oder wenn AVilhelm Jordan aus dem Lager vor Marieuburg für des „meyster Arnd" 
treue Dienste2y), ein Theben an der Pfarrkirche vom Rate erbittet, so liegt die Annahme nahe, 
dass «als Sekretäre der Hauptleutc Kleriker auch zu dem Zwecke gewählt wurden, die Truppen 
M) 1). A. LXXV 2(55. Amt Finkenberg mi „scheppen und gantz gemeyne" Schloclinu Michaeli 1454. 
«J D.A. LXXIV 111. vgl. n. !U. 1). A. LXXIV 119: 1 schok eymer und 1 schok phcyfle ader cympekannen (?). 
die do gross genug 3111, die muss niiin vnn noten hüben czu dem volke. — ebd. 182: brawphnnue 9 fussc long und 
4Va fuss weith. 10) K. B. I 207. vgl. Weber 577. 
1') K. U. I. S. 1751 verrechnet Kohlen und Unit D. A. LXXIV 140: sendet uns oueli 8 wagen mit pherden; 
wenne wir müssen kochen holtz ober 1 grosse niilo füren. — ebd. LXXV 477 .loh. Mcydcborch u. h. 1111 15. u. lt. 
Mnricnburg Sonnabend nach Ostern: dut wedder is kolt, und dat Volk helt nicht vüringe und will et lange duren, so 
werd et gan over unsc tiine. 
1«) 1>. A. LXXIV 144 11. 1G3 wird Urban der Koch erwähnt. — 1"). A. LXXIIl 40: „wir nrinen koclio cuwer 
borger von Dantezke ulilegende im veldo vor Marienborg also 1 lanncs Bannirke in der mattknwschcn gasse" u. G andere 
genannte klagen dem Bürgermeister, dass sie vor dein Kaldculiof vor Marienburg April 1451 (Simsou Z.W.G.V. XXIX 25) 
grossen Schallen erlitten, die Fasten über „nicht genossen oder geworben haben und dorezu unll geretchen und cleynoth 
von null kochengerethe nlczumolc haben verlorn". Auch die Elbingcr nahmen Köche mit E. A. 92. 
1») D. A. LXXIV 94. Cord von Dalcn u. n. an B. u. H. Schlochau U. L. F. Abend [14154: sendet uns Hne 
alle sinnen krychwnore und pellegarn und 1 tonne licht. — ebd. 140 Willem Jordan an U. u. lt. Dirschnu Sominb. 
n. Krcuzerf. [14)54: mir jint keyne lichte noch lichteladc ader Internen awsgerichtet. K. B. I. S. 17:1 verrechnet  
Ausgaben für Lichte und Fackeln zur Wintcrreise. Ob die eben dort erwähnten „Schoübe" ebenso wie bei Wülcker 103 
Belcuchtungsgcgonstände darstellen, muss ich unentschieden lassen. — l'eber Lagerbeleuchtung im Mittelalter Otto von 
Freising Chron. VIT 14 und Chron. de gestis principuni Böhmer fontes Ker. Genn. I Ü0. 
'■») D. A. LXXIV 155: setezet ye czwintzigen eynen hoptman, ufl dag wir sy deste bad czufreden mögen halden. 
In Königsberg wollte man 1451 je 10 Mann einen Hauptmann geben (St. A. IV 273), desgl. im Reichsheer 1129 
Deutsche Iteiclistagsakten IX p. 313. 
■-1) 1). A. LXXV301: sendet mir 8 statknechte, die ich vorsengen mng und helfen regiren das volk mit speysen 
und wlirichtuiig, wenn ich nymand habe, der mir hulllich ist, wen das volk ist czumole unsturlich. 
z*) 1). A. LXXIV 117. Leute zur Verwaltung erbitteu auch die Frankfurter Hauptleute Wülcker 54 n. 153. 
ebd. 43 n. 108 wird ein Küchenmeister, Ilöhlbaum 23 u. 33 werden Quartiermeisler der Truppen erwähnt, denen u. n 
die Abrechnung oblag. 
'&) 1). A. AXXIV 144. Willem vnn dein Jordan nn B. u. 11. [14154 vigilia Stanislai: sendet uns Urban her 
wedder io ce i<> besser mit 2 statknechten wenn ich kan nicht so vil brot schallen, also das volk vortzeret; wen ich habe 
lossen brot holen czur Mcwe und czu Marienwerder 2 böte vol dem volke czu notdorfte. Wenn ieh nicht G redliche 
uürichtende borger in alle dem hawllcn habe, dy mir czu stewre komeu mögen, es ulles vorsammclt und ungehorsam 
volk. — ebd 245: wi hebbo nicht so vele borger, dat wi liir uuse nnimccht« mögen sotten .. wi hebben nicht 111er den 
Ililger den enen dener; wen wi den vorsenden, so hebbo wi vort nimand . . sendet uns etlike dener, de gehorsam sin. 
M) D. A. LXXIV 153. Willem Jordan im B. u. 11. vor Marienburg [14]51 Sonntag Jubilntc. 
M) I). A. LXXIV 434a. Denselben „Grcgorium unsern schryber" senden Ludwig von Mortnngen u. JocopOzan 
Hauptleutc zu Dirschau an B. u. lt. Montag nach Jubilate [14]59 D. A. L. 48. 
w) 1). A. LXXV 477: sendet eyn knecht mede, de sehriven kan, umme de wneht to besturen («=» ordnen), de 
lotbussen to vorwaren und ander nottrodl. — ebd. LXXIV 107. 
«) 1). A. LVI 22. Donnerstng nach Visit. Mar. 114154 vgl. Z. W. G. V. 43. Des Priesters Niclns geschieht 
mich D. A. LXXIV 213 11. 41 Erwähnung. 2«) I). a. LXXIV 149. 
— 27 — 
zugleich kirchlich zu versorgen, wie dies z. B. hei den Truppen des Reiches oder der Stadt  
Nürnberg Sitte war29). Denn dass man auch durch AVerke der .Frömmigkeit sich den Sieg zu sichern 
hoffte, lehrt die Mahnung Hermann Stargart's und anderer an den Hat „gevet clk[em] nrynschen 
] Schilling], so lange et wäret, in de ere der hylgen vriiwen sante Marya Magdelenen np den 
mandach, got de almcchtyge sal uns de het (desto besser) helpen"3u). Freilich begründen einmal 
Eynwalt AVryge und Hans Vere, "Befehlshaber zu Leske, Forderungen für ihre Truppen mit der — 
wie es scheint, sprichwörtlichen — AVendung: „Hier gehört sich Mut zu haben und dort gehört 
sich zur Kirche zu gehen"31), als wenn eines das andere ausschlösse, aber die Klage des  
Hauptmanns Kord von Dalem, nachdem er dem Refchle des Rates gemäss den Harnisch des entlassenen 
Hans Holste behalten habe, sei er von diesem „roner" genannt und sogar in der Kirche vor allem 
Volke gelästert worden32), diese Klage, sage ich, scheint doch darauf hinzudeuten, dass auch bei 
den Truppen Gottesdienst gehalten wurde. 
Wie schwierig es war Desertionen zu verhüten sehen wir schon in § 4 und lehrt auch die 
Mahnung des Rates an Anibrosius Tiergarthen und .Jolian von Schamvcn, „holdet juwe volk to 
hope binnen juwen legher und latet so jw nicht entheen"33). Hei dem Rückzuge aus dem Lager 
vor Miiricnhurg traten in Neuteich die Hauptleute zu den Fliehenden und geboten, wie der Rat 
von Keiiteich anD. schreibt3'), „deine volke von euwirs gantzen rothis wegen bey liebe und bey gute, 
das keiner ine heme suhle czihen", es hall' aber wenig; ein andermal hatte der Refehl zu bleiben, 
verkündet „bey der stad ochte und by dem halse", den erfreulichen Frfolg: „Also zint nu alle 
willig und gehorsam und gingen mit mir durch ein fewr"3b). Rei der Stadt bezw. des Landes Acht 
und bei dem Halse musste während des liijährigen Krieges auch einmal den Bäckern im Felde 
das Backen36), den Schiffkindern das Fahren geboten37), bei Leib und Gut das Flundern  
untersagt38) oder das Aushalten auf Posten39) befohlen werden; es gab also wohl für D's. Truppen 
noch nicht Kriegsartikel, wie solche z. R. für die Heere der Hussiten und des Reiche» schon vorm 
Feldzugo festgestellt10) wurden, sondern im Einzelfalle musste man wichtigen Geboten durch eigens 
dazu erlassene Strafandrohungen Gehorsam schaffen. 
ihxsB eine im militärischen Interesse erlassene Anordnung dem Führer die übelste Nachrede 
seitens des Betroffenen einbringen konnte, sahen wir schon41): die Aufrechterhaltung der Disciplin 
wurde aber auch dadurch erschwert, dass es unter den Kriegsleuten selbst zu Händeln und bis 
zum Rlutvcrgiessen kam12). Ironisch und resigniert schrieben einmal die Hauptleute aufSchlochau 
»)) Mcmlhcim 87. so) D- A. LXXV 818 to Margenborg in dein her an dem Rünnfende [14]54. 
si) D. A. LXXIV 111: hir bort moit tho hebben und dur bort to der korken to gnndc. Dar limine seudo uns 
de Hpcllude und seggot ILuib von Rehowen, dut he synen soldcner sende eyn nuder armboret; dnt sync is thobrnken 
und oik Haus Knilspckkc Byncn Holdcncr eyn urmborst; hollenc kiinnen vor dnt volk und den grotfi) kclcl, de in do 
hnve (Stiidthoi) steit und eynen drevoit (l)rcifuss), de dnr tbo dent, semnipetzk (?), Hypolen und nnder notdorft, so gy 
wol weten; wy moten den dach wol hebben 20 tonnen gedrenke tho dem volke, dnt wy nu hebben. 
82) Vgl. oben § 7 n 37 und unten n. 41. 
M) ebd. 427. Mittwoch nacli Mnr. Geb. [14.14—Gl)] lehrreich int nueb die Meldung dcrHaiiptlcuto zu Schlochiiu 
D A. LXXIV 155: „sendet mit) Boldener in der stadt (an Stelle derer), dy wir uch bey her Eynwalt Wrigc ges[crcven] 
liabcn; wen sy nicht Icnger bleyben wellen. Ouch so sint uns (Jcrhnrdes van Hütten und her „Johnns Smerbnrth 
soldcner eundir unsir wissen und orlop entgangen". Die Bitte um Bestrafung wird dnuu motiviert: „wen sy (die Söldner) 
itezund sprechen: kompt is cn ezu glitte, so ist uns yo wo frey zeu loficn alse eyn (— nls nur irgend wer)". 
w) D. A. LXIII A. 7. Bei Leib und Gut gebieten Dniizigcr ]luuptlcute auf Schlochnu in don Dörfern Auszug 
zur Lnndwchr (D. A. LXXIV 120), ebenso wie es einst der Orden gethnn (D. A. XXXVII 207 vgl. § 1 n. 1!>). Die 
nämliche Drohung Hnnscrec. I 878. Jahns I 30H. Forsch, z. deutsch. Gesch. 10,41. 
86) D. A. LXXIV 158. ««) ebd. 87) D. A. LXXIV 1G4. 
M) D. A. VI 80. Hnns von der lhcnc nn B u. II. im hcre vor der Konitz Sonnnb. nnch crucis [14]54. 
so) 1). . . LXXIV 170. vgl. § 12 n. 13. 40) Jahns 1 802 ff. 
•ii) 1). A. LXXIV 218. Hnns Holste hnt den Hnuptmnun Kord von Dnlem bo gelästert, „dnt my elkerlik ein 
noch dar n/1 to segen heift und ok vor dem preister hcrNichklcs; de kain(?) is nicht to sonder segen, wo he my handelt 
opi>cnbnr in der kerken ninnk nl dem folke; „is id in ere" dut seitto ik to in, und synen sak hebbe ik syncin broider 
nutwordit, dar dat lmrnes innc was, ik licbbc an groito gcwolt gednin, do he dein nrmcii knecht hir tom doidc brechto 
dnr iip dem schloilc, do cm l'eckow darin leid Seiten, de vile ick vor der Konctze was und ik ein ut «lern tonn hnlp; 
sunder ik mach iny wol vrouwcn; item l'eitcr Stronikcrdop wart ju wol seigen: de heift sin liuurns (Harnisch) by 
my gelaiten und my wil er wol In enntfarun nnc niynen myiien (!) dank, scitet se up eynen lopef'. 
«) Uebcr das Attentat auf den Siiitznicister tj y n. 80. — Streit unter der Bcsntzung vou Bütow T). A. LXXV 288 
§ 2. !» — I). A. LXXIV 20!» schreibt ein Hauptmann zu Schlochnu un B. u. lt.: scr|evct] my, oll ik ju den bussen- 
Hchut/en senden sol und ok is hir ein, de heilt 1 doit sehlagen und is vordelt; ik hebbe geilen boiden, ik wil sc ju 
senden. — Von ciuer Schlägerei cbendort wird D. A. LXXIV 155 gemeldet: „Hans Gudaw Julian Kuöpe goldener es 
geschoteu int lyfl"; der ltnt möge den veruuitlicheu Thüter Clous Schult Jacob Kolners 3oldeuer, der entlaufen sei, 
4* 
— 2R — 
dem Hat: Wy hadden gehopet, dat gy uns volle gesant heth mit vetzens stollen, die uns gehorsam 
Boldcn gewest sin; so duncket uns, dat die eyuc so gehorsam sie as die ander"43). 
§ 12. Lagerung. 
Wie selbstverständlich zu Anfang des IG. Jahrhunderts für das Lager eines Heeres die 
Wagenburg war, lehrt Luthers Ucbersetzung von Lue. 1J),40, an welcher Stelle das griechische 
Wort y/tQtt!; Lagerverschan/.ung mit Wagenburg wiedergegeben ist. Auch in dem Bericht eines 
Hauptmanns, der 1455 vor Marienburg lag und über seine Erlebnisse dem Gubernator berichtet, 
wird erst vom ,.leger" der Kriegsbeute, dann von der „wageiihurglf' gesprochen, ohne dass die 
Errichtung letzterer erwähnt worden wäre, es wird also der eine Hegriff ohne weiteres dem andern 
substituiert1)- Erst im IT). Jahrhundert aber ist, was früher hier und da einmal geschah2), zur 
►Sitte geworden, das Lager mit einer Wagenburg zu umgeben, und zwar geschah dies unter dem 
Eindrucke der Siege der Hussiten3). J)ass gegen diese auch I). dein Orden Wagen zur  
Wagenburg stellen musste, sahen wir schon4). Ferner 1454 zogen die städtischen Truppen mit einer 
Wagenburg von Schlochau wider die Märker5) und stellten bei Leske zur Sicherung gegen Uebcrfall 
ebenfalls eine Wagenburg her"). 14f>7 hatten sie eine solche bei Reuteich und 1402 bei Sarnowitz. 
Hier treten auch deutlich die beiden Vorteile hervor, die die Wagenburg damaligen Heeren gewährte7): 
sie gab dem Kussvolke Halt und erleichterte die Verwendung der SchusswaiVen8). Wie sodann 
der Rat von D. 14515 den König auffordert beim Zuge auf die pommersche Seite eine Wagenburg 
mitzunehmen8), so ergeht auch an D. von Elbing die Mahnung ,.machet ein feld mit einer  
Wagenburg" und stellen die Bundesgenossen an D.'s Vertreter zuerst die KrageM)), ob die Stadt auch 
„strytwagen" habe, die man eben zur Wagenburg brauchte. Dass man es auch verstand sich zu 
„begraben" d. h. durch Erdarbeiten das Lager zu sichern, ist aus Lindau längst bekannt und bedarf 
keiner Ausführung; immerhin mag es interessieren von Hauptleuten vor Marienburg zu hören, dass 
für solche Hefestigungsarbeiten namentlich die Rücksicht auf die Büchsenschützen massgebend war"). 
Zur Unterbringung der Mannschaften hatte mau Zelteli) oder „pawlune", die, wie es scheint, 
manchmal auch für die Pferde Platz boten13), oder „buden"; 14Uf> im Heere des Ordens hatte der 
falls er nnch D. komme, „aiigryncii up ein recht und bewaren" lassen. — Anlass zum Streit mng oft das Spiel gegeben 
haben, von dem wir aus D. A LXXIV 105 S 2 n. 5 crfal iren und das z. 15. im Jlussitenhecr ausdrücklich verboten 
wurde (Jahns I 303.) Vor Marienburg aber entstand eine Iinufcrci „um einer slunc wille". § 12 n. 13. 
«) 1). A. LXXIV 107. vgl. § 14 n. 11. 
1) J). A. L 23. 2) Schultz II. L. II 2!)0 Köhler III 2, 2'J1. 318. «) Jahns I 304. 
*) Oben § 10. St. A. 1 594. ») D. A. LXXIV 09. Kort von Dnlcn Hans Pcckow an den Hat Montag 
« nach Mathias [14|54 Schlochnu: wy toghem ein eyntheigen myt misscr vagenborch. — Ebd. 98 dieselben: darumine 
moteu wy do wagen by uns beholdcn uns niede t<> enlsetten in dem felde, wento wy de tyding hebben, dut se mit 
400 perdeu en (den Ordeiistruppcn) wellen to hulpc komen utto Is'ygeninarke. «) Scr. lt. 1*. IV 135. 509. 
') von Wulf CO ff. 
sj Scr. It. P. IV 549: blihen mit den furgeschriebenen l(j 95 inanno todt, die., alle aus der Wagenburg geschlagen 
und geschossen wurden 593: do woren die Danc/.ker und ander mit allen iren reissigern und drabanten aus irer wugen- 
burgk ausgerückt und Itcfiiluu die wagenburgk Lucasschen, der ciu heuptman der reisiger aus Danczkc was, mit dem 
vierden man aus I)anc/.kc zu bewaren, ab sie von iren finden gedranget wurden, das sie zeur wagenburgk widder 
zcullucht haben mochten. *) D. A. Missiv VI 25. 
io) St. A. IV 324. — D. A. LXXV 428: se fragedcu uns, uftwy ok gtrydwngen hadten. Ik sede en, se worden 
jo sen were 11I30 terasbiisen unde huflcuisscn unde fogeler undc lotbüsseu, so dat wy to deu nlmechtygcn gode hoppeu, 
dat wy so wut von wero hcbbcii, dar se den wol in to freden sin, und si)reken den wol vou guden groten wagen. 
U) Scr. lt. T. IV 509 vgl. 125. — D. A. LXXIV 124: dat wi uns hepraven de bussenschuttcu willen io hen 
an (?) — l'eber Lagcrzäune vgl. 1). A. LXXIV 149 § 11 n. 17. Schaufeln, Hauen und Spntcn wurden bereits 1433 
vom Hochmeister zu jedem Streitwagen verfangt (St. A. I 591; auch 1451 fordert ltcnolt Kederholf von Leske aus 
„exen, schuwclen iscren und holten und cn dcl hacken" (1). A. LXXIV 119) oder Willem Jordan vor Marienburg 
„1 schock besingen gchullcln und schok spaten ader ruflcn, ufl' das wir uns bcgral>cu mögen, ufl' das wir van storme 
an dem volke nicht schaden ncnicn, und ouch 10 linkken 3 eksen" (1). A. LXXIV 148 vgl. 153). 
''■*) I). A. LXXIV 110: Beiladet teltc, bossen und retschop, in den velde tho lygcn, undscharme. Zur Ilcschnfl'ung 
von Zelten diente wohl auch der „pannus lineus", der laut K. L. I 207 zur lteiso von 1382 fiir 3 Mark und 9 Scot 
beschallt wurde, und die 219 Kllen „Lynwant", die nach K. 1J. I 173 für 3'/s Mark und 2 Pfennig zu einer Wintcr- 
reise gekauft ward — K. H. II f. 2: nicister Gerd dat telt to luaken 7 Mark 1 F(irdung]. Vgl. oben § 11 n. 10. 
,3) D. A. LXXIV 119: „In deser nacht bilde wir dy wache mit 200 man czu fusse und mit 3(> phcrdcii den tag 
und die nnch (!) czur losunge uff der warte iu der Schickung; do wir im (juomen by dy buchseu und schiktou das volk 
an 4 enden in dy warte und ich cn beval, das sy nyrnc golden gen ull der warte by liebe und glitte, so diu ich nu 
iinm here by dem andern volke bleib, dy wache im hcre bestalle mit her Stibor und dy wachte dy uacht unß (!) was 
— 2fl — 
Danzigcr Komthur eine grosse Bude, zu der 4 Wagen gehörten; sonst sollte „icliclic cloyne budo 
nicht nie denne 1 Wagen haben"; da mm je ein Wagen auch auf 1U Wäppner kam, so lagen wohl 
cbensovielo auch in einer Bude zusammen14). 
§ 13. Wachen. Spielleute. 
Auf die Wichtigkeit des Sicherheitsdienstes wies einmal der Itut seine Feldhauptleute  
ausdrücklich hin'); es ist begreiflich, dass solche Obliegenheiten unangenehm empfunden wurden und 
„sware Kurrunge" veranlassten2). 1414 und 14.">4 kam es vor, dass nachts die ganze Mannschaft 
im Harnisch liegen musste, um sofort bereit zu sein3), aber dies war natürlich nicht die Kegel. 
Vielmehr lässt die Bitte der Hauptleute um ein Stundenglas, das man nötig habe, „die wacht dar 
na tbo bestellen" oder um einen Schreiber „die wacht to bestimm"1) auf eine Einrichtung scbliesscn, 
bei der ähnlich wie heute ein Turnus und Ablösung stattfand: für letztere spricht auch des Jiats- 
herrn "Wilhelm Jordan Ausdruck1): „czur losung uff der warte". Warte nämlich ist wie schon im 
12., so noch im 15. .Jahrhundert die eigentliche Bezeichnung für den Vorpostendienst0). Für diesen 
scheint man gern die lteiterei verwendet zu haben; denn Gesuche um deren Verstärkung werden 
mit dein Hinweis auf die erforderlichen Wachen begründet7). 
Namentlich für den Fall plötzlicher Allarmicrung bedurfte man der Trompeter: In der 
Schilderung eines Ausfalls, den die Besatzung von Marienburg gemacht, lesen wir, wie bei den 
Danzigern plötzlich „das herhorn irschal und alle basuenen und itczlich man czu barnsche (ging) 
cn entkegeu"; ein andermal hören wir, wie umgekehrt in Marienburg bei der Entdeckung eines 
Ueberrumpclungsversuchs „er trometen gingen und alle man vogeden sieb up sin were". Auch 
14(!0 scheiterte der Plan der Leute von Mcwe, Marienburg den JJanzigern zum Trotz auf der 
Nogat zu verproviantieren, weil die letztern „wrden se gewar, dat et weren 2 kauen, und trometen 
up"8). So wird es begreiflich, dass Hauptleute vom Rate die Nacbsendung der ..spellude" erbaten9), 
dass aif .*'Jenen den Urlaul) zu einer Festlichkeit versagten und ihren — unerlaubten — Wegzug 
höchst unangenehm empfanden, ja sieb zu dem Satze verstiegen, es gebe in einem Heere nichts 
also, das uufl volk inyucin bcvele nicht genug tete und etliche gingen in dy cret/em". Als es nun „um einer sluncn 
wille" zu einer Kaufcrci gekommen, ist befohlen worden, „dn» ein jdcrmun ritte in «in jmwlun", und nachher „do ich 
das volk lys unter dy bniiner komen, do liffcn mir wol bey 50 men weg". — IX A. LXXIV 188: so wurden nu an 
dem donnerstng nacht 8 bilden biiincndc im herc. Buden im Danzigcr lleer Scr. R. P. III GG8. IV 12.1.| 
1*) D. A. Komthureibuch 205: Her (der Komthur) snl hiibrn c/.u syner bilden 4 wagen . . . Item nullen ye 
10 weiMjncr und nicht mynncr 1 wagen haben. Die Statuten des Ordens bestimmten für je 4 Brüder ein Zelt und ordneten 
an, „uns mnn die hutteii also Blühe, das die bestien innewendig sein". Pcrlbach 1115 u 148. 
1) D. A. LXXV 278: syth jo vorsichtich in juwen geschefllen und mit juwer schiltwacht. 
2) D. A. LXXV 420: Jncop Valke u. a. an B. u. 11. auf Bastcy Klein Danzig Sonnabend [14]G0: uud syn ser 
uiiwillich mit waken. 
8) D. A. LXXIV 10: des sulvcn nachtes moste wy lighen in unsein hnrnschc. — ebd. 172: wir miiBsen alle 
naclit hir im harnschc legen; das sie wir allo cvnes, wenn sie halden uns redlich wachende. 
«) 1). A. LXXIV 110 u. LXXV 477 oben § 11 n. 2(i. 
<>) oben § 12 n. 18. I). A. LXXIV 17!>. Geregelter Wachdienst wird auch bei den Polen erwähnt: Dlugoss XI 
p. 274: regiis gentibuu de duobus vexillis do Oleschnicza custodiam pro Sorte et vice sua observantibus. p. 27(5 militibus 
trium vcxillorum exeubias ad bombardas obsemintihus. ]). 184 ut exeubias duplicnri oporteret. Ferner schon 1380 in 
der Ordnung des schwäbischen Bundes Forsch, z. deutsch, Gesch. 19,50. 
6) Im Jüngern Judithlicd herausgegeben von Dicmcr j). 1(52. Wülckcr 57 u. !)3. D. A. L 28: wir hatten wol 
18 man nfßr warte; wo dy hieben seyn, uns kan ich nicht gewissen. — ebd. .10: so hatte ich ctzliehc hoefl'elcwte ken 
Stargardtb dorufl' geschicLet, und also sie ufl' den weg uicht weyth von Stargardth qwemen, do wurden sie der fynde 
gewar uff der warthen. 
') I). A. LXXIV 182. Gert Mylingtorp nn B. u. 11. Dirschau Donnerstag vor Ostern [14[54: wy moüicn eyn 
deel nlle uncht de wachte ryeden, und hir is nicht iner den 25 perde. — obd. 170: wenn ich wol 70 pherde habe, ho 
duchtc mich gut, das er bowen 20 ader 24 pherd mit glitten bogen gude schuteze. di do rostik weren, her seiltet, uff das 
wir nicht werden bespottet, so wir die schiltwache meto halden miiHscn des niicliUs, und nicht mit glevcnyen. Ouch 
Was er von Volke werdt hersenden, su bestellet, das sie das inerteil gutle bogen haben, wenn mit «pissen und knien 
werden sio hie wenig nutze. — I). A. LXXV 881». Lodewig von Mortawen an B. u. lt. Dirschau Dienstag vor Mar- 
garetho (14]59: so bitte ich euch, das ir uns weder dirfiillct unser rotte mit en czwenczigk phorden adder diisglcychcn, 
ily wy gar wol bedürften, das wir daste b:is mochten bestellen unser wache. — Auch vor Neuss Hess man Ucitcr „ufl 
der wardt* halten: „und ist den dag dio reysige wart gewest an den Mentziscben1', Wülckcr 108. Kcbildwnehe „zc ros 
Und zc fuHs" 188(j Forsch, z. dputxeh. Gesch. 1!>,.10. 
») D. A LXXIV 172. LXXV 370. 410. fcfimson ö. 72. Sl. «) I). A. LXXIV 1 IL. § 11 n. 81. 
— m — 
Nützlicheres als die Trompeter10). Solche waren wohl auch unter den Fistulatores, für die nach 
dem K. R. I 207 zur Heise des Jahres l.'JH2 Kleidungu) im Werte von 21/« Mark beschafft 
wurde, und unter den Pfeifern, die der Hochmeister sich von der Stadt für einen Zug erbat,s); 
in dem Söldnerregister aus der Zeit des 13jährigen Krieges erscheint ebenfalls ein Trompeter, und 
14(>2 wurde nach Ausweis des K. ß. II f. f>'J ein Trompeter Hans Schryvcr von der Stadt für 
wöchentlich l/-i Mark „upgeuoinen", ein anderer mit 20" Mark abgelohnt. 
§ 14. Banner. Kampfesvorbereitungen. Angriff. 
Das K. B. T 207 verzeichnet unter den Ausgaben für die Reise 1382 einen l'osten „pro 
vexillo". Auf die .Bedeutung, die das Banner für die Befehlsführung hatte, werden wir hingewiesen, 
wenn wir lesen, dass man 1454 im Lager vor Marienburg „unter dy banner" sich sammelte und 
dass die Bauern des Schlochaucr Gebietes sich gern zur Bereiiiiiing von Konitz den dortigen 
Hauptlcuten J).'s würden angeschlossen haben, wenn diese „künden dag bannyer czu Kehle brengen"1). 
Bei Tannenberg 1410 und am 1. April 1454 in Kaldenhof ging das Stadtbanuer verloren, das 
schon damals zwei weisse Kreuze in rotem Felde zeigte2) 
Wie über die Feldzeichen so ist auch über die Taktik aus unsern (Quellen nur wenig  
Ausschluss zu gewinnen. „In dem nameu des glitten ritters saute Jörgen'", des noch heute auf der 
Jlauptwacho sichtbaren Batrons der Georgenbrüderschaft zu 1)., wollte im Jahre 1454 der wackere 
Ratsherr Willein .Jordan zu dem geplanten Sturme auf Stiihm hinreiten und am Kampfe  
teilnehmen 3). Zu solchem die Truppen ordnen, heisst wie bei dem Stadtschreiber Lindau4) so auch 
bei den Hauptleuten5) ..schicken". Die Front des llt-cres oder Schlachthaufens wird „spieze" 
genannt0), dies Wort bedeutet jedoch auch ganz allgemein den Truppenkörper oder die Abteilung7), 
denn es fehlt an ausreichenden Beweisen für die, besonders von\ General Köhler vertretene,  
Annahme, dass bei „spitz" oder „spitze" stets oder in der Regel an eine keilförmige oder pyramidale 
Aufstellung zu denken sei. Eine solche begegnet uns in dein um L400 geschriebenen,R0'/,{prspiegel 
des thüringischen Chronisten Rothe, der die Theorie der Kriegskunst nach Vegez entwirft, nirgends; 
vielmehr gibt Roth« in seinem kitterspiegel und in seiner Chronik das Wort „acies" lateinischer 
Vorlagen und ebenso hundert Jahre später Luther den griechischen Ausdruck „«(#»/" mit „spitze" 
wieder, ohne dass irgend eine Rücksicht auf die Forin der Aufstellung hervorträte8). Den wuchtigen 
Kl D. A. LXXIV 210: so is in eym hcro nicht nutters dnn de trommiters, der wy grot gebreck disse tyt gehat 
hebben; se cren uns nl^o de duvel sinen knecht und sin uns uiio czedcl deflich untlopcn, do unso borgeineyster von 
liyr henover tocli und hebben alle unsen borgeren und gasten ein quat exempel gegeven .. werden sc nicht gi-tuehtigct 
d;iruniinc, so wero uinincr schade, dut unser enc juw uimncr horsam sin suldc. lTnser borgcrineystcr licr Hennen 
uininc dut wy er nicht uutberen künden, woldo ho se nicht her Wilm (Sorden senden to syuer hochtyt; alle gesto uncl 
gude man doen uns grot vorsprek limine trouiitters und mciicn, wi spuren de kost. 
") Ebenso in Klhing Toppen E. A. 92. 102. 
Vi) D. A. XXXVII 200. MnrjicnbuTgl Sonnabend vor (1) [15. Jahrh.]: das ir uns czu desein unserm tzoge lasset 
folgen cuwer stat pfeyfer, da» die mit uns tzihii desc reise, das wir cii gerne vorguten wellen. Die Erkrankung sciuer 
Pfeifer meldet Hans von der Jcno an lt. u. lt. Mossig .1 Urtica [14]51 D. A. LVI 0. Der Trompeter und Pfeifer geschieht 
auch Erwähnung Wülcker (50; Höhllmuin 25; bei den 1(5 Glcfen, die zu Friedrich 111 ltomfahrt aus Strassburg  
mitzogen, war ebenfalls ein Trompeter Ebrnrd Gemciudc-Ztg. für Elsass-Lothr. 1870 No. 17—11). 
l) 1). A. LXXIV 170. vgl. § 12 n. 1:1. — 1). A. LVI 8. Sehlochau Mittwoch vorLaetare [44]54. — Diotuktischo 
licdciitiing der Kahne erhellt auch aus dem Ausdruck: „mit :U)0 pferden unter einem fanen" Scr. It. P. IV 124. 
Dlugoss 202 berichtet von einer Schlacht bei Krone 1410: ab utroquo exercitu sub uno tantuin signo pugnatum c«t 
vgl. Köhler III 2,!W(i uud Baltzcr zur Gesch. des deutschen Kriegswesens 112. der schutzcu banyr § 8 n. 8. 
») Scr. lt. P. III (5U8. IV 28. 120. Tebcr das Elbinger Hanncr E. A. 88. 87. 02. 102. 
8) D. A. LXXIV 164. Ucbcr die GcorgcnbrüdcrHchafl Scr. It. P. IV 850. 
*) Scr. lt. 1*. IV MO. 508. <>) I). A. LXXIV 170 vgl. § 12 u. 18. Köhler III 2,242. 2l>2. 
6) D. A. LXXV 21)2: houbtlewte /.u Slochow au It.u.U. Montag nach Mathaei 1454: wenn sy (die Itöhmcn) awfl 
der spitezo am trauen c/.u den fihenden geflogen sein. Ganz ähnlich heisst es von deu Ungern (Monuin. Gcrin. Deutsche 
Chron. II 359) sie seien „zuvöderist an die spitz" geschickt worden. 
') Scr. lt. P. IV 550 des so hatten sich die Polen geschickt in drey hnuilcn. — 510 (Die Streiter des Urdons) 
schickten sich mit iren spiezen und wagenburgk, desgleichen „des hern koniges volk ouch und treuen zeusammen, so 
das sieh des ordens gesto mit gcwalt schlugen durch des koniges her und spiezen". — 574: (die Ijowenburgcr) uunmen 
in (uach Putzig) wol mit vier spiezen und ritten uff den margkt — 575: und die Poleu brochen in ire spiezen.  
(Derselbe Ausdruck Scr. It P. IV 182). Ebd. 1:57 heisst das erste Treffen „das erste gesehick". 
8) Luther Maccub. II 5,3!t: er machte drei Spitzen =» i&i.friv iv rmaii' aQ/iüt. Itotho Ititterspicgel 203: 
Vegetius spricht abir: wo man di blozin au di spitzin schickit, di nicht gudin harnasch habin an, •=■ Veget. I 20 itn 
fit, ul Hon de pugua, sed do fuga cogitent, qui in acie midi cxponuutur ad vulncra. — Chronik c. 398 uude bestallen 
— 31 — 
Angriff olnrr Masse nennt ein auf T).'s stehender Führer den „druck"9); vielleicht hahen wir es 
hier mit einer technischen Bezeichnung zu thun, da auch in zwei Schilderungen der Scmpacher 
Schlacht die "Wendungen „den .Druck nehmen" oder „angewinnen" und in einem Berichte aus dem 
Ncusser Kriege das Wort „vollendrucken" gehraucht werden, um den Angriff und Sieg dichter 
Haufen zu bezeichnen lü). "Welcher Wert endlich auf* die Nachhut gelegt wurde, sehen wir aus 
einer Aeusscrung, die einen vor Kouitz im .Jahre 1454 erlittenen Misseriblg auf das Fehlen jener 
zurückführt11). 
§ 15. Verwundete und Gefangene. 
Die Spuren ärztlicher Fürsorge für Kranke und Verwundete sind spärlich: 1451 wird von 
Hauptleuten ein Barbier mit Salbe J) erbeten, der doch wohl als Feldscher fungieren sollte, und 
das K. B. 111 verzeichnet f. 102 „vor eynen gesellen artzigen gelt" sowie noch einige andere  
Ausgaben ähnlicher Art2). 
Das Los der (gefangenen war zuweilen recht hart. Niclaus Pfeilsdorff schrieb 145'J dem 
Rate von D. über den zu Holland gefangen sitzenden Vogt von Grebin: „ich . . habe meinen 
jamer an ein geseu, so das her mit dem halße und mit den fussen gefessert was" und teilte mit, 
er habe ihm wenigstens das Halseisen „abegeteidinget . . das her des möge qweit sein" 3); Jacup 
Tisco v. 1). schrieb aus der Haft zu Marienburg seinem Herrn Andris, einem Bürger von 1)., er 
leide dort die grösste Qual4); wiederum klagte der Hochmeister, in D. halte man seine Leute im 
Kerker „zerc swerlich . ., 30 das äie irlroren end irfawleten *). Waren beiderseits Gefangene 
gemacht, so tauschte mau natürlich aus, „fangen vor fangen"6); war dies nicht ohne weiteres 
möglich, so baten die Gefangenen, dass man sie „betage"7) oder ihnen „Tag gebe" d. h. sie auf 
Frist gegen Bürgschaft los lasse, damit sie für ihre Auslösung sorgen konnten. Rang und Stand 
yro spitzen nndU^ teilten sich nn drei schar «- Eccnnhis hist. gcncnlog. princ. Snxon. Leipzig 1722 S. 3PD (historia de 
lniidgra^ng fliuringiac): ordinatis aeiebus 11c tribus ordinibus usi. Vgl. 1 )clbrück Perser-u. Burgunderkricgo 188(5 S. 1!>I. 
w) 1). A. L 23. Uiigciumntcr an den Gubcrniitur [14]55: dy drawauten liutlen das vorderste toer un dy postye 
(zu Eilmi) gewannen und Lutten du« vorborge wol gewunnen . . . schregen nach liilfe, das sy mit eynie drucke weren 
doryn gekomen. 
10) Wülckcr 104. Bürkli der wahre Winkclried Zürich 1886 S. 78 f. 1). St. Chr. 1X828.840. Vgl. Ordnung Albrecht 
Achill's 1478 u. 7!» gegen Pommern von Ledebur Allg. Arch. f. d. Gcsehichtskunde des preuss. Staute« I 1800 S. 2(55: Die 
(uidcrn sollen gehen in Ordnung, wohl drucken und nn ihr gcwnhrsiun bleiben, wio Bio dio Hauptlcute, die vorgehen, bescheiden. 
H) D. A. LXXIV 141: wcu uus vor der Conitz am Freitag neest vorgnngen fyre syn nbegefangen all! Cromenu 
soldcner, Sprengers goldener und eyncr vun iinsern dycnern und her Hermen Stargard all' soldencr (!); ditz macht ir 
ungehorsam, wen sy liflbn vor dy stadt suudir unsir wissen und keiner (!) hinderhuth hiudcr sieh best alt hatten. Von 
der hinderhuth ist auch dio Hede D. A. LXXV 2(52. lu gleichem Sinne wohl rettung. Scr.lt. P.IV 124. vgl. Jahns 1203. 
i) D. A. LXXIV 111 oben 8 11. 83. Wie mau in Nürnberg sorgte, lehrt D. St. Chr. II 312. «40. Auch 
Frankfurt hatte seinen Wundarzt Wülcker 57. 
2) f. 0U und 107 Geldzahlungen im verwundete Gesellen: f 104: meisterOustin snll mnn van den gewunden, dee 
mit Jlinr. Andcraoncn geslngcn wurden und verwundeth und mit de andern Schippers, vor arstige und verbiudunge gen 
(«=- gegeben) 10 Mark. — f. 100 Lorcutz Brand eyuem barbicrer gesellen gegen 2 Mark. — K. B. II f. (5(5 oben § <» 11.4. 
Achnliche Posten im Elbinger Kriegs- und Ivämmcreibiich Toppen E. A. !>2. 103. 
3) D. A. IjVI 50. Maricuburg Freitag nach Visit. Mar. 
*) D. A. LXXV 301 ferin quinta: scirc velitis, quomodo 1110 huc misistis ad exercitum et sum captivntus nd 
Marienburg; ob hoc, doniino carc, miscremini nostri, quin maximnm ]>assioncm patior atque defectus. 
6) 1). A. Missiv VI (537. Danzig an den Hochmeister Mittwoch vor Epiphanias 14(57. 
°) Zu diesem Zwecke übcrschickcn Ambrosius Dyrgnrde Johan van Scliowcn dem Jtnte Gefangene. Maricuburg 
Freitag nach U. 1. Frauen D. A. LXXV 35G. — Der Stockincister von Marienburg schreibt D. A. XXXVII 138 iui 
B. u. R. Donnerstag vor Martini |14J54, er habo „im gefencknisse legen ewer manne cyne mit dem namen Ix>rencz 
Rcyinnn, der Mattis Le . . ,s euwers mitburgers soldcner ist gewellen , und will diesen loslassen, sobald der Ehemann 
der Vorzeigerin des Schreibens los uud ledig zu Mar. erscheine. — Auswechselung Gefangener wird auch L>. A. L. 5(5 
u. LXXIV 252 dem ltate vorgeschlagen. 
') Die Danzigcr wollen des Hochmeisters lernte unter gewissen Bedingungen „betagen" Missiv VI (537. — T>. A. 
!■< 25: Prnndothn Lubcschowsky an B. u. R. Dirschau Dienstag vor Mnrgareto: ir wellet tag geben Olbrecht Woithe; 
wen wy der tag nicht wirth haben, 30 müssen sich dio iinsern widder yns gevenknisse gestellen. -• 1>. A. LVI 45: Jon 
Von der Jen schreibt nn U. u. H. Stargard Freitag nnch Himmelfahrt [14J58, er habe einem in Mcwe Bier gesandt um 
"einer Diener willen, „dy do hin gefangen woren, ufl das se tag krigen".— I). A. LXI B. 7 der Rat zu I>irsciiau schickt 
Sonnabend vor Elisabeth [14154 seinen Mitbürger Andr. Ncwkirche au B. u. lt., deren Golnngener er sei, dein die 
l>nnzigcr also Tag gegeben haben müssen, und bittet ihn gegen „eynen vou den cuwern mitli namen Andr. Schilder 
genant, der denn vor Hans Verwer ist «'II gemachit und geschickith", auszuwechseln. — Nnch D. A. LXXIV l'J7  
verlangte der vou Plauen „Tylnian von Tunne und Jörgen Gronenborch 1 graven de is toin Elbiug; vor de 3 wolde he 
" de besten enlegcn geven, de se hadden, 3 riddermetsehe lüde", dio Hauptleute aber rieten B. 11. R : „wille he 1000 
— 32 — 
wurde bei Auswechslung und Loskauf begreiflicherweise in Betracht gezogen, denn der Krieg ward 
ja auch mit der Absicht geführt Geld vom Gegner zu erpressen; Fesseln für die erhoiYten Gefangenen 
nahm man gleich mit ins Feldi) und spornte den Mut der Kämpfer durch die Aussicht auf  
beträchtliche Lösegelder!l). 
Es mögen endlich hier zur Charakteristik der naiven und eigenartigen Ausdruckswoise Alt- 
danzigs noch ein paar Proben Raum linden, die sich nicht wie andere in der Abhandlung selbst 
unterbringen Hessen. Arndt Vinckenberch und Tyman Genver schreiben über die bisher erfolglose 
Belagerung Marieuburgs: „de 7 weken, de gy hyr usgelegcn liebt, de sindt wol 7 sade honen werdt"; 
Herman Stargart u. a. melden dem Kate: „her Stybor was by den konynge und Rede uns van 
groten appelen unde bereu, aljjo dat he uns senden wolte 'MO ryders, und is nicht ein man geeomen"; 
grosse Aopfel und Hirnen bedeutet hier wohl so viel als unser „grosse Rosinen". Dieselben Männer 
warnen den Hat vor den Koinden: „so weten ere tene np de van Danczyk". Wilm Gorden u. A. 
berichten über die geplante Ueberrumpelung Marienburg'8 an U. u. 11.: „wir woldon sc in der nacht 
mit howen unde breken angegan hebben, ere list wedder unsen" (J); «rohann Meydeburg schreibt — 
offenbar als sprichwörtliche Redensart — an B. u. R. „weilte inen dicke sleit de hut und menet de 
brut", (man schlägt den .Hut und meint die Braut?). Endlich bemerkt derselbe von gewissen 
Leuten: „wen so unsen schepeskinderen sero gelic sin in deine, wat se mit den ersten nicht doen, 
dat blift in demo lesten gern na" 10). 
Auf das See- und eins Ucfestigungswcscn haben meine Studien sich nicht erstrecken können, aber auch 
davon abgesehen sind die vorstehenden Erörterungen \iclfacli unvollständig und gewiss wichtige Qurllciizeugiiisso 
und Forschungsergebnisse unberücksichtigt geblieben. Milchte es wenigstens gelungen sein dem Geschichtsschreiber 
Danzigs eine Vorarbeit zu tliun, dein Erforscher des mittelalterlichen Kriegswesens einiges MaViriii -Jrecht zu 
legen und unsre Kenntnis von der Sprache der Vorfahren ein wenig zu vervollständigen. Ich kann nicht schlicsscn 
ohne den Magistraten von Danzig und Elbiug und dem Vorstände der hiesigen Fricdrich-Wilhelm-Schüt/engcscll- 
schaft für das gütige Entgegenkommen zu danken, mit dem sie die ihnen gehörigen Dokumente mir zugänglich 
gemacht haben, und über das Grab hinaus folgt mein Dank dem zu früh \crcwigtcn Archidiakonus 15er Hing, 
dessen ausserordentliche Arbeitskraft, umfassendes Wissen und eindringenden Scharfsinn ich ebensooft bewundern 
musste, als mich die nie ermüdende Hilfsbereitschaft des hochverdienten Archivars von Danzig mit Rat und That 
gefördert hat. 
noblen geven, nemet it gelt". — Für abgelieferte Gefangene zahlte die Stadt laut K. R. II f. G4: her Bertolt Slechter 
den kolcrn gegeven vor eynen gefangen vor der Konitz 8 mark. Dagegen wollte der Söldnerfiihrcr Martn Hiesiger (D. A. 
Missiv Vi '214) seine Gefangenen selbst behalten und „schattu". 
") Haimcrcc. IV 2!i!t: ok schul inen incde nemen grote slote und hcelden (1!W5). — Sc», ü. P. IV 122 ouch 
hielten dio werderer uff den tag try schiffe mit Vitalin .... buchsen, pfil und vyl eyseren geleiignis, do man die leuthe 
moechte iiinchliesscii. Somit braucht mnn den (iluubcn auch den Chronisten nicht zu versagen, die da melden, es habo 
1!18G bei Scmpach Herzog Leopold von Oestreich und 1410 bei Tanncnbcrg der Hochmeister Kct'on bei sich gehabt, 
um gefangene Schweizer bc/.w. Polen gleich binden zu können. Dlugoss X 200. Köhler II 018. 
») 1). A. XXXVI 1 04. Jlochincister an H. u. lt.: vorkundet dem gemeynen volke, was sie irwerben von den 
fyenden, das sie das sullen bchaldcn, und wer eynen ritter fehet, dem wellen wir czchen gute marg und desgleichen vor 
eynen rittcrniesigcn funf gute marg geben. 
W) 1). A. LXXIV 197. 2!10. LXXV !U7. Ü70. ÜBT,. 442. Zu § 9 sei aus D. A. LXXV 870 noch nachgetragen: 
wy wolde de mure under deine kerkhove underhouwen, darumme juwe crsnnihcit wy umo (1) schreven hebben, uns 
inurebreker to senden. 
,? * 
— 33 — 
Register. 
Die Stellen sind nach den Seiten und zum Teil uueh nach den Nummern der Anmerkungen bezeichnet. 
Abetreten der benutzen 17,8. 
Acht der Stadt, des Landes 27. 
Adern, venne 18. 
ammechte setten im Felde 26. 
Aepfel, von grossen — und Birnen 
reden 32. 
Arinbleeh 14,1 C. 
Armbrust, bnlistn 6,1. 6. 8,11. 9. 
13,13. 16—19. 21. 27,81. 
Armleder 14,2. 
Arznei, Salbe 18,3». 31. 
begraven 28,11. 
beinharnisch, beinwapen 14. 
Bernstein 22. 
besessen, gesessen 6. 
bicken 19,44. 22,40. 
Bier 25. 
blank gezeug 14. 15. 
blech 14. 
Wide 19,3. 
bloz IG. 
bogen, begener 1(5. lf. 29,7. 
bolur«o, polczen 18. 22,37. 
bolcxen IC. 
bremse nn der Armbrust 19,41. 
brost 13,13. 14. 
Luchsen f>,l. 6. 16,4. 18,36. 19,4. 
20-23. 27,42. 28,10. 32,8. 
bilden 28. 29. 
bundt G. 
kannefus 25,10. 
kutte. driver werk 19,4. 20. 
i , ki 
k 
k 
>,lu 
0. 
1" „. 
uer ■ rle 
Bekanntmachung an 
,,22. 
25. 26. 
'e.10. 15. 
. 1.21. 
<1 
aide 19,41. 21. 22,33. 
1 1. 
ii verde mnn 5. 6. 28,8. 
H, . 
1 i 
bauten, 
ifi. 
latte 15. 
jope 6,22. 14. 
iBenhut 0,22. 18,18 14. 15,31. 
iunckere in D. 12,14. 
Laterne, Licht 20,19. 
Leib, Drohung bei — u. Gut 27. 
lipke 14. 15. 
list wider list 32. 
Losen 5 6 9,20. 
malen (Mühlen) 14,4. 
malmesyge 18,33. maser 25,11. 
Mauscisen zum Schutz desKllbogens 14. 
murebreker 3'J,10. 
naber in der Schlachtordnung 15. 
not und sule der Armbrust 18,81; 
37. 19,43. 
oereae 14,4. 
orloH.Urlaub7,2; 8.9.20.11. 25. 27,88 
panezer 6,22. 8,10. 15,25; 81. 
pawlun 26. 
peze —, Sehnergam, krichsnur 16,89. 
18. 19,44. 
Pferde 5,7 6,19 7,1; 5. 8,11. 10,21. 
11,13. 12,2. 18. 10,86. 18,38. 24. 
29,7 30,1. 
pheyfle oder cympekannen 26,15. 
pile 18,87. 19. 21. 22,83. 24,12. 82,8. 
pyper 18,b3. 29. 30. 
platcuer pletener 14,16. 16. 
pramschcwber  *- 
•i •«. 
• * 1 
-« . ■ i 
*.'* 
«4 - 
»V 
'Ar 
e. 
*'"■•_ 
/ 
**• , « 
-c .j 
r ♦ > 
v* 
t . i 
Am« 
• # 
*• ~* 
(. ♦ 
E 
l> *- 
•i •«. 
• * 1 
-« . ■ i 
*.'* 
«4 - 
»V 
'Ar 
e. 
*'"■•_ 
/ 
**• , « 
-c .j 
r ♦ > 
v* 
t . i 
Am« 
I 
I 
I